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13.06.2017

17:04 Uhr

OSZE zur Lage in der Ukraine

2017 deutlich mehr zivile Opfer

Im Osten der Ukraine herrschen nach wie vor erbitterte Kämpfe. Darunter leidet in besonderem Maße die zivile Bevölkerung. In diesem Jahr fielen dem Konflikt bereits mehr Zivilisten zum Opfer als noch im Jahr 2016.

Der Vizechef der OSZE-Mission in der Ukraine prangert die anhaltenden Zustände im Osten des Landes an. Reuters

Alexander Hug

Der Vizechef der OSZE-Mission in der Ukraine prangert die anhaltenden Zustände im Osten des Landes an.

WienDie Bevölkerung in der Krisenregion der Ostukraine kommt nicht zur Ruhe: Laut der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) sind seit Jahresbeginn bis Juni deutlich mehr Zivilisten ums Leben gekommen oder verletzt worden als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Die Konfliktparteien rückten immer näher zusammen, sagte der Vizechef der OSZE-Mission in der Ukraine, Alexander Hug, am Dienstag in Wien.

Bis Mitte des Jahres zählte die Organisation 45 Tote und fast 220 Verletzte. Die Zahl der zumeist an den Folgen von Granatsplittern Verstorbenen hat sich im Vergleich zum ersten Halbjahr 2016 mehr als verdoppelt. Die OSZE beobachtet mit über 650 Mitarbeitern auf beiden Seiten die Situation.

Die Bevölkerung würde zunehmend in den Konflikt im Donbass hineingezogen, sagte Hug. Grund dafür sei, dass die Kräfte der ukrainischen Regierung und die pro-russischen Separatisten Panzer und Artillerie immer näher an die Front bringen würden. Das widerspricht laut Hug der Friedensvereinbarung von Minsk. Gerade vergangene Woche habe es erneut einen deutlichen Anstieg der Gewalt gegeben.

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Es ist ein zähes Bemühen um Frieden in der Ostukraine. Der ausgehandelte Waffenstillstand wird weiterhin regelmäßig verletzt. Doch nun scheint es bald einen neuen Anlauf für Lösungsgespräche zu geben.

Seit Beginn des Konflikts im April 2014 wurden nach UN-Angaben rund 10 000 Menschen getötet. Im April starb erstmals ein OSZE-Beobachter auf einer Mission durch eine Landmine.

„Im Moment gibt es keine Bestrafung bei Verletzungen der Minsker Vereinbarung“, so Hug. Soldaten und Separatisten müssten sich keinem Verfahren stellen und auch politisch gebe es keine Konsequenzen.

Von

dpa

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