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24.01.2012

15:00 Uhr

Öl-Embargo

Teheran droht EU mit Konsequenzen

Der Iran hat in einer offiziellen Reaktion auf die Öl-Sanktionen vor ernsten Folgen für Europa gewarnt. Sie würden den Iran nicht dazu bringen, seine Atomrechte aufzugeben.

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad. dpa/picture alliance

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad.

Teheran / LondonTeheran hat in einer offiziellen Reaktion auf die jüngst von der EU beschlossenen Öl-Sanktionen vor ernsten Folgen für Europa gewarnt. „Wir glauben, dass dieser Schritt schwerwiegende Konsequenzen für die Europäer haben wird“, teilte das iranische Außenministerium in einer Erklärung mit, die am Dienstag von der Nachrichtenagentur Isna veröffentlicht wurde. Näher benannt wurden die Konsequenzen nicht.

Die Sanktionen seien „unvernünftig und ungerechtfertigt“, hieß es weiter. Die Maßnahmen der EU - ein Ölembargo ebenso wie das Einfrieren von Konten der iranischen Zentralbank - waren am Dienstag in Kraft getreten.

Das Außenministerium bestellte zudem den dänischen Botschafter in Teheran ein, dessen Land derzeit die EU-Ratspräsidentschaft innehat. Das Ministerium warf der EU eine „feindliche Haltung“ gegenüber dem Iran vor, berichtete die Nachrichtenagentur Fars. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Irna am Dienstag berichtete, protestierte das Außenministerium in Teheran damit gegen die „unlogische Entscheidung“ der Union.

Gleichzeitig bemühte sich die Islamische Republik, die Bedeutung der westlichen Strafrunde herunterzuspielen. Die „ineffektiven Sanktionen“ seien keine Bedrohung, sondern hätten dem Land im Gegenteil eine Menge Vorteile eingebracht, sagte Geheimdienstminister Heidar Moslehi der amtlichen Nachrichtenagentur Irna. Wegen der Schuldenkrise sei die EU eher auf das Öl angewiesen als der Iran auf die Abnahme des Rohstoffs.

Ein Sprecher des Ölministeriums betonte, der Iran habe genügend Zeit, sich auf das Embargo vorzubereiten und werde alternative Abnehmer finden. Das Embargo der EU tritt ab Juli in Kraft. Mit dem Schritt soll der Druck auf den Iran erhöht werden, im Streit um sein Atomprogramm einzulenken. Etwa 20 Prozent der iranischen Ölexporte gehen in die EU. Auch Australien kündigte am Dienstag an, sich an dem Öl-Importverbot zu beteiligen. „Das kostet, aber das sind Kosten, die es wert sind, getragen zu werden“, sagte Außenminister Kevin Rudd bei einem Besuch in London.

Großbritannien drohte mit der Verstärkung seiner Militärpräsenz in der Golfregion, sollte der Konflikt weiter eskalieren. Die Beteiligung an einer Flottille internationaler Kriegsschiffe in der Straße von Hormus sei bereits ein „klares Signal“ an die Regierung in Teheran, sagte der britische Verteidigungsminister Philip Hammond. „Sollte es als notwendig erachtet werden, hat das Vereinigte Königreich die Möglichkeiten, seine Präsenz zu verstärken.“ Der Iran droht mit der Blockade der Straße. Ein US-Flugzeugträger hatte die wichtigste Öl-Schifffahrtsroute der Welt - begleitet von britischen und französischen Schiffen - am Sonntag allerdings ohne Zwischenfälle passiert.

„Die iranischen Atomprogramme sind friedlich und ausschließlich für zivile Zwecke gedacht“, heißt es in der offiziellen Erklärung. „Der Iran zögert nicht, all seine Atomprogramme auch künftig transparent zu machen.“ Die Sanktionen würden den Iran jedoch nicht dazu bringen, seine international anerkannten Atomrechte aufzugeben.

Der Iran wird verdächtigt, unter dem Deckmantel ziviler Atomforschung Kernwaffen zu entwickeln. Die Regierung in Teheran bestreitet dies.

 

Kommentare (33)

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steuerembargo

24.01.2012, 15:03 Uhr

„Wir glauben, dass dieser Schritt schwerwiegende Konsequenzen für die Europäer haben wird“, kolportiert der offensichtlich Systemkonforme Schreiberling und fügt noch hinzu, dass dieser Satz nicht weiter definiert wurde!

Wie kann jemand, der noch klar im Kopf ist, daraus schließen, dass Teheran DROHT?

Account gelöscht!

24.01.2012, 15:47 Uhr

Ein Sprecher des Ölministeriums betonte, der Iran habe genügend Zeit, sich auf das Embargo vorzubereiten und werde alternative Abnehmer finden.
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Das dürfte der Realität entsprechen , der Iran hat sich schon darauf vorbereitet dass er in Europa kein oder nur wenig Öl verkaufen wird .
Dennoch werden die Perser ihr Öl los , in China,Korea-Nord und einige Länder in Mittelamerika und der Karibik werden den ausfallenden Geldfluss der Europäer mehr als ausgleichen !
Mit Sanktionen oder Verhandlungen ist der Iran nicht zum einlenken zu bewegen , den Nachteil haben in erster Linie die Europäer mit den zu erwartenden Preisanstiegen im Energiebereich .

Account gelöscht!

24.01.2012, 15:54 Uhr

Und der Bürger zahlt die Zeche. Wunderbar wir alle lieben einen hohen Ölpreis. Dadurch wird sich die Politik des Irans hundertprozentig nicht ändern. Aber endlich können wir wieder Krieg machen, erst provozieren, dann die Waffen ausrichten (internationale Kriegs-Flotte nach Teheran schicken) um die bösen Iraner zu bestrafen.

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