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01.01.2008

17:52 Uhr

Pakistan

Bhutto wollte angeblich Komplott aufdecken

Pakistan bleibt in Unruhe: Die beiden großen Oppositionsparteien wehren sich gegen die von der Regierung geplante Verschiebung der Parlamentswahl und greifen Präsident Musharraf scharf an. Gleichzeitig berichtet die Partei der ermordeten Benazir Bhutto, die ehemalige Ministerpräsidentin habe brisante Dokumente besessen.

Bhuttos Sohn Bilawal Bhutto Zardari neben einem Bild seiner ermordeten Mutter. Foto: dpa dpa

Bhuttos Sohn Bilawal Bhutto Zardari neben einem Bild seiner ermordeten Mutter. Foto: dpa

HB ISLAMABAD. Pakistans politische Zukunft bleibt ungewiss. Die am Neujahrstag mit Spannung erwartete Entscheidung über den Termin der Parlamentswahl wurde erneut auf Mittwoch vertagt. Als sicher gilt inzwischen allerdings, dass die Abstimmung um mehrere Wochen verschoben wird. Mitglieder der staatlichen Wahlbehörde hatten mitgeteilt, es sei unmöglich, die Wahlen wie geplant am kommenden Dienstag abzuhalten.

Die Opposition im Land protestiert gegen die Entscheidung. Sollte die Regierung die Abstimmung tatsächlich verschieben, werde seine Partei zu Massenprotesten aufrufen, sagte der ehemalige Ministerpräsident Nawaz Sharif von der Muslimliga (PML-N) und fügte hinzu: „Wir werden diese Verschiebung nicht akzeptieren.“

Die Pakistanische Volkspartei (PPP) der ermordeten Oppositionsführerin Benazir Bhutto warf Präsident Pervez Musharraf vor, er wolle die Wahl nur deshalb verschieben, damit sich die Empörung über den Mordanschlag in der vergangenen Woche abkühle.

Politische Beobachter gehen davon aus, dass eine Verschiebung der Wahlen in der Tat Musharraf zugutekommt. Denn die Regierungsparteien hätten Zeit, in der Bevölkerung wieder an Boden zu gewinnen. „Uns stehen weitere Wochen mit einer schwachen Übergangsregierung an der Spitze bevor“, sagt der pakistanische Journalist Ayaz Amir. „Das ist gefährlich, sorgt es doch für anhaltende Unsicherheit im Land.“

Ein Sprecher der Wahlkommission hielt dagegen, es sei unmöglich, den Termin am 8. Januar noch einzuhalten. So seien bei den Unruhen im Anschluss an den Mordanschlag die Büros der Kommission in zehn Bezirken der Provinz Sindh in Brand gesetzt worden. Dabei seien zum Teil auch wichtige Wahlunterlagen zerstört worden, die erst erneuert werden müssten.

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