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12.01.2014

14:44 Uhr

Olympische Winterspiele

Westliche Behörden warnen Russlandreisende

Die Olympischen Winterspiele in Sotschi kommen näher, Sicherheitsbedenken rücken in der Vordergrund: Die USA warnen Reisende, wollen Agenten nach Russland schicken. Das Auswärtige Amt mahnt schon länger zur Vorsicht.

Auch das Auswärtige Amt warnt vor Reisen nach Russland. In einem Monat beginnen im Kurort Sotschi am Schwarzen Meer die Olympischen Winterspiele. dpa

Auch das Auswärtige Amt warnt vor Reisen nach Russland. In einem Monat beginnen im Kurort Sotschi am Schwarzen Meer die Olympischen Winterspiele.

Washington, MoskauVier Wochen vor Beginn der Olympischen Winterspiele in Sotschi haben die USA Reisende vor Terrorismus, Kriminalität und den Gesetzen zu homosexueller Propaganda in Russland gewarnt. Zudem sei die medizinische Versorgung in der Olympiastadt dem Großereignis möglicherweise nicht gewachsen und unterscheide sich deutlich von westlichen Standards, erklärte das US-Außenamt in Washington.

Das Auswärtige Amt in Berlin mahnt allerdings schon länger zur Vorsicht bei Reisen nach Russland. Von Aufenthalten im Nordkaukasus wird dringend abgeraten. Aber auch in anderen Regionen könne es jederzeit zu Attentaten kommen, heißt es in den Reise- und Sicherheitshinweisen, die zuletzt am 30. Dezember nach den Terroranschlägen von Wolgograd aktualisiert wurden. Das Auswärtige Amt warnt zugleich vor weiteren Gewalttaten gegen Homosexuelle.

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Erst Ende Dezember hatten zwei Bombenanschläge in einem Linienbus und im Hauptbahnhof von Wolgograd 34 Menschen getötet und 72 Menschen verletzt. Die Attentate schürten Sorgen um die Sicherheit der Olympischen Winterspiele, die am 7. Februar in dem russischen Schwarzmeerkurort beginnen. 270 Kilometer nordöstlich von Sotschi entdeckte die Polizei zudem sechs Männerleichen, woraufhin russische Behörden einen Anti-Terror-Einsatz anordneten.

Der Reisehinweis der USA gilt zunächst bis zum 16. März und damit auch für die Zeit der Paralympics. Das FBI will mehrere Dutzend Agenten nach Sotschi und Moskau schicken, um die Sicherheit während des Sportereignisses zu verstärken. Die Bundespolizei arbeite dafür auch mit den russischen Geheimdiensten zusammen, sagte FBI-Direktor James Comey laut einem Bericht der „Washington Post“. Die Sicherheit bei Olympischen Spielen sei eine „gewaltige Herausforderung“.

Besonders in Einkaufszentren will das FBI laut Comey für mehr Sicherheit sorgen. Seit dem Überfall eines Al-Shabaab-Kommandos auf das Einkaufszentrum Westgate in Nairobi (Kenia) mit mindestens 67 Toten achte das FBI wieder verstärkt auf Shopping Malls, sagte der FBI-Direktor. Terroristen seien nach Informationen der US-Geheimdienste weiterhin darauf aus, solche „weichen Ziele“ anzugreifen. Comey ist seit Anfang September FBI-Direktor.

In Russland löste der Reisehinweis Verärgerung aus. Der Parlamentarier Sergej Kalschnikow wies in Moskau den Vorwurf der mangelnden medizinischen Versorgung als „Lüge“ zurück. Das russische Gesundheitssystem erfülle alle weltweit vorgeschriebenen Standards, sagte der Chef des Gesundheitsausschusses der Staatsduma dem Radiosender Echo Moskwy. Zudem erhielten in Russland auch unversicherte Ausländer medizinische Hilfe - das sei in den USA nicht der Fall, betonte das Mitglied der rechtspopulistischen Liberaldemokratischen Partei.

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