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15.02.2016

20:41 Uhr

Ölpreisverfall

Venezuela will mit Russland den Ölmarkt stabilisieren

Zwischen Venezuela und Russland laufen diplomatische Bemühungen, um den Ölmarkt zu stabilisieren. Beide Volkswirtschaften stecken wegen des Preisverfalls in der Krise, Staatseinnahmen sind dramatisch zurückgegangen.

Im Kampf um Marktanteile haben die größten Ölstaaten bisher bewusst auf Produktionskürzungen verzichtet und stattdessen den Markt geflutet. dpa

Ölmarkt

Im Kampf um Marktanteile haben die größten Ölstaaten bisher bewusst auf Produktionskürzungen verzichtet und stattdessen den Markt geflutet.

MoskauAufgrund des starken Preisverfalls an den Ölmärkten laufen die diplomatischen Bemühungen zwischen den großen Förderländern auf Hochtouren. Venezuela spreche mit einigen Mitgliedsländern des Förderkartells Opec sowie Russland über eine mögliche Kooperation zur Stützung der Preise, sagte Wladimir Woronkow, Vertreter Russlands bei den internationalen Organisationen in Wien, am Montag.

Venezuelas und Russlands Volkswirtschaften stecken tief in der Krise, die Staatseinnahmen sind wegen des Ölpreisverfalls dramatisch zurückgegangen.

Samir Kabulow, ein hochrangiger Vertreter des russischen Außenministeriums, fügte laut Agentur RIA hinzu, dass eine gemeinsame Aktion der Förderländer eine Verbesserung der Beziehungen zwischen dem Iran und Saudi-Arabien voraussetze.

Das Auf und Ab beim Ölpreis im Jahr 2015

Überangebot

Ein weltweites Überangebot bei schwächelnder Nachfrage setzen dem Ölpreis immer stärker zu. Noch im Juni 2014 kostete ein Barrel (Fass zu je 159 Liter) Nordseeöl der Sorte Brent 115,71 Dollar. Derzeit liegt der Preis mit rund 40 Dollar nicht einmal halb so hoch.

Die Gründe

Ein Grund für das Überangebot ist der Schieferölboom in den USA. Ein anderer ist die Förderpolitik der Opec, die anders als in früheren Jahren den Preis nicht durch die Senkung von Fördermengen stützen will. Sie kämpft stattdessen mit Rabatten um ihre Marktanteile.

7. Januar

Der Brent-Preis fällt zum ersten Mal seit Mai 2009 unter 50 Dollar je Fass.

13. Januar

Mit 45,19 Dollar erreicht Brent den niedrigsten Stand seit März 2009. Damit nähert er sich dem im Sog der Finanzkrise im Dezember 2008 erreichten Tief von 36,20 Dollar. Das war so wenig wie zuletzt im Juli 2004.

3. Februar

Spekulationen auf einen deutlichen Rückgang des Überangebots treiben den Preis für Brent wieder über 55 Dollar.

6. Mai

Export-Ausfälle in Libyen schüren Spekulationen auf einen Versorgungsengpass: Der Ölpreis steigt bis auf 69,63 Dollar.

3. Juli

Ein Bericht über den neuerlichen Anstieg von Ölbohrungen in den USA setzt den Preis wieder unter Druck: Brent fällt bis auf knapp 60 Dollar. Am darauffolgenden Montag, den 6. Juli, sinkt der Preis wieder klar unter die 60-Dollar-Marke.

3. August

Erstmals seit Januar rutscht Brent wieder unter die 50-Dollar-Marke. Auslöser ist ein Rekordanstieg der Ölproduktion der Opec-Länder im Juli.

24. August

Aus Sorgen vor einer deutlichen Abkühlung der chinesischen Wirtschaft machen Anleger einen großen Bogen um Öl. Brent verbilligt sich um bis zu 6,5 Prozent auf 42,51 Dollar. Damit kostet Brent so wenig wie zuletzt im März 2009, als der Preis einen Tiefstand von 41,30 Dollar erreichte.

8. Dezember

Nachdem die Opec am Freitag ihre Förderpolitik bestätigt hat und in der Abschlusserklärung nicht einmal mehr eine Zahl für die Obergrenze der Produktion auftaucht, gehen die Notierungen erneut in die Knie: Brent fällt auf bis zu 39,81 Dollar und ist damit so billig wie zuletzt im Februar 2009.

9. Dezember

Auch an den Zapfsäulen kommt der Kursverfall am Rohstoffmarkt langsam an: Bei mehreren Internet-Vergleichsportalen kratzt der Preis für ein Liter Diesel erstmals seit 2009 wieder an der Ein-Euro-Marke.

„Wir alle benötigen Stabilität auf dem Ölmarkt und müssen zu normalen Preisen zurückkehren.“ Saudi-Arabien und der Iran sind geopolitische Gegner, die verschiedene Seiten im Konflikt in Syrien und Jemen unterstützen.

An den Ölmärkten waren zuletzt wiederholt Spekulationen zu Förderkürzungen aufgeflammt. Doch ein abgestimmtes Vorgehen der Produzenten ist bislang nicht erkennbar. Im Kampf um Marktanteile haben die größten Ölstaaten bisher bewusst auf Produktionskürzungen verzichtet und stattdessen den Markt geflutet.

Damit wollen sie die USA aus dem Markt drängen, wo dank der umstrittenen Fracking-Technik die Förderung boomt.

Von

rtr

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