Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

02.09.2014

16:01 Uhr

Olympische Jugendspiele

Laserpoint-Attacke auf Chinas Regierungschef

Ein südkoreanischer Athlet soll bei den Olympischen Jugendspielen Chinas Regierungschef Li Keqiang mit einem Laserpointer geblendet haben. Attacke wurde im Staatsfernsehen übertragen. Südkorea will den Vorfall prüfen.

Chinas Regierungschef Li Keqiang (hier ein Archivbild) winkte gerade den rund 60.000 Zuschauern im Stadion zu, als das Licht des Laserpointers über sein Gesicht flackerte. Reuters

Chinas Regierungschef Li Keqiang (hier ein Archivbild) winkte gerade den rund 60.000 Zuschauern im Stadion zu, als das Licht des Laserpointers über sein Gesicht flackerte.

PekingEine Laserpointer-Attacke auf Chinas Regierungschef bei den Olympischen Jugendspielen hat Südkorea zu einer Stellungnahme veranlasst: Die südkoreanische Botschaft in Peking sah sich am Dienstag zu einer Reaktion gezwungen, nachdem Internetnutzer einen südkoreanischen Athleten für das Lichtspiel auf Li Keqiangs Gesicht verantwortlich gemacht hatten.

Der Vorgang wird nach Angaben der Botschaft überprüft, in jedem Fall aber sei es „ein zutiefst bedauerliches Verhalten, mit einem Laserpointer auf den Führer eines anderen Landes zu strahlen“.

Wie es zum Massaker am Tiananmen-Platz kam

15. April 1989

Der beliebte Reformer Hu Yaobang stirbt. Aus Trauerkundgebungen werden erste politische Proteste. In den folgenden Wochen nimmt die Zahl der Teilnehmer rasch zu.

22. April 1989

Zehntausende Studenten ziehen mit Transparenten auf den Platz vor dem Tor des Himmlischen Friedens (Tiananmen-Platz) in der Nähe des Regierungssitzes.

Mai 1989

Auch in anderen Städten demonstrieren Studenten. Die Teilnehmerzahlen gehen in die Hunderttausende. Staatsmedien verdammen die jungen Leute als Aufrührer. Diese wiederum verleihen ihren Forderungen durch einen Hungerstreik Nachdruck. Sie bauen Zelte auf und bleiben rund um die Uhr dort, um eine Räumung zu verhindern.

19. Mai

KP-Chef Zhao Ziyang versucht mit den Studenten eine Einigung auszuhandeln und scheitert. Zhao selbst wäre zu Reformen bereit; Betonköpfe in der Partei verhindern jedoch einen Kompromiss.

20. Mai

Truppen der Volksbefreiungsarmee erscheinen auf der Straße. Bürger schützen die Studenten, indem sie den Vormarsch blockieren. Die Pekinger Soldaten weigern sich, auf ihre Mitbürger zu schießen.

2. Juni

Nachdem der Militäreinsatz ausgeblieben ist, herrscht auf dem Tiananmen-Platz Partystimmung. Die Führung nutzt die Zeit jedoch, um ahnungslose Einheiten aus entfernten Provinzen in die Hauptstadt zu verlegen. Plötzlich steigt die Nervosität wieder steil an.

3. Juni spätabends bis 4. Juni frühmorgens

Die frischen Truppen führen ihren Befehl aus. Sie schießen sich ihren Weg zum Tiananmen-Platz frei. Mehrere hundert, einigen Quellen zufolge bis zu 2600 Menschen sterben, die meisten von ihnen solidarische Bürger, aber auch viele Unbeteiligte.

1992

Deng Xiaoping reißt das Land durch seine „Südreise“ aus der Lethargie, in die es nach dem Blutbad geraten ist. Er kündigt einen neuen Schub von Wirtschaftsreformen an. Eine neue Generation wächst seitdem im Wohlstand, aber weitgehend unpolitisch auf.

Obwohl Chinas Regierung stets penibel darauf bedacht ist, jedwede Bloßstellung ihrer Führer in der Öffentlichkeit zu vermeiden, wurde die PR-Panne am vergangenen Donnerstag im Staatsfernsehen übertragen: Bei der Abschlusszeremonie der Jugendspiele nahm Li gerade seinen Platz ein und winkte den 60.000 Zuschauern im Olympiastadion von Nanjing zu, als plötzlich ein Laserpunkt über sein Gesicht flackerte.

Chinesische Internetnutzer meinten kurz darauf, den Schuldigen identifiziert zu haben: Einer der 15 bis 18 Jahre alten Sportler aus Südkorea müsse den Laserstrahl auf ihren Ministerpräsidenten gelenkt haben. Wie sie zu diesem Schluss kamen, blieb unklar.

Von

afp

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×