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23.04.2012

22:04 Uhr

Ölterminal lahm gelegt

Hacker attackieren Irans Petro-Industrie

War es ein feindlicher Computervirus? Iran vermutet einen neuen Cyberangriff - dieses Mal auf seine Ölindustrie. Zentrale Systeme des Ölministeriums und der staatlichen Ölgesellschaft sollen betroffen gewesen sein.

Der Iran untersucht eine mögliche Cyberattacke auf den Ölexport. dpa

Der Iran untersucht eine mögliche Cyberattacke auf den Ölexport.

TeheranDer iranische Ölsektor ist offenbar Ziel eines groß angelegten Cyber-Angriffs geworden. Wie mehrere iranische Nachrichtenagenturen am Montag meldeten, wurden durch einen Virus-Angriff Computer getroffen, die wichtige Funktionen an Ölanlagen steuern. Der Nachrichtenagentur Mehr zufolge schlug der Computervirus am Sonntagabend zu. Die zentralen Internet- und Kommunikationssysteme des Ölministeriums und der staatlichen Ölgesellschaft seien davon betroffen gewesen. Als Vorsichtsmaßnahme seien daraufhin die IT-Systeme des Ölterminals der Insel Chark sowie anderer Öl-Standorte vom Internet abgekoppelt worden. Das Terminal sei aber weiter funktionsfähig: Dem Agenturbericht zufolge gab es keine Probleme bei Ölproduktion und -ausfuhr. Im Terminal Charg werden nach offiziellen Angaben 90 Prozent der iranischen Ölexporte abgefertigt.

Die Webseiten des iranischen Ölministeriums und der Nationalen Iranischen Ölfirma konnten stundenlang nicht aufgerufen werden. Am Montagabend funktionierte die Ministeriums-Seite wieder. Ministeriumssprecher Aliresa Niksad sagte auf der Nachrichten-Webseite des Ministeriums, Shana, entgegen erster Berichte habe das Virus Daten von staatlichen Servern entfernt. Weitreichender Schaden sei aber nicht entstanden. Es gebe noch keine Erkenntnisse darüber, ob der am Montag bekanntgewordene Virus lediglich ein Daten-Virus sei oder gezielt Industrieprozesse zerstören soll, sagten Spezialisten.

Laut der Nachrichtenagentur Mehr setzte das Ölministerium ein „Cyberkrisenkomitee“ ein, das sich mit der Attacke beschäftigen soll. Der Iran war bereits im Jahr 2010 Opfer eines massiven Cyber-Angriffs geworden. Damals war der Computerwurm Stuxnet in Rechner des Atomprogramms einschleust worden. Er legte einen Teil der Zentrifugen zur Urananreicherung in der Atomanlage Natans still. Der Iran hatte damals den USA und Israel vorgeworfen, hinter der Attacke zu stecken. Die beiden Länder sind die größten Kritiker des iranischen Atomprogramms, hinter dem sie das Streben nach einer Bombe vermuten.

Der Westen verdächtigt Iran, an der Entwicklung vom Atomwaffen zu arbeiten, was die Führung in Teheran allerdings bestreitet. Neue Gespräche über das Nuklearprogramm des Landes haben in diesem Monat begonnen und sollen im Mai fortgesetzt werden.

Kommentare (4)

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Thomas-Melber-Stuttgart

23.04.2012, 18:02 Uhr

Immer diese Skriptkiddies, ts, ts.

WilhelmBusch

23.04.2012, 21:35 Uhr

Na ja, aha, soso...

Account gelöscht!

23.04.2012, 21:54 Uhr

Nix passiert - halb so schlimm ,aber eine Meldung geben wir dennoch ........

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