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09.01.2008

21:55 Uhr

Operation „Eiserne Ernte“

Neun US-Soldaten bei Offensive im Irak getötet

Bei einer Offensive nördlich von Bagdad sind sechs US-Soldaten durch eine Sprengstoff-Explosion getötet worden. Drei weitere US-Soldaten wurden in der Provinz Salahuddin getötet. Bei der Operation mit Namen "Eiserne Ernte" sind 24 000 US-Soldaten und 50 000 irakische Soldaten im Einsatz.

HB BAGDAD. Bei einer Sprengstoff-Explosion in einem Haus im Irak sind am Mittwoch sechs US-Soldaten getötet worden. Vier Soldaten wurden nach Angaben des US-Militärs verletzt. Die Explosion habe sich in der Provinz Dijala ereignet, wo einheimische und US-Soldaten eine Offensive gegen Al-Kaida-Kämpfer gestartet haben.

Die USA konzentrieren ihre jüngste Offensive im Irak auf vier Provinzen nördlich von Bagdad. Hier hätten Anhänger der radikalen Organisation Al-Kaida Unterschlupf gefunden, nachdem sie im vergangenen Jahr aus der Hauptstadt und der westlichen Extremisten-Hochburg Anbar vertrieben worden seien, sagte der US-Kommandeur für den Nordirak, General-Major Michael Hertling am Mittwoch bei einer Pressekonferenz. Seinen Angaben zufolge sind bei der Offensive 24 000 US-Soldaten und 50 000 irakische Soldaten im Einsatz. Der Einsatz „Eiserne Ernte“ ist demnach Teil der Offensive „Phantom Phoenix“, deren Beginn die US-Armee am Tag zuvor angekündigt hatte.

Die Einheiten griffen den Angaben zufolge zunächst vor allem in der Provinz Dijala an, die als Brotkorb der Region gilt. Eine Brigade mit rund 5 000 US-Soldaten und eine irakische Division nahmen Ziele in der Nähe von Mukdadija unter Beschuss, das im fruchtbaren Teil des Dijala-Tales liegt. Der Widerstand sei geringer ausgefallen, als erwartet, sagte Hertling. Die irakischen Einheiten gaben die Zahl der Toten auf der gegnerischen Seite mit 20 bis 30 an.

Außer nach Dijala sollen sich die Extremisten auch in die Provinzen Salahuddin und Ninive zurückgezogen haben. In Hertlings Kommandobereich fällt zudem die Provinz Kirkuk.

Bei Kämpfen in der Provinz Salahuddin wurden drei US-Soldaten getötet. Zwei weitere seien verwundet worden, teilte das US-Militär mit. In Kirkuk setzte sich die Serie von Anschlägen auf christliche Kirchen fort. Vor zwei Gotteshäusern im Zentrum und im Norden der Stadt explodierten Autobomben.

Dabei wurden nach Polizeiangaben drei Menschen verletzt. Die Gebäude wurden leicht beschädigt. Drei Prozent der 27 Millionen Iraker sind Christen unterschiedlicher Konfessionen. Die bisherigen Anschläge wurden in den vergangenen Tagen in Bagdad und dem nordirakischen Mossul verübt und richteten sich außer gegen Kirchen auch gegen ein Waisenheim und ein Kloster der chaldäischen Kirche.

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