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13.06.2014

12:57 Uhr

Ostukraine-Krise

Russische Panzer für Separatisten?

Mit Granatwerfern haben ukrainische Regierungseinheiten die prorussischen Separatisten aus dem Zentrum von Mariupol vertrieben. Berlin zeigt sich besorgt über mögliche Panzerlieferungen aus Russland.

Pro-russische Separatisten in Mariupol: Auch an der ukrainischen Grenze zu Russland rückten Regierungseinheiten gegen militante Aufständische vor. AFP

Pro-russische Separatisten in Mariupol: Auch an der ukrainischen Grenze zu Russland rückten Regierungseinheiten gegen militante Aufständische vor.

MariupolDie Bundesregierung hat sich besorgt zu Berichten geäußert, nach denen die Separatisten in der Ostukraine Panzer und weitere schwere Waffen aus Russland erhalten haben sollen. „Wenn sich das bestätigt, dann wäre das allerdings eine schwerwiegende und sehr besorgniserregende Entwicklung“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin. Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hatte am Donnerstag erklärt, mindestens drei Panzer für die militanten Aufständischen seien illegal über die Grenze gelangt.

Positive bewertete Seibert die Fortsetzung des russischen Truppenabzugs von der ukrainischen Grenze, die Planung „humanitärer Korridore“ für Hilfstransporte in die Ostukraine und die Ankündigung Moskaus, die Grenze besser kontrollieren zu wollen.

Bei schweren Gefechten in der Ukraine haben die Regierungseinheiten nach eigenen Angaben die prorussischen Separatisten aus dem Zentrum der Großstadt Mariupol vertrieben. Demnach setzte die Armee bei den Kämpfen Granatwerfer und gepanzerte Fahrzeuge ein. Mindestens fünf Aufständische seien getötet und vier Soldaten verletzt worden, teilte Innenminister Arseni Awakow am Freitag in Kiew mit.

Der eskalierende Machtkampf in der Ostukraine

Nach dem Sturz...

... der moskautreuen Führung in Kiew und dem Anschluss der Krim an Russland ist der Konflikt um die mehrheitlich russischsprachige Ostukraine eskaliert.

Erste Ausschreitungen...

... gibt es am 6. April. Bei Demonstrationen in der Ostukraine gibt es massive Ausschreitungen. Moskautreue Aktivisten besetzen Verwaltungsgebäude in den Millionenstädten Charkow und Donezk.

Die Besetzer...

... fordern am 7. April erstmalig Referenden über eine Abspaltung der Ostukraine von Kiew und rufen eine souveräne Volksrepublik aus. In weiteren Orten werden Gebäude besetzt.

Ein „Anti-Terror-Einsatz“...

... am 13. April gegen Separatisten in Slawjansk fordert Tote und Verletzte. In Charkow werden bei Zusammenstößen von Gegnern und Anhängern einer Annäherung an Russland Dutzende verletzt.

Barack Obama...

... telefoniert am 14. April mit Kremlchef Wladimir Putin. Der US-Präsident äußert sich darin besorgt darüber, dass Moskau die prorussischen Separatisten unterstütze. Putin bestreitet eine Einmischung.

Ein Friedensplan...

... wird am 18. April bei einem internationalen Treffen in Genf beschlossen. Wichtigster Punkt: Die Separatisten sollen die Waffen niederlegen und besetzte Gebäude räumen.

Mit Panzern und Hubschraubern...

... gehen Regierungstruppen am 24. April bei Slawjansk gegen Separatisten vor. Putin verurteilte den Einsatz der ukrainischen Armee als „sehr ernstes Verbrechen“, das „Folgen“ für die Regierung in Kiew haben werde.

Militärbeobachter der OSZE...

... werden am 25. April von Separatisten in deren Gewalt gebracht, darunter sind vier Deutsche. In Slawjansk beschuldigt der örtliche Separatistenführer Wjatscheslaw Ponomarjow die Gruppe der Spionage.

Zurschaustellung der Geiseln...

...am 27. April. Die OSZE-Geiseln werden von Ponomarjow der Presse vorgeführt. Sie sollen gegen inhaftierte Separatisten ausgetauscht werden.

Neue Sanktionen...

... gegen Moskau verhängen die EU und die USA am 28. April aus Verärgerung über das Vorgehen Russlands gegen Moskau. Am selben Tag wird in Charkow der Bürgermeister durch einen Schuss schwer verletzt. Auf dem Militärflugplatz Kramatorsk beschießen Unbekannte Regierungseinheiten.

Die prorussischen Militanten...

... besetzen 30. April in Lugansk und Gorlowka weitere Gebäude. In Kiew räumt Übergangspräsident Alexander Turtschinow ein, die Kontrolle über Teile des Landes verloren zu haben.

Der Gegenschlag...

... von Kiew erfolgt am 2. Mai. Truppen der ukrainischen Armee, der Nationalgarde und des Innenministeriums gehen in Slawjansk und Kramatorsk massiv gegen die Separatisten vor.

„Die Anti-Terror-Operation begann im Morgengrauen und dauert an“, sagte Awakow. Die Sicherheitskräfte hätten zahlreiche Scharfschützen und Straßensperren „unschädlich“ gemacht. Viele Bürger der Hafenstadt hätten sich in Kellern in Sicherheit gebracht, berichteten örtliche Medien.

Auch an der ukrainischen Grenze zu Russland rückten Regierungseinheiten gegen militante Aufständische vor. Sie brachten nach eigenen Angaben einen rund 120 Kilometer langen Gebietsstreifen unter ihre Kontrolle, den die Grenztruppen dort aufgegeben hatten.

Unklarheit herrschte über angebliche Panzer sowjetischer Bauart aus Russland in Händen der Separatisten. Die Führung in Kiew teilte mit, dass mehrere Militärfahrzeuge illegal über die Grenze in die Ukraine gebracht werden sollten. Bei Gefechten habe es mindestens vier Tote und 31 Verletzte gegeben. Eine Bestätigung lag zunächst nicht vor.

Von

dpa

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

13.06.2014, 11:49 Uhr

Naja gegen die Blackwater-Södner haben es die Aufständischen schwer.

Man sehe sich an, wie das auf der Krim gelöst wurde, die Bürger dort hatten Glück. Den Seperatisten in der Ost-Ukraine ist diese Freiheit nicht gelungen. Sie sind den mordenden Regierungstruppen und Privat-US-Söldnern ausgeliefert.

Fuck the USA!

Account gelöscht!

13.06.2014, 12:55 Uhr

Soviel zur Glaubwürdigkeit des Schokogarchen und seines groß angekündigten Waffenstillstands.

Account gelöscht!

13.06.2014, 12:57 Uhr

Soviel zur Glaubwürdigkeit des Schokogarchen und seines groß angekündigten Waffenstillstands.

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