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12.10.2011

11:57 Uhr

Offener Brief

Soros bringt die Elite gegen Finanzkrise in Stellung

VonKatharina Slodczyk

ExklusivGeorge Soros mobilisiert etwa 100 Unterstützer im Kampf gegen die Finanzkrise. In einem offenen Brief fordern Politiker, Wissenschaftler und Geschäftsleute radikalere Lösungen. Dazu bekennen sich auch einige Deutsche.

Der US-Investor und Milliardär George Soros plädiert auf radikale Lösungen. Reuters

Der US-Investor und Milliardär George Soros plädiert auf radikale Lösungen.

LondonDer US-Investor George Soros hat etwa 100 Politiker und Ökonomen, Unternehmer und Manager aus ganz Europa im Kampf gegen die Finanzkrise vereint. Gemeinsam wenden sie sich in einem offenen Brief, der dem Handelsblatt vorliegt, an die Regierungen der Eurozone: "Die Eurokrise muss sofort gelöst werden", appellieren sie, "die derzeitigen Maßnahmen sind nicht ausreichend, kommen zu spät und lösen weltweit Verwerfungen auf den Finanzmärkten aus."

Sie fordern daher unter anderem die Gründung eines Finanzinstituts, das ähnlich wie ein Finanzministerium finanzielle Mittel für die Eurozone als Ganzes beschaffen und für Haushaltsdisziplin in den Mitgliedsländern sorgen kann. Zudem setzen sie sich für eine stärkere Überwachung und Regulierung des Finanzsystems ein.

Dokumentation: „Der Euro benötigt eine europäische Lösung“

Dokumentation

„Der Euro benötigt eine europäische Lösung“

Rund 100 Politiker, Wissenschaftler und Geschäftsleute aus Europa und den USA fordern im Kampf gegen die Schuldenkrise radikalere Lösungen. Wir dokumentieren ihren Offenen Brief im Wortlaut.

Soros hat bereits vor gut einem Monat vor einer erneuten Großen Depression gewarnt und ein energischeres Vorgehen im Kampf gegen die Eurokrise verlangt. Jetzt haben sich zahlreiche Prominente aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft hinter seine Position gestellt.

Zu den Unterzeichnern des offenen Briefes gehören unter anderen der ehemalige deutsche Außenminister Joschka Fischer sowie der einstige Finanzminister Hans Eichel, der Ex-Chefökonom der Deutschen Bank Norbert Walter und der ehemalige Diplomat Wolfgang Ischinger, der britische Historiker und Publizist Timothy Garton Ash, die italienische Politikerin Emma Bonino, der polnische Publizist und Politiker Tadeusz Mazowiezki und der ehemalige Nato-Generalsekretär Javier Solana, die Ökononem Peter Bofinger und Charles Goodhart, die Geschäftsleute Diego Hidalgo aus Spanien und Stelios Zavvos aus Griechenland.

Sie alle fordern eine europäische Lösung. Denn das Streben nach nationalen Lösungen führe unweigerlich zum Zusammenbruch, heißt es in dem offenen Brief.

"Wir müssen jetzt handeln und wir müssen entschlossen handeln", ergänzte Joschka Fischer in einer Telefonkonferenz. Es steht nicht der Euro auf dem Spiel, sondern das gesamte Projekt Europa. Man dürfe nicht zulassen, dass dies scheitere, forderte er eindringlich.

Kommentare (73)

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Warren

12.10.2011, 01:55 Uhr

Auweia ! Ich fang gleich an zu weinen ! Die ganzen Gangster, die die Blasen mit lockerer Geldpolitik und entsprechend schwachsinniger, unkontrollierter Pseudo-Regulierung erst ermöglicht haben, wollen nun ihre Schäfchen mit Billionen Euro an Steuergeldern in's Trockene bringen. Ausgerechnet so scheinheiliges Volk wie Fischer und Co. machen immer die Klappe auf wenn's irgendwo wirtschaftliche Interessen zu vertreten gibt (Nabucco läßt grüßen !). Alle Genannten sind direkte Nutznießer des Euros. Die scheren sich weder um ihr Land noch deren Bürger, von daher inkl. Euronoten auf ein Schiff packen und weit draußen versenken.

Account gelöscht!

12.10.2011, 02:17 Uhr

Herr Soros handelt in seinem eigenen Interesse und da er sich zunehmend engagiert, schließe ich, dass er etwas zu verlieren hat.
Er bringt aber sicher nicht die Elite in Stellung. Eher eine Dame, die in der DDR die preveligierte Möglichkeit hatte, Physik zu studieren und die von Finanzen nachweislich gar keine Ahnung hat.

Alternorix

12.10.2011, 02:35 Uhr

Mit dem 100 people act folgt Soros seiner Linie,die vor 3 Wochen im Stern-Interview stand: der finanzpolitische GAU werde kommen,weil D keine Wahl mehr habe als nur zu der von ihm geforderten Finanzreform.Doch genau diese schleichende nationalstaatliche Abkehr ist nicht nur in D der Untergang sämtlicher Traditionen und der Ausverkauf bürgerlicher Wertvorstellungen sondern auch in den Nachbarstaaten.Dazu finden sich etliche Negativbeispiele für die daraus resultierenden,historischen Fehlentwicklungen,vom antiken Ägypten,Deutschen Reich,UDSSR bis Amerika.Ergebnis:Volksaufstände,Bürger-,Völkerkriege,Zerfall gewachsener Strukturen des Gemeinwesens auf unterster Ebene.Geben wir unsere Mentalität,Eigenständigkeit,Selbstwertgefühl und (private) Geldhandhabung auf,so verlieren wir nicht nur viel sondern alles,nämlich unsere gutbürgerliche Ehre.Man kanns drehen und wenden wie man will,dann sind wir entwurzelte Werteverzehrer und Identitätsaufgeber.Ist das unser Ziel oder wollen wir uns in D nicht endlich selber auf dem Weg machen und danach streben,unsere Eigenständigkeit in einem durchaus wirtschaftlich geordneten Europa zurück zu gewinnen,z.B. durch die sofortige Rückkehr zur D-Mark?Die Welt geht deshalb eben nicht unter.Soros unterliegt genau da dem Irrtum aller hoffärtigen Lobbyisten,die das Märchen vom ewigen Wachstum propagieren und dafür eine Menge gezielter Unwahrheiten und Lügen unters Volk bringen und leider trifft das genauso für Merkel zu,die dem Geschwätz der Ehrwürdigen folgt,statt zu handeln.In globalem,wie nationalem,wie völkerpolitischem Sinne haben beide Unrecht.Denn wenn wir in D nicht immer noch vernünftige Lösungen haben,wer dann?Wachstumsfabel und Euro(land)rettung sind und bleiben Märchen,nur die Gewißheit ehrhaften Erhaltens eigener Werte und die stetige Arbeit daran hat Bestand.Sarrazin hatte unrecht,nicht nur D schafft sich ab sondern auch unser EU-Umfeld.Lohnt es sich,das Kunstgebilde „Euro“ zu retten,nur weil Soros um sein Zusammengerafftes bangt?

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