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11.10.2013

12:37 Uhr

OPCW

Friedensnobelpreis an Chemiewaffen-Kontrolleure

VonHelmut Steuer

Der Friedensnobelpreis 2013 geht an die Mitarbeiter von OPCW – einer Organisation für das Verbot von Chemiewaffen mit Sitz in Den Haag. Derzeit beschäftigen sich die Inspektoren mit Assads Chemiewaffen-Arsenal in Syrien.

Friedensnobelpreis für OPCW

Friedensnobelpreis für Anti-Chemiewaffen-Organisation OPCW

Friedensnobelpreis für OPCW: Friedensnobelpreis für Anti-Chemiewaffen-Organisation OPCW

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OsloEine Organisation erhält in diesem Jahr den Friedensnobelpreis. Wie die Jury bekanntgab, geht die Auszeichnung an die Uno-Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) mit Sitz in Den Haag. Deren Mitarbeiter sind für die Umsetzung der Chemiewaffenkonvention aus dem Jahr 1997 zuständig. Sie sollen die Chemiewaffenbestände der Vertragsstaaten überprüfen und deren Vernichtung kontrollieren. Seit ihrer Gründung hat die OPCW nach eigenen Angaben etwa 80 Prozent der bekannten Chemiewaffen-Vorräte vernichten können.

Bislang hat die Organisation 189 Mitgliedsstaaten – Syrien soll am kommenden Montag 190. Mitglied werden. Dort sind die Chemiewaffen-Kontrolleure derzeit unterwegs, um Lager aufzusuchen und die Vernichtung der Waffen einzuleiten. Jüngst teilte die Organisation mit, ihre Inspekteure hätten bislang drei Chemiewaffen-Standorte überprüft. Die Kontrolleure halten sich in Syrien auf, um das Giftgasarsenal des Landes zu zerstören. Die syrischen Behörden seien bisher „recht kooperativ“, hatte die OPCW gemeldet. Bislang komme die Erfassung und Vernichtung der syrischen Chemiewaffen gut voran, so dass ein Abschluss bis Mitte 2014 realistisch erscheine.

Chemische Kampfstoffe

Was sind Chemiewaffen?

Chemische Waffen gehören zu der Kategorie der ABC-Waffen (Atomar, Biologisch, Chemisch). In der Regel sind Chemiewaffen künstlich produzierte Giftstoffe, die fest, flüssig oder gasförmig sein können. Nervengifte wie Sarin und Hautkampfstoffe wie Senfgas werden gezielt zur Tötung oder Verletzung von Menschen eingesetzt. Zumeist werden auch Reizstoffe wie Tränengas dazugezählt.

Chemiewaffenkonvention

Die Chemiewaffenkonvention (CWK) ist ein Übereinkommen von Staaten der Vereinten Nationen, um die Herstellung, Verbreitung und Verwendung chemischer Waffen zu verhindern. Die CWK verbietet den Unterzeichnern, Chemiewaffen herzustellen, zu besitzen und einzusetzen. Reizstoffe wie Tränengas werden allerdings nur geächtet. Die CWK steht in der Tradition des Genfer Protokolls, das bereits 1925 den Einsatz von Giftgas in Kriegen verhindern sollte.

Nicht-Mitglieder der CWK

Israel und Myanmar haben 1993 die Chemiewaffenkonvention zwar unterzeichnet, doch bislang nicht durch ihre Parlamente ratifiziert. Angola, Ägypten, Nordkorea, Südsudan und Syrien haben das Abkommen weder unterschrieben noch ratifiziert.

Die OPCW

Die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) überwacht die Einhaltung der Chemiewaffenkonvention. Die OPCW wird von den Mitgliedern der Uno finanziert. Der Hauptsitz ist in Den Haag.

Wie der Vorsitzende des norwegischen Nobel-Kommitees, der frühere Ministerpräsident Thorbjörn Jagland, erklärte, sei die OPCW „ein Instrument, um die Krise in Syrien zu lösen“. Er betonte, dass die OPCW bereits vor dem 1. April, dem Meldeschluss für alle Kandidaten, als Kandidat vorgeschlagen worden ist. „Wir hatten sie bereits auf dem Tisch“. In der Begründung heißt es, dass „die Chemiewaffenkonvention und die Arbeit der OPCW den Einsatz von chemischen Waffen zu einem völkerrechtlichen Tabu gemacht haben“.

Jagland unterstrich, dass die OPCW den Friedensnobelpreis nicht wegen der aktuellen Syrienkrise bekommen hat, sondern wegen ihrer langjährigen Arbeit. „Entwaffnung spielt in Alfred Nobels Willen eine wichtige Rolle“, sagte Jagland in der Begründung aus. Das norwegische Nobelkomitee habe mit zahlreichen Preisen den Bedarf unterstrichen, Nuklearwaffen zu vernichten. „Mit diesem Preis an die OPCW will das Komitee zur Zerstörung von Chemiewaffen beitragen.“ Aktuelle Ereignisse in Syrien, wo Chemiewaffen erneut genutzt wurden, hätten das Bedürfnis unterstrichen, die Bemühungen, solche Waffen zu zerstören, zu erhöhen, führte das Nobelkomitee aus.

Kommentare (18)

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Account gelöscht!

11.10.2013, 11:04 Uhr

Schade, unser Super-Mario Draghi hätte sie verdient gehabt. So einfach ist das. Over and out !

Account gelöscht!

11.10.2013, 11:09 Uhr

SEHR GUT und um Längen besser, angemessen, menschlicher und weiss Gott was noch, als der von Ihrem Reporter asurdester Weise vorgeschlagene Menschenverachter Draghi

Account gelöscht!

11.10.2013, 11:13 Uhr

Schade, unser Super-Mario Draghi hätte sie verdient gehabt. Nach der EU, als Vorstufe zu den Vereinigten Staaten von Europa, wäre das die perfekte Ergänzung.

So einfach ist das. Over and out !

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