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25.03.2013

03:48 Uhr

Oligarch und mächtiger Putin-Kritiker tot

Boris Beresowskis Tod gibt viele Rätsel auf

Boris Beresowski, der aus dem Exil Russlands Opposition finanzierte, galt als Staatsfeind Nr. 1 und Intimfeind von Präsident Putin. Die britische Polizei ermittelt nach seinem Tod auch mit Strahlungsspezialisten.

Britische Spezialisten für biologische, chemische und strahlende Substanzen ermitteln am Anwesen des russischen Oligarchen Boris Beresowski, der am Samstag tot aufgefunden worden war. Reuters

Britische Spezialisten für biologische, chemische und strahlende Substanzen ermitteln am Anwesen des russischen Oligarchen Boris Beresowski, der am Samstag tot aufgefunden worden war.

London/MoskauDie ersten Ermittlungen der britischen Polizei nach dem Tod des russischen Oligarchen und Putin-Gegners Boris Beresowski haben keine Hinweise auf Fremdeinwirkung ergeben. Über die Todesursache könne aber erst nach der Obduktion spekuliert werden, sagte der zuständige Polizei-Chef Kevin Brown am späten Sonntagabend. Der 67-jährige Beresowski war am Samstag in seinem Haus in Ascot bei London tot aufgefunden worden. Eine Vergiftung mit radioaktiven Substanzen wie 2006 beim Ex-Spion und Beresowski-Vertrauten Alexander Litwinenko schloss die Polizei aus, nachdem Spezialisten das Haus des Kreml-Kritikers auf solche Substanzen gezielt untersucht hatten. Beresowski lebte in Großbritannien im Exil. Von dort entwickelte er sich zu einem der schärfsten Kritiker des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Der 67-Jährige, der vom Förderer zum Feind von Präsident Wladimir Putin avancierte, war am Samstag in seinem Haus in Ascot bei London tot aufgefunden worden. E

Vertraute äußerten die Vermutung, der Milliardär habe Selbstmord begangen oder sei einem Herzinfarkt erlegen. Der nach einem verlorenen Prozess finanziell angeschlagene Beresowski habe unter Depressionen gelitten und Herzprobleme gehabt. Hinzu sei die teure Scheidung von seiner Frau Galina gekommen, für die er 2011 nach Berichten britischer Medien mehr als 100 Millionen Dollar hinblättern musste. "Er hatte kein Geld, er hat alles verloren. Er war unglaublich deprimiert", sagte sein britischer Vertrauter Tim Bell über den studierte Mathematiker, der seinen Aufstieg nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion als Autohändler begann und zeitweise als der "Pate des Kreml" galt.

Oligarch und Putin-Gegner Boris Beresowski tot

Video: Oligarch und Putin-Gegner Boris Beresowski tot

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Möglicherweise litt Beresowski auch an Heimweh. Britischen Zeitungen zufolge äußerte er kurz vor seinem Tod gegenüber der russischen Ausgabe des Magazins "Forbes" Rückkehrwünsche. In diese Richtung deutete auch Putins Sprecher Dmitrij Peskow. "Vor einiger Zeit schrieb Beresowski Wladimir Putin einen persönlichen Brief, in dem er viele Fehler einräumte, Putin für dieser Fehler um Vergebung bat und an Putin appellierte, ihm bei der Rückkehr in die Heimat zu helfen", sagte Peskow laut Bericht des Fernsehsender "Rossija-24". "Völliger Blödsinn", wies Beresowskis Freund Andrej Sidelnikow in London die Äußerungen Peskows zurück.

"Meine Informanten berichten von einem Herzinfarkt", sagte der Chefredakteur des Radiosenders "Echo Moskau", Alexej Wenediktow. Nach der Prozess-Niederlage gegen seinen Rivalen Roman Abramowitsch, dem unter anderem der Londoner Fußballclub FC Chelsea gehört, sei der Oligarch in eine Depression verfallen und habe sich in Israel behandeln lassen. Das Herz, die Depression und das Alter hätten dem einst lebensfrohen Beresowski wohl zugesetzt. Bekannt waren seine Neigung zu Cognac, schönen Frauen und ausgiebige Ausflüge ins Nachtleben.

Als Beresowski zu seinem kometenhaften Aufsstieg Anfang der 1990er Jahre ansetzte, war das russische Geschäftsleben von Korruption, Rücksichtslosigkeit und Gewalt gegen Rivalen geprägt. Zu seiner Sicherheit ließ er sich in jener Zeit mit einigen der berüchtigtsten tschetschenischen Banden ein. 1993 war der für seine eisernen Nerven bekannte Oligarch im Moskauer Stadtzentrum in eine Schießerei verwickelt. Ein Jahr später wurde er mit seinem Mercedes in die Luft gejagt und überlebte. Sein Fahrer wurde bei dem Anschlag geköpft.

In der Politik gehörte er zu den wichtigsten Strippenziehern und unterstützte den damaligen Präsidenten Boris Jelzin. Als der Stern des alternden Staatschefs zu sinken begann, setzte Beresowski auf den Aufsteiger und Ex-KGB-Agenten Putin.

Kommentare (10)

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Account gelöscht!

24.03.2013, 10:57 Uhr

Beresowski möglicherweise vergiftet???

na, na, na,
der lupenreine Demokrat Putin geht doch immer fair mit seinen Gegnern um. Das wissen wir doch aus der Vergangenheit.

Icke

24.03.2013, 13:24 Uhr

@ Harlemjump

Merkels Dackel auch wieder munter ?

Mondexil

24.03.2013, 15:02 Uhr

Sind die Gegner erst tot, macht man es auch nicht mehr lange. Putin ist alt.

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