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04.11.2016

15:25 Uhr

Opec

Saudi-Arabien droht mit höherer Ölförderung

Die Opec-Länder sind maßgeblich für den Preisverfall des Ölmarkts verantwortlich – deshalb will man sich auf eine Drosselung einigen. Der Iran macht da bisher aber nicht mit, was in Saudi-Arabien gar nicht gut ankommt.

Über die ablehnende Haltung des Iran ist der König von Saudi-Arabien nicht erfreut. dpa

König Abdullah

Über die ablehnende Haltung des Iran ist der König von Saudi-Arabien nicht erfreut.

BerlinSaudi-Arabien hat Insidern zufolge mit einer deutlichen Steigerung seiner Ölproduktion gedroht, sollte der Rivale Iran seinen Ausstoß nicht begrenzen. „Die Saudis haben damit gedroht, ihre Produktion auf elf Millionen Barrel täglich oder sogar zwölf Millionen Barrel zu steigern“, sagte einer der Teilnehmer des vorige Woche stattgefundenen Treffens des Ölkartells Opec am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters. „Sie drohten auch mit einem Rückzug von dem Treffen.“

Saudi-Arabien hatte seinen Ausstoß seit 2014 auf Rekordhöhe von etwa 10,5 bis 10,7 Millionen Barrel (je 159 Liter) hochgefahren. Das trug zum Preisverfall an den Ölmärkten bei. Die Opec-Länder einigten sich schließlich Ende September erstmals seit acht Jahren auf eine Drosselung der Förderung. Sie konnten sich aber nicht auf konkrete Fördermengen pro Land verständigen.

Wie sich die Opec-Einigung für Verbraucher auswirkt

Wie reagiert der Markt auf die Einigung der Opec-Länder?

Dieser Schritt war nicht erwartet worden und führte zunächst zu einem raschen Anstieg der Ölpreise um mehr als zwei Dollar. Am Donnerstag waren für ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent rund 48 Dollar zu bezahlen. Das ist weder besonders viel noch besonders wenig und entspricht dem Durchschnittspreis im laufenden Jahr. Vor einem Jahr war der Ölpreis ungefähr gleich hoch. Im Januar und Februar war er für einige Tage unter die Marke von 30 Dollar gestürzt, hatte sich aber anschließend wieder erholt.

Quelle: dpa

Wird Heizöl nach dem Opec-Beschluss nun teurer?

Kaum. Auch der Preis für Heizöl ging am Donnerstag zwar vorerst in die Höhe, gegenwärtig sind im bundesweiten Durchschnitt 51 Euro für 100 Liter zu bezahlen (inklusive Mehrwertsteuer). Das war aber schon mal günstiger, als der Heizöl-Preis im Januar und Februar kurz unter 40 Euro gefallen war. Eigenheimbesitzer und Mieter können sich derzeit nicht beklagen, wenn sie mit Heizöl heizen. Zuletzt waren die Preise 2009 auf einem vergleichbaren Niveau, seitdem meistens viel höher. Vor einem Jahr war Heizöl ungefähr 5 Euro teurer. Zwischen 2011 und 2014 mussten die Kunden noch mehr als 80 Euro bezahlen, in der Spitze mehr als 96 Euro.

Und wie sieht es beim Benzin aus?

Der aktuelle Preis für Diesel liegt bei 1,08 Euro je Liter, für Superbenzin E10 sind im bundesweiten Durchschnitt ungefähr 1,28 Euro zu bezahlen. Vor einem Jahr lagen die Preise um zwei bis drei Cent höher. Damit sind die Kraftstoffpreise auf Jahressicht relativ stabil. Sie schwanken jedoch nach wie vor sehr stark nach Tageszeiten und sind auch regional verschieden.

Mehr als die Hälfte der Haushalte heizen nicht mit Öl, sondern mit Gas. Haben sie mit Auswirkungen zu rechnen?

Die Öl- und Gasmärkte haben sich in den vergangenen Jahren zunehmend entkoppelt. Während der Preis für Heizöl in den vergangenen beiden Jahren um rund 40 Prozent zurückging, betrug der Rückgang beim Gas nicht einmal 10 Prozent. Die Gasversorger mussten zwar bei der Beschaffung im Großhandel weniger für das Gas bezahlen, die Börsenpreise sanken zwischen Juli 2014 und Juli 2016 um mehr als ein Fünftel. Die Unternehmen hatten aber zum Teil auch höhere Leitungskosten zu verkraften. Für den Herbst haben viele Versorger Preissenkungen angekündigt, im Schnitt nach Angaben des Internet-Portals Verivox um rund 7 Prozent.

Dann wird die nächste Heizsaison also günstiger als die vergangene?

So war es in den vergangenen beiden Jahren. Die Ausgaben der privaten Haushalte für Energie sind insgesamt rückläufig. In den Jahren 2012 und 2013 musste ein Durchschnittshaushalt jeweils 257 Euro pro Monat für Energie ausgeben; darin sind Strom, Gas oder Öl und Kraftstoffe enthalten. Im Jahr 2014 waren es nur noch 245 Euro und im Jahr 2015, für das noch keine offiziellen Daten vorliegen, war der Trend weiter rückläufig. Ob das Heizen in diesem Winter günstiger wird als im vorigen, hängt jedoch nicht nur von den Preisen ab - sondern auch vom Wetter. Wird der Winter kalt, dann wird es teuer.

Teheran weigert sich bislang, Obergenzen einzuführen. Deshalb sei es zum Streit mit den Saudis gekommen, sagten insgesamt vier Teilnehmer der jüngsten Opec-Sitzung. Das nächste Treffen ist für den 30. November geplant. Der Iran war lange Zeit wegen westlicher Sanktionen vom internationalen Ölmarkt abgeschnitten, doch wurden diese großteils zu Jahresanfang aufgehoben.

Von

rtr

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