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16.06.2016

22:30 Uhr

Orlando

McCain macht Obama für Massaker mitverantwortlich

Wieder nimmt ein hochrangiger Republikaner US-Präsident Obama für die Terrorattacke in Orlando ins Visier. Der sei mitverantwortlich, sagt Ex-Präsidentschaftskandidat John McCain. Grund: der Truppenabzug aus dem Irak.

Der Senator John McCain findet, US-Präsident Barack Obama ist „direkt verantwortlich“ für das Massaker im LGBT-Club Pulse in Orlando. AP

John McCain

Der Senator John McCain findet, US-Präsident Barack Obama ist „direkt verantwortlich“ für das Massaker im LGBT-Club Pulse in Orlando.

WashingtonJohn McCain - Senator und früherer Präsidentschaftskandidat der Republikaner - hat US-Präsident Barack Obama mitverantwortlich gemacht für das Attentat in Orlando. „Barack Obama ist direkt verantwortlich dafür. Als er alle aus dem Irak abgezogen hat, ist Al-Kaida nach Syrien gegangen und zu Isis geworden, und Isis ist es heute, dank Obamas Versagen“, sagte McCain einem Bericht der „Washington Post“ zufolge am Donnerstag im Senat zu einer Gruppe Reportern.

Auf Nachfrage eines Journalisten fügte er demnach hinzu: „Er hat alle aus dem Irak abgezogen, und ich habe zu der Zeit vorhergesagt, dass es Attacken auf Amerika geben wird, wenn man Isis einfach gewähren lässt.“

Was über das schlimmste US-Massaker bekannt ist

Opfer

Mindestens 50 Menschen sind tot. 53 wurden verletzt, die meisten von ihnen befanden sich am Sonntag noch in kritischem Zustand. Die Opferzahl dürfte laut den behandelnden Ärzten noch steigen.

Der Schütze

Der 29-jährige Omar M. ist US-Bürger, wurde in New York geboren und hat afghanische Wurzeln. Er lebte in Fort Pierce fast 200 Kilometer südlich von Orlando und arbeitete seit 2007 für den privaten Sicherheitsdienst G4S. Deshalb hatte er auch eine Schusswaffenlizenz. Zweimal, 2013 und 2014, nahm das FBI Ermittlungen gegen ihn auf, stellte sie aber wieder ein. Im ersten Fall ging es um aufhetzerische Aussagen gegenüber Arbeitskollegen, im zweiten um seine möglichen Verbindungen zu einem amerikanischen Selbstmordattentäter.

Motiv

Ermittlern zufolge rief er vor der Tat beim Polizei-Notruf an und bekannte sich zur Terrormiliz Islamischer Staat. Der Vater des Angreifers schloss einen religiösen Hintergrund aus, deutete aber an, dass sein Sohn von Schwulenhass getrieben gewesen sein könnte. M. sei vor zwei Monaten wütend geworden, als er gesehen habe, dass sich zwei Männer küssten, sagte der Vater dem Sender MSNBC.

Was ist passiert

Der Angreifer Omar M. kam am Sonntag gegen zwei Uhr früh mit einem Sturmgewehr und einer Pistole bewaffnet in den gut besuchten Schwulenclub Pulse in Orlando und eröffnete das Feuer. Wenig später lieferte er sich laut der Polizei ein Feuergefecht mit einem Sicherheitsbeamten des Clubs. Daraufhin sei der Schütze in das Gebäude zurückgegangen und habe Geiseln genommen. Eine Spezialeinheit der Polizei stürmte Stunden später den Club und tötete Omar M.

McCain erklärte wenig später im Kurznachrichtendienst Twitter: „Um das klarzustellen: Ich habe mich auf Präsident Obamas Entscheidungen zur nationalen Sicherheit berufen, die zum Aufstieg von Isil führten, nicht auf den Präsidenten selbst.“ Isil ist eine andere Bezeichnung für den Islamischen Staat.

McCain hatte 2008 gegen Obama verloren. Er ist ein scharfer Kritiker von dessen Syrien-Strategie.

Von

dpa

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