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03.03.2013

20:59 Uhr

Pakistan

Autobombe reißt dutzende Menschen in den Tod

Um die 150 Kilogramm Sprengstoff wurden in der pakistanischen Stadt Karachi am Sonntag ferngezündet. Mindestens 45 Menschen sind dabei ums Leben gekommen, dutzende wurden verletzt.

Der Ort der Bombenexplosion in Karachi. AP/dpa

Der Ort der Bombenexplosion in Karachi.

Islamabad/KarachiBei der Explosion einer Autobombe sind am Sonntagabend im pakistanischen Karachi mindestens 45 Menschen ums Leben gekommen. 150 Passanten seien bei der Explosion in einem schiitischen Wohnviertel der Hafenstadt im Süden des Landes verletzt worden, teilten die örtlichen Behörden mit. Unter den Trümmern zerstörter Häuser würden noch weitere Opfer vermutet.

Die Zahl der Toten könne auch noch beträchtlich steigen, weil es viele lebensgefährlich Verletzte gebe, sagte der Verwaltungschef von Karachi, Hashim Raza Zaidi. Spätestens in zwei Wochen sollen in Pakistan Parlamentsneuwahlen ausgerufen werden.

Nach Angaben eines Polizeisprechers waren an die 150 Kilogramm Sprengstoff in einem Auto ferngezündet worden. Pakistans Premierminister Raja Pervez Ashraf, der zum Zeitpunkt des Anschlags selbst in Karachi war, ordnete eine Untersuchung an. Es blieb zunächst unklar, wer für den Anschlag verantwortlich war. Die Explosion erschütterte ein Wohnviertel, in dem vorwiegend Angehörige der schiitischen Minderheit leben. Unter den Toten seien aber auch Sunniten, hieß es von Seiten der Polizei.
In der Wirtschaftsmetropole Karachi leben rund 18 Millionen Menschen. Im vergangenen Jahr wurde die Stadt von einer Serie von Gewalttaten erschüttert. Dabei wurden nach einer Zusammenstellung der unabhängigen Pakistanischen Menschenrechtskommission fast 3000 Menschen getötet. Die Anschläge vom Sonntag waren jedoch die folgenschwersten seit drei Jahren.

In den vergangenen Wochen die Terrorgruppe Lashkar-e-Jhangvi sich zu mehreren Attentaten im Lande bekannt, bei denen seit Jahresbeginn bereits 200 Menschen starben. Schiiten stellten etwa 20 Prozent der 180 Millionen Pakistaner und werden immer wieder zum Ziel sunnitischer Terroranschläge.

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