Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

04.02.2012

16:14 Uhr

Ölboykott gegen den Iran

„Wir werden nicht von unserem Atomkurs weichen“

Der Iran bleibt stur: Selbst bei einem Ölboykott werde der Golfstaat nicht vom Atomkurs abrücken. Sollte Teheran ernst machen, wäre das eine gefährliche Provokation Israels mit unabsehbaren Folgen.

Irans Ölminister Rostam Kasemi. dpa

Irans Ölminister Rostam Kasemi.

TeheranDer Iran will selbst bei einem vollständigen Ölboykott des Westens keinen Kompromiss bei seinem Atomprogramm eingehen. „Wir werden nicht von unserem nuklearen Kurs abrücken, selbst wenn wir nicht einen Tropfen Öl verkaufen können“, sagte Ölminister Rostam Kasemi der staatlichen Nachrichtenagentur Irna.

Gleichzeitig forderte er die Europäische Union auf, die Entscheidung für ein Ölembargo gegen die Islamische Republik noch einmal zu überdenken. Die EU habe sich dem Druck der USA gebeugt. Ohne das iranische Erdöl werde es an den internationalen Ölmärkten zu Turbulenzen kommen.

Israel ist dagegen überzeugt, dass rasch umgesetzte Sanktionen den Iran im Atomstreit zum Nachgeben zwingen werden. Der Iran werde sich bewegen, sagte der stellvertretende Außenminister Danny Ayalon der Nachrichtenagentur Reuters am Rande der Sicherheitskonferenz in München. Daher müsse man auch nicht über eine Militäraktion gegen den Iran entscheiden.

Ayalon sagte, er wolle nicht ins Detail gehen, denn er rechne nicht damit, dass eine solche Entscheidung nötig sein werde. „Wenn die Sanktionen tatsächlich jetzt umgesetzt werden und wenn die Iraner ihre illegalen Aktivitäten jetzt stoppen, dann werden wir wohl noch nicht einmal diese Frage diskutieren müssen.“ Gegenüber dem Nachrichtenmagazin „Focus“ trat Ayalon der Befürchtung vor einem Alleingang Israels entgegen.

Falls ein Militärschlag nötig werde, sollte der Zeitpunkt vorzugsweise von der internationalen Gemeinschaft festgelegt werden. Ein Eingreifen sei beispielsweise geboten, wenn der Iran seine Atomanlagen zum Schutz vor Luftangriffen noch weiter unter die Erde bringen wolle.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle setzt weiter auf Sanktionen und nicht auf eine militärische Lösung. Deutschland werde sich auf internationaler Ebene um einen Erfolg der Sanktionen durch die Beteiligung weiterer Staaten bemühen, sagte Westerwelle. „Das ist der Weg, den wir gehen. Das ist der Weg, den wir auch mit unseren Partnern in Europa und den Vereinigten Staaten von Amerika verabredet haben.“

Rund 25 Prozent der iranischen Ölexporte gehen in Länder der EU. Das von den Europäern beschlossene Embargo soll am 1. Juli in Kraft treten, um den Iran im Streit über dessen Atomprogramm zum Einlenken zu bewegen. Die USA haben ebenfalls eine ganze Reihe von Sanktionen gegen den Finanz- und Energiesektor des Irans erlassen. Viele Länder verdächtigen die Regierung in Teheran, heimlich an der Entwicklung einer Atombombe zu arbeiten. Der Iran bestreitet die Vorwürfe.

Von

rtr

Kommentare (15)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

04.02.2012, 17:49 Uhr

Israel ist dem Islamischen Gottesstaat ein dorn im Auge genauso die ungläubigen womit alle nicht-Muslime gemeint sind .
Dem Iran geht es nicht um seine Ölexporte , die sind gesichert und somit die finanzielle Situation des Landes .

Dem Iran geht es nur darum den" Zionistischen Staat der Jerusalem besetzt hält" auszulöschen , von der Landkarte oder aus der Geschichte zu löschen .

MaWo

04.02.2012, 18:51 Uhr

@ Energieelite,
gut, aber wenn dann eine Atombome Israel ausgelöscht hat ist das Land verseucht. Ob der Iran dann noch das Gebiet bis zum Mittelmeer okkupieren mag?!

Account gelöscht!

05.02.2012, 09:36 Uhr

Wenn wir (die Muslime ) Jerusalem nicht haben können,soll es keiner haben !!!
Am 18. August 1988
veröffentlichte die Hamas ihre Gründungscharta
Artikel 7 der Charta erklärt das Töten von Juden - nicht nur von jüdischen Bürgern Israels oder Zionisten - zur unbedingten Pflicht jedes Muslims, indem sie sie zur Voraussetzung für das Kommen des Jüngsten Gerichts erklärt:
„Die Stunde des Gerichtes wird nicht kommen, bevor Muslime nicht die Juden bekämpfen und töten, so dass sich die Juden hinter Bäumen und Steinen verstecken und jeder Baum und Stein wird sagen: 'Oh Muslim, oh Diener Allahs, ein Jude ist hinter mir, komm und töte ihn!'“
– Artikel 7
In Artikel 22 übernimmt die Charta die in Europa entstandene antisemitische Verschwörungstheorie vom Weltjudentum: Die Protokolle der Weisen von Zion seien echt, die Freimaurer, der Lions-Club und der Rotary-Club arbeiteten insgeheim „im Interesse der Zionisten“. Die Juden seien für die Französische Revolution, den „westlichen Kolonialismus“, den Kommunismus und die Weltkriege verantwortlich: „Es gibt keinen Krieg, wo sie nicht ihre Finger im Spiel haben…“[32] Zionisten strebten nach weltweiter Expansion.
Daraus folgert Artikel 32:
„Den Kreis des Konflikts mit dem Zionismus zu verlassen ist Hochverrat. Alle, die das tun, sollen verflucht sein. 'Wer immer ihnen den Rücken zukehrt […] zieht sich den Zorn Allahs zu, und seine Wohnung soll die Hölle sein…' (Koran, 8:16)“
– Artikel 32; bei Baumgarten S. 224

Die Hamas ist in Gaza und dem Westjordanland eine gewählte Institution , vergleichbar mit einer Regierungspartei und diese "Charta" so was wie das Grundgesetz !

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×