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29.08.2013

18:35 Uhr

Ölzufuhr weiter gedrosselt

Russland legt im Kali-Streit mit Weißrussland nach

Die Beziehungen zwischen Russland und Weißrussland sind angespannt. Weil Uralkali-Chef Baumgertner in Minsk verhaftet wurde, drosselt Moskau die Öllieferungen – die Kürzung könnte Monate andauern.

Der festgenommene russische Uralkali-Chef Wladislaw Baumgertner. dpa

Der festgenommene russische Uralkali-Chef Wladislaw Baumgertner.

MoskauRussland legt im Kali-Streit mit Weißrussland nach. Vizeregierungschef Arkadi Dworkowitsch sagte am Donnerstag, die angekündigten Kürzungen der Öllieferungen in das Nachbarland sollten auch im vierten Quartal fortgesetzt werden. Die Reduzierung beläuft sich auf rund ein Viertel. Weißrussland ist vom russischen Öl stark abhängig.

Zuvor kritisierte er Weißrussland scharf. Das Vorgehen der autoritären Führung in Minsk mit der Inhaftierung des russischen Topmanagers Wladislaw Baumgertner sei nicht partnerschaftlich und unangemessen, teilte der Vizeregierungschef mit. Russland werde nun die bilateralen Beziehungen genau prüfen.

Die staatliche russische Pipeline-Gesellschaft Transneft hatte den Schritt am Mittwoch mit Bauarbeiten begründet. Ölhändler sprachen hingegen von Anzeichen für einen drohenden Handelskrieg. Russland hat zusätzlich mit einem Einfuhrstopp für weißrussische Milchprodukte gedroht.

Der Streit zwischen beiden Ländern dreht sich um die Zukunft des Kali-Düngemittelmarkts. Wladislaw Baumgertner, der Chef des russischen Düngemittel-Konzerns Uralkali, war am Montag nach Gesprächen mit dem weißrussischen Ministerpräsidenten Michail Mjasnikowitsch am Flughafen in Minsk festgenommen worden. Der Mutter des Managers sei ein Besuch im Untersuchungsgefängnis des Geheimdienstes KGB verweigert worden, sagte Anwalt Alexej Bassistow der Agentur Interfax. An diesem Freitag soll Baumgertner russische Diplomaten treffen.

Weißrussland wirft dem Manager vor, der hoch verschuldeten Ex-Sowjetrepublik mit dem Ausstieg von Uralkali aus einem Gemeinschaftsunternehmen mit dem weißrussischen Staatskonzern Belaruskali einen Schaden von 100 Millionen US-Dollar (rund 75 Millionen Euro) zugefügt zu haben. Zudem ermittelt die Justiz in Minsk auch gegen den Oligarchen und Uralkali-Hauptaktionär Sulejman Kerimow, der sich in Moskau aufhält.

Kommentare (2)

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Andreas

29.08.2013, 22:49 Uhr

Hoffentlich stolpert Baumgertner während seines Urlaubs im Knast nicht über nen Ameisenknochen und bricht sich dabei das Genick. Sowas passiert ja auch in Russland öfter, oder in China, oder in......

Account gelöscht!

30.08.2013, 08:30 Uhr

Ein sehr schönes Beispiel was passiert , wenn man sich von jemandem abhängig macht ....

Ach , da fällt mir ein ..... Woher bekommt Deutschland Rohstoffe , Oel,Diesel,Gas,Erze,Halbproduckte ... usw... usw... und mit dem Atomausstieg können uns die Sowejts bald am Nasenring durch die Weltgemeinschaft führen .....

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