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01.07.2012

17:20 Uhr

Öl-Embargo

Iran kündigt Raketentests an

Seit heute darf der Iran kein Öl mehr in die Europäische Union liefern. Das will Teheran nicht tatenlos hinnehmen und droht mit Vergeltungsmaßnahmen. Schon morgen soll ein Manöver mit Raketentests beginnen.

Ein iranischer Wachmann vor dem Komplex Mahshahr in Iran. dpa

Ein iranischer Wachmann vor dem Komplex Mahshahr in Iran.

TeheranDie iranischen Revolutionsgarden haben für diesen Montag im Rahmen eines militärischen Manövers Raketentests angekündigt. Es würden Raketen sämtlicher Reichweiten ausprobiert, sagte Luftwaffenkommandant Hadschi Sade am Sonntag nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Irna. Die Ankündigung fiel mit dem Inkrafttreten des EU-Ölembargos gegen Teheran zusammen.

"Wir setzen unsere Pläne zur Abwehr der Sanktionen um und werden eine Antwort auf diese böswillige Politik geben", erklärte der iranische Zentralbank-Gouverneur Mahmud Bahmani am Sonntag der staatlichen Agentur Mehr zufolge. Die Folgen des Boykotts seien für den Iran zwar hart, doch habe das Land 150 Milliarden Dollar an ausländischen Devisenreserven aufgebaut. Der iranische Ölminister Rostam Kasemi kündigte ebenfalls Vergeltungsmaßnahmen an und erklärte, mit dem Embargo werde sich Europa letztendlich nur selbst benachteiligen, weil dadurch der Ölpreis steige.

Seit Sonntag sind sämtliche Öl- und Kraftstoffeinfuhren aus dem Iran in die Europäische Union untersagt. Zudem dürfen europäische Firmen iranisches Öl nicht mehr transportieren und auch nicht entsprechende Schiffe versichern. Die EU und die USA wollen mit dem Einfuhrverbot sowie weiteren umfangreichen Sanktionen den Iran zur Abkehr von seinem Atomprogramm bewegen. Sie werfen der Islamischen Republik vor, unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung der Kernkraft an Atomwaffen zu arbeiten. Der Iran bestreitet dies. Trotz des erhöhten Drucks haben aber auch die jüngsten Verhandlungen der fünf UN-Veto-Mächte und Deutschlands mit dem Iran keinen Durchbruch gebracht.

Nach Angaben der Internationalen Energie-Agentur sind die iranischen Ölexporte seit Ende 2011 um eine Million Barrel täglich auf 1,5 Millionen gefallen. Im März hatte der Ölpreis wegen der drohenden Lieferausfälle einen Höchststand von 128 Dollar je Barrel (159 Liter) erreicht. Seither ist er auf 85 Dollar gesunken. Zum einen hat Saudi-Arabien seine Produktion ausgeweitet, zum anderen sank die Nachfrage wegen der weltweit schwächeren Konjunktur.

Der Iran verfügt über Raketen, die angeblich 2000 Kilometer weit bis nach Israel fliegen können. Das iranische Militär hatte im Atomstreit mit dem Westen in den vergangenen Monaten wiederholt damit gedroht, die für die weltweite Ölversorgung wichtige Straße von Hormus zu blockieren. Die wichtigste Schiffsroute für Öllieferungen nach Westeuropa und in die USA wäre damit versperrt. Die Vereinigten Arabischen Emirate nahmen deshalb vorsorglich eine Ausweich-Pipeline zum Golf von Oman in Betrieb. Andere Opec-Produzenten wie Kuwait und Katar wollen weiterhin über die Straße von Hormus liefern.

Kommentare (7)

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-.-

01.07.2012, 12:16 Uhr

Natürlich nicht! Geschichte wiederholt sich! Der Iran muss nur die richtigen Leute kennen. Stichwort: Marc Rich.

"Richs Firmen waren auch jahrelang der bedeutendste Rohöllieferant für Israel mit einem Anteil von bis zu 60-90% des Bedarfs[12] (im langjährigen Schnitt über 20%). Beschafft wurde das Öl im Iran - auch während die USA wegen der Geiselnahme in der Teheraner Botschaft ein Importverbot und die EU-Außenminister Sanktionen verhängt hatten.[13]"

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Marc_Rich

Marc Rich + Co Investment AG wurde in GLENCORE umbenannt.

Account gelöscht!

01.07.2012, 16:19 Uhr

Europa sollte sich tatsächlich auf die eine oder andere zänkische Aktion einrichten , will man das umgehen hilft nur ein Militärisches Eingreifen um den Iran zum einlenken zu bewegen !!!

BerlinerBuerger

01.07.2012, 17:35 Uhr

Sind die Transportkosten für Rohöl so nicht zu teuer?
In eine Rakete passen doch gerade mal ein paar Tonnen Öl?!

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