Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

18.03.2012

16:09 Uhr

Optimistisch

Lagarde sieht Weltwirtschaft im Aufschwung

IWF-Chefin Christine Lagarde zeigt sich verhalten optimistisch, dass die Weltwirtschaft allmählich wieder in Schwung kommt. Allerdings dürfe die Politik die nötigen Reformen nicht verschlafen, warnt Lagarde.

Christine Lagarde ist optimistisch, was die Weltwirtschaft angeht. Reuters

Christine Lagarde ist optimistisch, was die Weltwirtschaft angeht.

PekingDie Weltwirtschaft steht nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) nicht mehr am Rande des Abgrunds. Aus der Euro-Zone und den USA kämen Anzeichen für eine Stabilisierung, sagte IWF-Chefin Christine Lagarde.

Die hohe Verschuldung in den Industrieländern und der steigende Ölpreis seien aber entscheidende Risiken, die weiterhin bestünden. „Die Weltwirtschaft ist möglicherweise auf dem Weg der Erholung, es gibt aber nicht viel Spielraum und keinen Platz für politische Fehler“, sagte Lagarde.

Europa habe mit den jüngsten Maßnahmen für Griechenland einen wichtigen Schritt zur Beilegung seiner Krise getan, die Konjunkturdaten der USA sähen etwas besser aus und die politischen Maßnahmen nach der globalen Finanzkrise zeitigten Erfolge, sagte die IWF-Chefin. Es gebe daher Grund zu mehr Optimismus. „Der Optimismus darf uns aber nicht in trügerischer Sicherheit wiegen“, sagte sie.

Es gebe noch große wirtschaftliche und finanzielle Gefahren, denen sich die Welt stellen müsse. Als erstes nannte sie dabei die mit hohen Schulden belasteten und daher noch immer brüchigen Finanzsysteme der Industrieländer. Die Bedienung der Schulden ihrer Staaten und Banken entspreche allein 2012 einem Anteil von 23 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

„Zweitens entwickelt sich der steigende Ölpreis zu einer Gefahr für das globale Wachstum“, sagte Lagarde. Drittens sehe sie ein zunehmendes Risiko, dass sich das Wachstum in den Schwellenländern mittelfristig verlangsame.

Die entwickelten Staaten müssten die Politik eines ausgeglichenen Haushalts fortsetzen, verbunden mit Reformen des Finanzsektors, sagte Lagarde weiter. Strukturelle und institutionelle Reformen müssten sicherstellen, dass der durch die Krise entstandene Schaden beseitigt und die Wettbewerbsfähigkeit gestärkt werde.

Die Schwellenländer wiederum müssten ihre makroökonomischen Maßnahmen aufeinander abstimmen, sowohl um sich gegen Ereignisse aus den entwickelten Ländern als auch vor einer Überhitzung der eigenen Wirtschaften zu schützen.

Von

rtr

Kommentare (7)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

MikeM

18.03.2012, 17:44 Uhr

Ach, jetzt plötzlich sieht sie die Welt im Aufschwung. Im Vergleich zu ihrer Aussage vor ein paar Wochen ist dies aber nun ein echter Umschwung. Glaubt diesen Betrügern noch jemand?

Account gelöscht!

18.03.2012, 18:02 Uhr

„So werden in der Eurozone 23 Prozent des Bruttoinlandsproduktes alleine für den Schuldendienst im öffentlichen Sektor und für die Banken aufgewandt, warnte Lagarde.
«Zeichen der Stabilisierung», so Lagarde“

Das Einzige was sich stabilisiert, sind die Milliardenzahlungen für Boni an die Investmentgangster und Hedge-Fonds-Manager. Alles aus Steuergelder, versteht sich ja von selbst.

Mir fällt schon seit ein paar Wochen auf, dass alle Politiker, bzw. die, die sich dafür halten, auf die wirtschaftliche Entwicklung im Gleichklang Optimismus verbreiten wollen. Der Dax steigt in den Himmel usw., da muss es ja wieder aufwärts gehen.
Sämtliche Aussagen unserer Politiker erinnern mich an die in der DDR anno 1989.

Wir befinden uns kurz vor dem globalen Kollaps.
Als Mitte 2008 die größte Krise der Neuzeit, von der wir gerade mal 5% sehen, entstanden durch Leben auf Pump, das Licht der Öffentlichkeit erblickte, gab es nur eine Möglichkeit, den Zusammenbruch unseres Finanzsystems hinauszuschieben: In den letzten 3 Jahren haben die Staaten weltweit ca. 32,5 Billionen, also 32000 Milliarden $ aufgewendet, natürlich alles auf Pump, um die Bankster zu retten und um einen selbsttragenden Aufschwung einzuleiten. Beides ist gründlich in die Hosen gegangen. Die Bankster sind immer noch so pleite wie anno 2007 und sämtliche Konjunkturstrohfeuerpakete sind wirkungslos verpufft, ohne einen selbsttragenden Aufschwung einzuleiten.
Jetzt sind die Staaten pleite, stehen vor wegbrechenden Einnahmen und explodierenden Ausgaben für Zinsen und Soziales. Diese Vorgehensweise war ausschließlich den Lobbyisten der Bankster geschuldet, nicht den logischen Argumenten vieler Wirtschaftsexperten. Den Erfolg sehen wir ja jeden Tag. Eine Lösung des Problems sieht anders aus.

Account gelöscht!

18.03.2012, 18:05 Uhr

Teil II
Die mit unendlichen Steuermilliarden aufgeputschten Börsen schweben schon im Himmel, während die Realwirtschaft der westl. Ind.staaten kurz vor dem Kollaps steht, DE ausgenommen, weil wir ja alles verschenken.
Dagegen war die Große Depression in den 30-ern Peanuts, die damals in Europa durch Kriegsvorbereitungen und in den USA 1941 durch den Eintritt in den 2.WK beendet wurde.
In den letzten 3 Jahren hat sich die Bilanzsumme der Fed, BoE und der EZB verdreifacht. Die weltweite Geldmenge hat sich in den letzten 3 Jahren von 64 Bio. auf über 96 Bio. $ um 50% erhöht.

Der Wohlstand der Amis in den letzten 20 Jahren wurde durch Weihnachtspakete finanziert, alle mit AAA bewertet und mit heißer Luft gefüllt, die man vor allem an die stupid Europäer, bevorzugt an unsere Landesbankster verhökert hatte, obwohl diese entsprechend ihrer Satzungen solche Geschäfte überhaupt nicht tätigen durften.
Europas Bankster sitzen auf 18,2 Billionen Euro Risiken, das sind 44% ihrer gesamten Vermögensanlagen. Weltweit sitzen die Bankster auf über 600 Billionen $ absolut wertloser Papierschnipsel, die Derivate-Bombe, das Casino der Finanzbranche, aus den Bilanzen ausgelagert, um sie vor dem sofortigem Kollaps zu bewahren.

Unser erträumter Aufschwung – eine Fata-Morgana.
In den letzten 3 Jahren hat die EZB ca. 340 Mrd. und die DBB nochmals ca. 550 Mrd. Euro an die Zentralbanken der PIIG(F)S überwiesen, damit die unsere Exportrechnungen bezahlen können. Zum anderen haben unsere deutsche Banken Forderungen an die Banken der PIIG(F)S in Höhe von 515 Mrd. Euro, Stand 2010. Aktuell? Darüber schweigt man lieber. Dann hat die EZB allein für IT und ES ca. 270 Mrd. Euro Staatsanleihen aufgekauft, um deren Zinsen für Staatsanleihen zu senken. Sonst wäre der Euro schon längst kollabiert.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×