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03.08.2014

17:49 Uhr

Offensive in Kurdenregion

Hunderttausende Menschen fliehen vor IS-Kämpfern

Kämpfer der Bewegung „Islamischer Staat“ haben weitere Städte im Nordirak erobert. Die Kurden in der Region bitten die USA um Waffenlieferungen, hunderttausende Menschen flohen aus Angst vor den Extremisten ins Gebirge.

Eine brennende Ölraffinerie im irakischen Baiji als Folge der Kämpfe zwischen irakischer Armee und IS-Kämpfern. Die Aufnahme ist auf den 30. Juli datiert. dpa

Eine brennende Ölraffinerie im irakischen Baiji als Folge der Kämpfe zwischen irakischer Armee und IS-Kämpfern. Die Aufnahme ist auf den 30. Juli datiert.

BagdadDer weitere Vormarsch der Terrorgruppe Islamischer Staat im Norden des Iraks hat eine panische Massenflucht ausgelöst. Nach Angaben der Vereinten Nationen flohen rund 200.000 Menschen aus Angst vor der Schreckensherrschaft der Extremisten vor allem in das Sindschar-Gebirge im Westen der Großstadt Mossul. Die meisten Flüchtlinge waren Mitglieder der religiösen Minderheit der Jesiden. In den betroffenen Gebieten brach Chaos aus. „Die Bewaffneten bringen uns alle ohne Gnade um“, sagte ein Bewohner der dpa.

Die Lage der Flüchtlinge war katastrophal. In Sindschar entfalte sich eine „humanitäre Tragödie“, sagte der UN-Sonderbeauftragte für den Irak, Nikolaj Mladenov. Die Flüchtlinge bräuchten dringend Nahrungsmittel, Wasser und Medikamente, so die UN. Das Sindschar-Gebirge sei von IS-Militanten eingeschlossen.

Die Extremisten hatten am Wochenende nach heftigen Kämpfen kurdische Peschmerga-Kämpfer aus großen Gebieten nördlich und westlich von Mossul vertrieben. Die Terrorgruppe übernahm die Herrschaft in den Städten Sindschar und Samar sowie in mehreren weiteren Orten. Den größten Staudamm des Iraks, die Mossul-Talsperre, brachten sie nach einem Ultimatum an die Pechmerga kampflos unter Kontrolle, wie Quellen der kurdischen Einheiten berichteten. Zudem beherrscht die Terrorgruppe jetzt zwei weitere Ölfelder.

Die Eroberung des größten Staudamms des Landes ist von erheblicher strategischer Bedeutung. Sollten die Extremisten die Staumauer sprengen, wäre die nahe gelegene Großstadt Mossul von einer Flutwelle bedroht, die Zehntausende Menschenleben in Gefahr brächte.

In Sumar hissten die Extremisten auf Gebäuden die schwarze Flagge des Islamischen Staates. In anderen von ihnen eroberten Städten folgten auf dieses Ritual Massenhinrichtungen und die Durchsetzung fundamentalistisch-islamischer Vorschriften.

Auf ihrer Internetseite berichteten die Islamisten, dass Hunderte kurdische Kämpfer geflohen seien und zahlreiche Fahrzeuge und riesige Mengen an Waffen zurückgelassen hätten.

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