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02.02.2015

18:19 Uhr

Online-Sender in Estland

Kampf der Kreml-TV-Propaganda

Gegen Propaganda: Russlands kremlfreundliche Nachrichten sind ein Ärgernis für die freie Presse. Nun will ein weißrussischer Putin-Gegner dem entgegenwirken – mit einem russischsprachigen Online-Sender aus Estland.

Sogar in Deutschland aktiv: Der deutschen Ableger von Russia Today. Screenshot

Russia Today in Deutschland

Sogar in Deutschland aktiv: Der deutschen Ableger von Russia Today.

TallinnMit einem russischsprachigen TV-Sender im Internet will ein weißrussischer Oppositioneller aus Estland Kreml-Propaganda Paroli bieten. Aru.tv werde „propagandafreie Informationen“ für Menschen in Russland und die russischsprachige Bevölkerung in der Ukraine, den baltischen Staaten und Weißrussland anbieten, kündigte der Betreiber Pawel Morozow zum Start des Projekts an.

Zunächst sind wöchentlich drei Sendungen geplant. Der estnische Rundfunk hat bereits im Januar mit einem wöchentlichen Nachrichtenmagazin in russischer Sprache begonnen. Im Herbst soll zudem ein eigenständiger russischer TV-Kanal unter dem Dach des Senders an den Start gehen.

In Estland und den baltischen Nachbarländern verfolgen viele Angehörige der russischsprachigen Minderheit ausschließlich das aus Moskau übertragene russische Staatsfernsehen, dem im Baltikum bei der Berichterstattung über den Konflikt in der Ukraine Desinformation vorgeworfen wird.

Russische Nachrichtendienste

Ziviler Auslandsnachrichtendienst SWR

Der zivile Auslandsnachrichtendienst SWR (Slushba Wneschnej Raswedki) betreibt mit mehr als 13.000 Mitarbeitern Spionage in den Bereichen Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Technologie. Zu weiteren wesentlichen Aufgaben gehören die Ausforschung von Zielen und Arbeitsmethoden westlicher Nachrichtendienste und Sicherheitsbehörden sowie die elektronische Fernmeldeaufklärung. Darüber hinaus wirkt der SWR auch an der Bekämpfung des internationalen Terrorismus und der Proliferation mit.

(Quelle: Bundesverfassungsschutzbericht 2012)

Militärischer Auslandsnachrichtendienst GRU

Der militärische Auslandsnachrichtendienst GRU (Glawnoje Raswedywatelnoje Uprawlenije) verfügt über etwa 12.000 Mitarbeiter, die schwerpunktmäßig mit der Informationsbeschaffung in den Bereichen Sicherheitspolitik und Militär befasst sind. Zu ihren Zielobjekten zählen Bundeswehr, Nato und andere westliche Verteidigungsstrukturen, aber auch militärisch nutzbare Technologien.

Inlandsnachrichtendienst FSB

Der Inlandsnachrichtendienst FSB (Federalnaja Slushba Besopasnosti) verfügt über ein besonders breit gefächertes Aufgabenspektrum sowie über umfangreiche Befugnisse. Zu seinen Kernaufgaben gehören die zivile und militärische Spionageabwehr, die Beobachtung des politischen Extremismus sowie die Bekämpfung von Terrorismus und Organisierter Kriminalität (OK). Neben der Beteiligung an den fortdauernden Auseinandersetzungen im Nordkaukasus soll er die russische Industrie vor Wirtschaftsspionage und OK sowie ausländische Investoren vor Wirtschaftskriminalität schützen und proliferationsrelevante Aktivitäten in Russland unterbinden.

Von

dpa

Kommentare (3)

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Herr Vittorio Queri

02.02.2015, 19:44 Uhr

>>Russlands kremlfreundliche Nachrichten sind ein Ärgernis für die freie Presse>>

Falsche Formulierung !

Sollte wohl heißen : Wahrheiten aus dem Kreml sind ein Ärgernis für westliche Lügenpresse !

Zumal die Wahrheit IMMER die Lügen entlarvt !



Herr John Smidt

03.02.2015, 08:32 Uhr

Ja, ja, die Wahrheit schmerzt!!! Und sogar jetzt, wo RT nicht mal annähernd alles schreibt oder ausstrahlt.
Aber eine interessante Kombination, "ein weißrussischer Oppositioneller will in Estland einen russischen Sender starten".
Von welchem Auswärtigem Amt er wohl seine Unterstützung bekommt!?

Frau Helga Trauen

03.02.2015, 11:13 Uhr

Ein Ärgernis für die "freie" Presse also... So so... wohl eher ein Ärgernis für die von Think Tanks kontrollierten und instrumentalisierten Pseudofreiepressefritzen. Wie widerlich dieses vollständige Kriegsgehetze mittlerweile ist...

In den USA wird schließlich schon diskutiert, den freien Zugang zum Internet zu reglementieren. Da zeigt sich, auf welchem Weg der Westen mit seinen "westlichen Werten" ist; es ist schon belastend, wenn sich der denkende Teil der Bevölkerung von der westlichen Propaganda(!!!) nicht mehr belügen lassen will, sondern FREI sich SELBST ENTSCHEIDET, wie und wo er sich informiert. Das paßt der "freien Presse" und den "Freitrollen" hier im Forum selbstverständlich nicht. Es ist nicht mehr so einfach wie früher, die Menschen durch einseitige Propaganda zu verblöden. Die "Qualitäts"medien *KOTZ* kriegen Gegenwind. Wer frei ist, entscheidet selbst!!

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