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21.10.2011

08:05 Uhr

Olli Rehn im Interview

„Die Lösung besteht aus fünf Teilen“

VonRuth Berschens

ExklusivBeim EU-Gipfel komme es vor allem auf Frankreich und Deutschland an, sagt EU-Wirtschaftskommissar Olli Rehn. Trotz aller Meinungsunterschiede in der Euro-Zone gibt sich der finnische Politiker optimistisch.

Der finnische Politiker Olli Rehn ist EU-Kommissar für Wirtschaft und Währung. dpa

Der finnische Politiker Olli Rehn ist EU-Kommissar für Wirtschaft und Währung.

Herr Kommissar, Berlin und Paris streiten, die privaten Banken meutern, und der IWF blockiert. Ist der Euro noch zu retten?

Olli Rehn: Mit Stückwerk kommen wir nicht mehr weiter. Ich hoffe, dass die Regierungschefs nun sehr bald eine Gesamtlösung finden.

Woraus besteht die genau?

Aus fünf Teilen. Erstens: Wir brauchen eine tragfähige Lösung für Griechenland. Zweitens: Der befristete Euro-Rettungsschirm EFSF muss gestärkt und sein endgültiger Nachfolger ESM muss von 2013 auf 2012 vorgezogen werden. Drittens: Die EU muss sich auf Kapitalpuffer und eine höhere Eigenkapitalquote für die Banken einigen, wobei die Ausfallrisiken von Staatsanleihen zu berücksichtigen sind. Viertens: Die Regierungschefs müssen sich zur Haushaltskonsolidierung und zu Wirtschaftsreformen bekennen. Das gilt insbesondere für Italien. Fünftens: Wir müssen mittelfristig die Architektur der Euro-Zone verändern mit dem Ziel einer engeren wirtschaftspolitischen Zusammenarbeit.

Wie soll das alles am Sonntag zu schaffen sein, wenn sich Kanzlerin Angela Merkel und Staatspräsident Nicolas Sarkozy in wesentlichen Punkten nicht einig sind?

Es ist sehr wichtig, dass Deutschland und Frankreich gut zusammenarbeiten und gemeinsam Fortschritte machen. Das reicht aber nicht. Am Ende müssen sich alle 17 Euro-Staaten einigen, und ich hoffe immer noch, dass das am Sonntag gelingt.

Berlin und Paris streiten vor allem über den Euro-Rettungsfonds. Wie könnte der EFSF Ihrer Meinung nach gehebelt werden?

Ich halte es für unverzichtbar, den EFSF zu stärken. An Wegen dorthin arbeiten wir derzeit sehr intensiv, doch da möchte ich jetzt nicht ins Detail gehen.

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