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01.01.2007

09:50 Uhr

Österreich

Innenministerin Prokop überraschend gestorben

Die österreichische Innenministerin und frühere Weltklasse-Fünfkämpferin Liese Prokop ist tot. Sie starb an den Folgen eines Risses in der Aorta (Hauptschlagader) nahe dem Herzen auf dem Weg in ein Krankenhaus. Der Tod der konservativen Politikerin könnte nach Einschätzung von Beobachtern zu einer weiteren Verzögerung bei der Seit drei Monaten andauernden Suche nach einer neuen Koalitionsregierung in Österreich führen.

HB ST. PÖLTEN Prokop war seit Dezember 2004 für die konservative Volkspartei Innenministerin in der Bundesregierung von Kanzler Wolfgang Schüssel. Vor ihrer politischen Karriere, die Anfang der 80er Jahre im Bundesland Niederösterreich begann, war Prokop eine der erfolgreichsten Leichtathletinnen der Alpenrepublik. Bei den Olympischen Spielen 1968 in Mexiko-Stadt gewann sie im Fünfkampf die Silbermedaille hinter der Deutschen Ingrid Mickler-Becker. 1969 stellte sie in dieser Disziplin einen Weltrekord mit 5352 Punkten auf und wurde in Athen Europameisterin.

Spitzenpolitiker aller österreichischen Parteien zeigten sich über den Tod der Politikerin entsetzt. Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (ÖVP) sagte, Prokop sei „eine außergewöhnliche Frau mit einem bemerkenswerten Leben gewesen“. Auch der mit der Regierungsbildung beauftragte sozialdemokratische Oppositionsführer Alfred Gusenbauer zeigte sich über den Tod Prokops erschüttert.

Die Politikerin, die 24 Jahre lang in der Landespolitik Niederösterreichs aktiv war, galt als starke Befürworterin einer großen Koalition zwischen den Sozialdemokraten und der Volkspartei (ÖVP) Schüssels. Die ÖVP hatte bei der Parlamentswahl am 1. Oktober 2006 eine schwere Niederlage erlitten und musste den Sozialdemokraten bei der Regierungsbildung den Vortritt lassen.

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