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03.01.2012

13:01 Uhr

Ölgeschäfte

Die Griechen hoffen auf Petrodollars

VonGerd Höhler

Griechenland hat eine neue Hoffnung: Öl. Athen winken Milliardeneinnahmen, wenn die vermuteten Ölfelder erschlossen werden können. Die Schuldenprobleme können die neuen Petrodollars aber nicht alleine lösen.

Vor der griechischen Küste werden große Ölvorkommen vermutet - Athen hofft auf Milliardeneinnahmen. Armin Dahl

Vor der griechischen Küste werden große Ölvorkommen vermutet - Athen hofft auf Milliardeneinnahmen.

AthenDie bedeutenden Erdgasfunde vor der Südküste Zyperns, die den Gasbedarf der Inselrepublik möglicherweise für die kommenden 200 Jahre decken könnten, spornen auch die benachbarten Griechen an. Das griechische Energieministerium hat jetzt drei Konzessionen für die Erdöl- und Erdgasexploration ausgeschrieben. Im Athener Energieministerium erwartet man reges Interesse ausländischer Firmen. Die vermuteten Vorkommen sind nicht unbedeutend. Die akuten Schuldenprobleme des Landes werden sie aber wohl kaum lösen.

Seismische Untersuchungen haben gezeigt: in mehreren Regionen des griechischen Festlandes sowie vor den Küsten könnte es Erdöl- und Erdgasvorkommen geben. Mit den jetzt ausgeschriebenen Explorationen hofft die Regierung ein klareres Bild zu bekommen. „Es gibt Öl“, glaubt Giannis Maniatis, Staatssekretär im griechischen Ministerium für Umwelt, Energie und Klimawandel. „Wir haben Grund zum Optimismus, und wir werden keine Enttäuschung erleben“, meint der Politiker. Zu den vielversprechenden Regionen, in denen jetzt die Suche nach Öl und Gas beginnen soll, gehört der Golf von Patras an der Westküste des Peloponnes.

Das griechische Energieministerium hat jetzt drei Konzessionen für die Erdöl- und Erdgasexploration ausgeschrieben.

Das griechische Energieministerium hat jetzt drei Konzessionen für die Erdöl- und Erdgasexploration ausgeschrieben.

Seismische Untersuchungen deuten auf Erdölvorräte von etwa 200 Millionen Fass hin. Die zweite jetzt ausgeschriebene Region liegt bei der nordgriechischen Stadt Ioannina. Hier werden in mehr als 4.000 Metern Tiefe unter den Bergen des Epirus 50 bis 80 Millionen Fass Erdöl vermutet.  Im benachbarten Albanien wurden bereits Erdölvorkommen entdeckt. Der dritte jetzt zur Vergabe anstehende Sektor ist das Seegebiet vor der westgriechischen Stadt Katakolo mit geschätzten Vorkommen von  drei bis vier Millionen Fass. Sie liegen in etwa 2.400 bis 2.600 Meter Tiefe und wurden bereits 1982 entdeckt. Die Ausbeutung des Vorkommens galt damals aber wegen der großen Wassertiefe von 250 Meter mit den seinerzeit zur Verfügung stehen Techniken und angesichts der damaligen Rohölpreise als unwirtschaftlich.

Bereits seit 1981 wird in der nördlichen Ägäis bei der Insel Thassos Erdgas und Erdöl gefördert. Das so genannte Prinos-Feld deckte in den 80er Jahren zeitweilig mehr als zehn Prozent des griechischen Ölbedarfs, ist inzwischen aber weitgehend erschöpft. Die Vorkommen, um die es jetzt geht, sind wesentlich größer. Allein im ionischen Meer werden 500 Millionen Fass Erdöl vermutet, das Vierfache des Prinos-Vorkommens, sagt Energie-Staatssekretär Maniatis. Bedeutende Erdgas- und Erdöl-Lagerstätten könnte es nach Expertenschätzungen auch südlich der Insel Kreta geben.  Für Ihre Ausbeutung müsste sich Griechenland allerdings zuvor mit Libyen und Ägypten auf die Abgrenzung der Wirtschaftszonen in dem Seegebiet einigen.

Staatssekretär Maniatis warnt zwar vor einem Ölrausch: „Wir sind weder Saudi-Arabien noch Norwegen.“ Er ist aber zuversichtlich, dass Griechenland mit einheimischen Öl- und Gasvorkommen in Zukunft etwa ein Drittel des eigenen Bedarfs decken kann. Das würde die Handelsbilanz spürbar entlasten. Die jetzt in griechischen Kaffeehausdiskussionen mitunter zu hörende Hoffnung, die Öl- und Gasfunde würden die akuten Schuldenprobleme des Landes lösen, ist aber eine Illusion. Zwar sollen die jetzt ausgeschriebenen Explorationen bis zum Herbst ein klares Bild der Vorkommen geben.

Aber bis die Petrodollars sprudeln, wird noch viel Zeit vergehen. So verstrichen beim Prinos-Feld zehn Jahre zwischen Exploration und Förderbeginn. Auch die Zyprer werden die Förderung aus den erstmals 2005 erforschten und jetzt durch Probebohrungen bestätigten Erdgasvorkommen voraussichtlich erst 2015 aufnehmen können. Staatssekretär Maniatis veranschlagt, dass die drei Vorkommen, um die es jetzt geht, über einen Zeitraum von 20 bis 25 Jahren dem griechischen Staat Einnahmen von elf bis 15 Milliarden Euro bescheren werden. Das entspräche gerade mal sechs bis neun Prozent der Staatsschulden.

 

Kommentare (8)

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Account gelöscht!

03.01.2012, 13:53 Uhr


Durchsichtiges Mafiamanoever.
Angebliche Petrodollars gegen sofortige Bilanzierung und Alimentierung. Koennt bei Barroso und Merkel positiven Anklang finden, bei mir nicht.
Da bricht doch absehbar die Natofreundschaft Griechenland - Türkei auf und gelieferte Kredit U-Boote machen Sinn.

Skeptikus

03.01.2012, 15:04 Uhr

Liegt das "Erdölgebiet" zufällig in der Nähe einer Pipeline?

BerlinerBuerger

03.01.2012, 15:11 Uhr

Die Trickkiste ist das größte Kulturgut der Demokratie.
Besonders bei den Griechen.Ansonsten werden die,wenns dort
tatsächlich Öl gibt das schön für sich selbst verwenden und nicht zur Schuldentilgung.Jede Wette!!!

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