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23.07.2014

17:41 Uhr

Ostukraine

Rebellen kämpfen weiter - Niederlande trauern

Rebellen sollen zwei ukrainische Kampfflugzeuge abgeschossen haben. Die Regierung in Kiew behauptet, die Raketen kamen aus Russland. Die Niederlande gedenken ihrer Toten.

Die ersten niederländischen Opfer der über der Ostukraine abgeschossenen Passagiermaschine wurden mit einer Schweigeminute empfangen. dpa

Die ersten niederländischen Opfer der über der Ostukraine abgeschossenen Passagiermaschine wurden mit einer Schweigeminute empfangen.

Die beiden in der Ostukraine am Mittwoch abgestürzten Kampfjets wurden nach Angaben der Führung in Kiew vermutlich von Russland aus abgeschossen. "Nach vorläufigen Informationen wurden die Raketen vom Territorium der Russischen Föderation abgefeuert", teilte der ukrainische Sicherheitsrat mit.

Die Jets stürzten nach Militärangaben nahe Sawur Mogila ab - nicht weit davon war vorige Woche das malaysische Verkehrsflugzeug mutmaßlich von einer Rakete getroffen worden und mit 298 Insassen abgestürzt. Ein führender Rebellenkommandeur räumte im Reuters-Interview ein, dass die Separatisten im Besitz von BUK-Raketen waren, mit denen nach US-Abgaben wohl Flug MH17 abgeschossen wurde.

Abschüsse von Passagierflugzeugen

Seit dem zweiten Weltkrieg

In der Geschichte der zivilen Luftfahrt sind seit dem Zweiten Weltkrieg mehrere Abschüsse von Passagierflugzeugen bekannt geworden. Zu ihnen gehören:

21. Februar 1973

Am 21. Februar 1973 wird über dem Sinai ein libyscher Passagierjet von einem israelischen Kampfflugzeug abgeschossen. Dabei kommen 108 der 113 Insassen der Boeing 727 des Flugs 114 ums Leben.

1. September 1983

Am 1. September 1983 wird ein Jumbo-Jet der Korean Airlines wegen angeblicher Verletzung des damaligen sowjetischen Luftraums von einem Kampfflugzeug über internationalen Gewässern westlich der Insel Sachalin abgeschossen. Alle 269 Menschen an Bord von Flug KAL 007 kommen ums Leben.

3. Juli 1988

Am 3. Juli 1988 wird eine iranische Linienmaschine auf einem Kurzstreckenflug nach Dubai über dem Persischen Golf vom US-Kriegsschiff USS Vincennes mit einer Rakete abgeschossen. Alle 290 Menschen an Bord der Maschine des Flugs 655 kommen ums Leben.

4. Oktober 2001

Am 4. Oktober 2001 wird eine Tupolew Tu-154 der russischen Fluggesellschaft Sibir auf dem Weg von Tel Aviv nach Nowosibirsk in der Nähe von Sotschi von einer Flugabwehrrakete getroffen. Untersuchungen ergeben, dass die Maschine von einer ukrainischen Flugabwehrrakete getroffen worden war, die sich bei einem Übungsschießen auf der Krim selbstständig gemacht hatte. Alle 78 Insassen des Flugzeugs sterben.

Um Russland zu mehr Hilfe bei der Aufklärung zu drängen, wird die EU am Donnerstag wohl weitere Sanktionen verhängen, vermutlich aber nicht gegen ganze Branchen. Die ersten 40 der meist aus den Niederlanden stammenden Toten trafen in Eindhoven ein.

Die beiden Kampfjets seien in einer Höhe von 5200 Metern getroffen worden, erklärte der Sprecher des Sicherheitsrates. "Sie wurden sehr professionell abgeschossen. Die Terroristen haben solche Profis nicht." Als Terroristen bezeichnet die Führung in Kiew die prorussischen Separatisten, mit denen sich das Militär heftige Gefechte in Luhansk und Donezk lieferte.

Der Anführer der Separatisten in Donezk, Igor Strelkow, sprach zunächst nur von einem Kampfflugzeug, das die Rebellen abgeschossen hätten. Der Pilot habe sich mit dem Schleudersitz aus der Maschine katapultiert. Donezk und Luhansk sind die beiden letzten Städte in der Ostukraine in Händen der Rebellen.

Kommentare (11)

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Herr Josef Schmidt

23.07.2014, 09:26 Uhr

Der Winter kommt bald. Mal schauen dann wer gegen wen Sanktionen verhängt.

Herr walter danielis

23.07.2014, 10:04 Uhr

Warum meint Herr Michael Fuchs (CDU) das Rußland sichere Luftwege über fremden Ländern garantieren soll. Kann das Herr Fuchs?

Herr peter Spirat

23.07.2014, 10:48 Uhr

Welcher Zeitung soll man noch beim Börsenhandel trauen, wenn die schon im politischen Bereich alles so brutal verzerren??
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Die Zeitungen sterben.

Der Grund: An den Lesern wird vorbei geschrieben. Gerade in der Russlandberichterstattung oder im Umgang mit iersralischen Völkermord zeigt sich dies beispielhaft. So geht man mit den Lesern nicht um
36 Kommentare

Viermal im Jahr trägt die Zeitungsbranche Trauer. Dann werden die Verkaufszahlen für das jeweils zurückliegende Quartal veröffentlicht. In der Regel regiert das Senkblei. Von links oben nach rechts unten verläuft die Kurve, die längst keine Kurve, sondern vielerorts eine Gerade ist, ungebremst auf dem Weg zur Nulllinie. Sehr vielen Zeitungen und sehr vielen Zeitschriften laufen die Leser davon, sterben die Abonnenten aus. Die meisten Produkte, die die Händler feilbieten, wird es in zehn Jahren nicht mehr geben.

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