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31.05.2012

12:37 Uhr

Oxfam-Studie

Zwölf Milliarden Patronen werden jährlich produziert

Oxfam legt in New York einen Bericht vor, dem zufolge die jährlich produzierten Waffen ausreichen, um jeden Menschen weltweit zweimal zu töten. Die Hilfsorganisation fordert eine stärkere Kontrolle.

Unmengen Munition sind weltweit im Umlauf: Sie kommt wie hier im Serbien-Krieg zum Einsatz. Reuters

Unmengen Munition sind weltweit im Umlauf: Sie kommt wie hier im Serbien-Krieg zum Einsatz.

New YorkAngesichts einer Zunahme des weltweiten Handels mit Munition hat die Hilfsorganisation Oxfam eine stärkere Kontrolle gefordert. Jährlich würden rund zwölf Milliarden Patronen produziert, hieß es in einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht von Oxfam, der im Vorfeld der im Juli anstehenden Verhandlungen über ein Abkommen zur Regulierung des internationalen Waffenhandels in New York erschien. Die jährlich produzierten Patronen seien "genug, um jeden Mann, jede Frau und jedes Kind auf diesem Planeten zwei Mal zu erschießen", heißt es in dem Bericht.

Laut Oxfam wächst der weltweite Handel mit Munition stärker als der Handel mit Schusswaffen selbst. Während mit Munition demnach 4,3 Milliarden Dollar (rund 3,5 Milliarden Euro) erzielt werden, beträgt der Umsatz für Schusswaffen 2,68 Milliarden Dollar (rund 2,2 Milliarden Euro). "Es ist absolut notwendig, dass der Verkauf von Munition in das Abkommen aufgenommen und besser reguliert wird", sagte Anna Macdonald, die bei Oxfam die Kampagne für Waffenkontrolle leitet. Sie kritisierte zudem, dass es keine weltweiten Kontrollen und Überwachungssysteme über die Verbreitung und den Verbleib von Munition gebe.

Im sogenannten Arms Trade Treaty (ATT) wollen die UN-Mitgliedsstaaten Regeln gegen die illegale Verbreitung und Produktion von Waffen festhalten. Eine nächste Verhandlungsrunde ist im Juli angesetzt. Zahlreiche Länder, darunter die Vereinigten Staaten, Syrien und Ägypten, sind nach Angaben von Oxfam dagegen, dass das Thema Munition in dem Waffenhandelsabkommen erwähnt wird. Laut Oxfam haben nur 34 Staaten seit 2006 Zahlen über ihre Waffenexporte veröffentlicht. 28 gaben demnach auch Zahlen zur Munition an, darunter Frankreich, Großbritannien und die Vereinigten Staaten.

Von

afp

Kommentare (3)

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Erstaunlichst

31.05.2012, 13:06 Uhr

das ist schon heftig. würde man eine patrone pro menschtötung nehmen, könnte man die menschheit komplett auslöschen mit dieser munitionsmenge. um dies noch paradoxer zu gestalten.das geld für solche undinge könnte man sinnvollerweise für die welternährung hernehmen und auf dem ganzen planeten würde wohl lange zeit kein hunger und durst mehr herrschen. Unsere Population ist sowas von krank, dass eine zügige Selbstvernichtung eigentlich die einzige Lösung wäre.

Account gelöscht!

31.05.2012, 13:29 Uhr

Bitte stellen Sie ihre Selbstauslöschung möglichst dämlich an, damit Sie posthum in den Genuß des Darwin-Awards kommen.

zornig

31.05.2012, 15:35 Uhr

Stellt man die reinen Zahlen gegeneinander, ist das schon bedrohlich. Aber schon im 19. Jhd. sang man zu einer Marschmusik (welcher Marsch das ist, kann ich nicht sagen) .... eine jede Kugel die trifft ja nicht, denn träfe jede Kugel akkurat ihren Mann, woher nähm' der König Soldaten dann".
Will heißen, das es mit Sicherheit Untersuchungen darüber gibt, mit wieviel Schuß Verbrauch man einen "Gegner" totschießt. Ich weiß, es ist markaber, unappetitlich und verwerflich, aber die Welt ist so wie WIR sie uns machen. Mit der Einführung der Maschinenwaffen dürfte die Zahl weiter nach oben geschnellt sein. Ziel ist ja auch, den "Gegner" nicht aus seiner Deckung kommen zu lassen....
Dabei könnte man für den ganzen Sch.... soviel Schönes bauen. Aber das hat ja auch - einige werden es erinnern - schon bei der Starfighter-Diskussion nicht gefruchtet.
Schade, aber so ist es.

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