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22.10.2016

22:45 Uhr

Ölmarkt

Iran will bei Preisanhebung helfen

Als ölexportabhängige Länder leiden der Iran und Venezuela unter einem niedrigen Ölpreis. Bei einem Treffen beteuert Ruhani, Maßnahmen für „faire Ölpreise“ zu unterstützen – allerdings mit einer Einschränkung.

Der iranische Präsident Hassan Ruhani (Archivfoto) will dem Ölmarkt auf die Sprünge helfen. dpa

Hassan Ruhani

Der iranische Präsident Hassan Ruhani (Archivfoto) will dem Ölmarkt auf die Sprünge helfen.

TeheranIrans Präsident Hassan Ruhani hat die Bereitschaft seines Landes zur Verbesserung des Ölmarkts erklärt. „Iran wird jede Initiative, die zu gerechten Fördermengen und fairen Ölpreisen führe würde, unterstützen“, sagte Ruhani bei einem Treffen am Samstag in Teheran mit seinem venezolanischen Amtskollegen Nicolás Maduro.

Dieses Ziel erfordere Ruhani zufolge jedoch eine konstruktive Zusammenarbeit und Koordinierung aller OPEC und nicht-OPEC Staaten. Soweit es Venezuela betrifft, sei der Iran weiterhin an einer Ausweitung der bilateralen Beziehungen interessiert, so Ruhani dem Webportal des Präsidialamts zufolge.

Die Wirtschaft des Irans als Venezuelas sind stark von ihren Ölexporten abhängig. Daher leiden auch beide Länder unter den niedrigen Ölpreisen. Aber bei der für die Preisstabilisierung notwendigen Drosselung der Fördermengen will der Iran noch nicht ganz mitmachen.

Zunächst will Teheran das Produktions- und Exportniveau aus der Zeit vor den westlichen Sanktionen erreichen. Das wären laut Ölministerium mehr als vier und 2,4 Millionen Barrel pro Tag Produktion beziehungsweise Export. Dieses Ziel soll bis Ende des persischen Jahres (20. März 2017) realisiert werden.

Chamenei will mit Venezuela Widerstand gegen die USA leisten

Bei dem Termin am Samstag trafen auch Irans oberster Führer, Ajatollah Ali Chamenei, und Maduro aufeinander. Sie bekräftigten, dass der Iran und sein lateinamerikanischer Verbündeter Venezuela ihren Widerstand gegen die USA fortsetzen wollen. „Einige vermuten, dass die USA unschlagbar sei, aber das ist ein großer Fehler“, sagte Chamenei bei dem Treffen am Samstag in Teheran.

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Die Lage in Venezuela eskaliert. Die Behörden blockieren das Abwahlverfahren gegen den Präsidenten, die Opposition ruft zu Protesten auf. Die Organisation Amerikanischer Staaten nennt Venezuela eine Diktatur.

Die Amerikaner haben laut Chamenei in den vergangenen Jahren im Nahen Osten diverse außenpolitische Fehler gemacht und seien daher „am Boden“. Mit rationaler Politik und Zusammenarbeit könne man daher die Verschwörungen der USA erfolgreich bekämpfen, sagte Chamenei der Nachrichtenagentur ISNA zufolge.

Maduro sagte bei dem Treffen, dass sein Volk besonders im „wirtschaftlichen Krieg“ gegen die amerikanischen Imperialisten stets erfolgreich Widerstand geleistet habe. Das Land sei auch nun dabei, die jüngste Krise zu bewältigen, sagte Maduro laut ISNA.

Teheran sieht seine Beziehungen zu Venezuela und allgemein zu Lateinamerika als „dynamische Außenpolitik in Hinterhof des Erzfeindes USA“. Seit Beginn der Präsidentschaft von Hassan Ruhani im August 2013 sucht der Iran jedoch verstärkt die Nähe zum Westen. Auch mit den USA gab es in den vergangenen drei Jahren direkte Kontakte, besonders im Rahmen der Atom-Verhandlungen.

Von

dpa

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