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10.03.2013

17:33 Uhr

Opposition gewinnt Parlamentswahl

Machtwechsel in Malta

Nach 15 Jahren löst die Labour-Partei die Konservativen im kleinsten EU-Land ab. Nach dem klaren Sieg verspricht Labour-Chef Joseph Muscat, sich den Herausforderungen zu stellen. Glückwünsche kommen auch aus Brüssel.

Joseph Muscat wird Malta künftig regieren. dpa

Joseph Muscat wird Malta künftig regieren.

ValettaBrüsseler Spitzenpolitiker haben dem Sieger der Parlamentswahl auf Malta gratuliert. Der künftige Regierungschef Joseph Muscat könne „auf das weitere Bestreben der Europäischen Kommission zählen, Seite an Seite mit Malta die Herausforderungen zu überwinden, denen wir gemeinsam als Union gegenüberstehen“, teilte EU-Kommissionschef José Manuel Barroso am Sonntag in Brüssel mit. Die oppositionelle Labour-Partei hatte ersten Ergebnissen zufolge 55 Prozent der Stimmen geholt, Parteichef Joseph Muscat wird damit neuer Premier.

Der Präsident des Europaparlaments, Martin Schulz, beglückwünschte den „hoch geschätzten ehemaligen Kollegen“ – Muscat war einst Europaabgeordneter. Das Land stehe gut da. „Malta mag die kleinste Nation in der EU sein, aber es ist strategisch gelegen und genießt eine solide Wirtschaftsleistung“, schrieb Schulz.

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Eine weitere Herabstufung droht aber wohl nicht.

Die oppositionelle Labour-Partei kam bei der Parlamentswahl in Malta ersten Ergebnissen zufolge auf 55 Prozent der Stimmen, die bislang regierende konservative Nationalistische Partei (PN) auf 44 Prozent, berichtete der öffentliche Fernsehsender TVM. Labour löst damit die Nationalistische Partei nach 15 Jahren an der Macht ab. Er sei von dem Ausmaß des Wahlgewinns überrascht, sagte Labour-Spitzenkandidat Muscat im Fernsehen. Es sei ein Sieg, der Bescheidenheit fordere und eine große Verantwortung auf die Schultern der Labour-Führung lege. Die neue Regierung stehe vor großen Herausforderungen. Muscat wird bereits an diesem Montag seinen Amtseid ablegen.

PN-Chef Lawrence Gonzi gestand seine Niederlage ein: „Die Menschen Maltas haben entschieden, dass wir in Opposition gehen sollen. Ich akzeptiere diese Entscheidung.“ Er kündigte an, sein Amt als Parteichef niederzulegen. „Ich übernehme die volle Verantwortung für die Niederlage“, sagte er. Gonzi verdiene Anerkennung für seine Arbeit als Regierungschef, sagte Muscat. Mit nur 39 Jahren wird der ehemalige Europaabgeordnete zum jüngsten Regierungschef der Mittelmeerinsel seit dem Ende der britischen Kolonialherrschaft 1964.

In den Straßen Maltas feierten tausende Labour-Anhänger am Sonntagnachmittag den historischen Wahlsieg. Bei den vorangegangenen Wahlen 2008 hatte Labour den Sieg noch um weniger als 1500 Stimmen verpasst.

Die Wahlbeteiligung auf Malta lag am Samstag bei 93 Prozent. Das kleinste EU-Land ist von den wirtschaftlichen Problemen im Süden Europas weitgehend verschont geblieben. Trotz der guten Wirtschaftsdaten waren die Wähler aber unzufrieden mit der Regierung.

Kommentare (2)

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Maramaltija

11.03.2013, 13:29 Uhr

Muscat hatte gegen Maltas Beitritt zur EU mit seiner Hetzkampagne das Land geteilt. Nachdem er selber auf dem Gravy Train saß, sieht er die EU als Titte der Wohlfahrt an, von der er weiter saugen will. Es ist die Partei der Proleten und Neidhammel, die mit "ich will jetzt auch mal" das seit Mintoff politisch geteilte Land, regiert. Glückwunsch? Weit gefehlt.

Maramaltija

11.03.2013, 13:46 Uhr

Ach ja - vielen Dank, dass es wenigstens Ihrem Blatt eine Randnotiz wert ist. Die anderen Medien scheint es nicht zu interessieren...

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