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11.04.2013

16:38 Uhr

Österreich

Schluss mit „einfach nur sein Geld besuchen“

VonStefan Menzel

Österreich wird auf sein Bankengeheimnis bald verzichten müssen. Der Druck von der EU und auch aus Berlin ist so stark geworden, dass der Regierung in Wien keine Alternative mehr bleibt.

Bank-Austria-Filiale in Wien: Noch profitieren die Kreditinstitute in der Alpenrepublik vom Bankgeheimnis. Reuters, Sascha Rheker

Bank-Austria-Filiale in Wien: Noch profitieren die Kreditinstitute in der Alpenrepublik vom Bankgeheimnis.

DüsseldorfLange hat sich die Regierung in Wien gewehrt, doch jetzt lenkt Österreich ein: Das Bankgeheimnis in der Alpenrepublik dürfte bald Geschichte sein. Weil auch Luxemburg sein lange gehegtes Bankengeheimnis preisgeben will, verliert Österreich seinen letzten Verbündeten und wird deshalb ebenfalls zu Reformen für seine Finanzbranche gezwungen.

In Brüssel sollen bald die ersten Gespräche mit der EU-Kommission beginnen. „Wir werden die Verhandlungen gemeinsam mit Luxemburg führen“, bestätigte zu Wochenbeginn in Wien Bundeskanzler Werner Faymann. Der Sozialdemokrat muss allerdings noch seinen Koalitionspartner ÖVP überzeugen. Die konservative und wirtschaftsnahe Partei verteidigt bislang noch die Sonderrechte der Banken.

Österreichs Banken sind bei weitem nicht so groß wie die Kreditinstitute etwa in der Schweiz. Sie sind weitaus weniger auf das Bankgeheimnis und das Geschäft mit ausländischen Kunden angewiesen. Aber die Zeiten für Banken sind schlecht und die Geldtransfers der Ausländer werden in der Alpenrepublik gerne gesehen. Deshalb hat Österreich sein Bankgeheimnis bis zuletzt mit allen Mitteln verteidigt.

Genaue Zahlen gibt es nicht, aber nach Schätzungen der Österreichischen Nationalbank (ÖNB) liegen derzeit mehr als 50 Milliarden Euro an ausländischem Geld auf österreichischen Konten. 35 Milliarden Euro stammen davon aus der EU, aus Deutschland dürften es mehr als 20 Milliarden Euro sein.

Kommentare (4)

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Peter-Spiegel

12.04.2013, 08:34 Uhr

wieder ein Bürgerrecht auf den EU-Altar geopfert.

Account gelöscht!

12.04.2013, 08:55 Uhr

Ja, der Raiffeisenchef weiß genau wie das geht: Die Deutschen besuchen nicht nur ihr Geld, die österreichischen Banken in den genannten Gebirgstälern wissen auch genau, dass die Kunden in DE wohnen. Aber viele Banken verwalten das Geld trotzdem scheinheilig unter der angegebenen österreichischen Zweitwohnsitz(Deck-)adresse - damit fällt die EU-Quellensteuer ebenso wie die österreichische KeSt letztendlich flach - und eine Meldung der Zinserträge wirds in Zukunft auch nicht geben! Da kann Schäuble und die deutsche Finanz machen was sie wollen, gerade die kleinen AUT-Spezial-Banken und jeder kennt sie , sind da sehr flexiblel, und das bis heute!

Stinksocke

12.04.2013, 09:23 Uhr

"Im vergangenen Jahr hat Österreich ungefähr 70 Millionen Euro an Steuerbehörden im Ausland überwiesen"
"Schwarzgeld wird definitiv auch in Österreich geparkt. Der Linzer Wirtschaftswissenschaftler Friedrich Schneider schätzt, dass etwa zehn Milliarden Euro auf österreichischen Konten liegen könnten."

Beim herrschenden Zinssatz von 0,7% in Österreich passen 70Mio genau auf 10Mia. Bin ich blöd oder wird man hier nur mal wieder für blöd verkauft? Warum soll das alles Schwarzgeld sein?

Unkritische blöde Meinungsmache vom HB unterstützt!

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