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19.08.2012

14:50 Uhr

Pakistan

Mindestens zehn Tote bei US-Drohnenangriffen

Die USA haben ihre Anti-Terror-Einsätze aus der Luft auch an diesem Wochenende fortgeführt. Mindestens zehn Menschen kamen bei den Angriffen um.

Drohne vom Typ MQ-1 Predator. dpa

Drohne vom Typ MQ-1 Predator.

MiranshahBei zwei US-Drohnenangriffen im unruhigen Nordwesten Pakistans sind laut Sicherheitsvertretern mindestens zehn Aufständische getötet worden. Ein unbemanntes Flugzeug beschoss am Samstag einen Gebäudekomplex im Distrikt Shawal im Stammesgebiet von Nord-Waziristan und tötete sechs Kämpfer, wie ein Sicherheitsvertreter sagte. Am Sonntag wurden bei einem Angriff in derselben Region vier weitere Aufständische getötet.

Bei dem Angriff am Samstag feuerte eine Drohne zwei Raketen auf ein von Aufständischen genutztes Gebäude in dem Dorf Shuwedar, wie ein Vertreter der Sicherheitskräfte sagte. Bislang seien sechs Leichen aus den Trümmern des Hauses geborgen worden. Anwohner und Mitarbeiter der örtlichen Geheimdienste bestätigten die Attacke und die Zahl der Opfer. Ihren Angaben zufolge wurde zudem ein Auto zerstört, das in dem Gebäudekomplex stand. Unklar war zunächst, ob ein ranghoher Rebellenführer Ziel des Angriffs gewesen war.

Am frühen Sonntagmorgen wurden bei einem zweiten US-Drohnenangriff binnen 24 Stunden mindestens vier Menschen getötet. Bis zu fünf US-Drohnen hätten vier Raketen auf zwei Fahrzeuge von Aufständischen geschossen und dabei vier Aufständische getötet, sagte ein Vertreter der Sicherheitskräfte. Ein anderer Sicherheitsbeamter bestätigte den Angriff im Bezirk Shawal sowie die Opferzahl. Er sagte jedoch, es gebe noch keine Klarheit über die Identität der Opfer.

Die halbautonomen Stammesgebiete in der unzugänglichen Bergregion entlang der Grenze zu Afghanistan gelten als Rückzugsgebiet der radikalislamischen Taliban und anderer Rebellengruppen wie dem Haqqani-Netzwerk, das Al-Kaida nahesteht. Die USA setzen in ihrem Kampf gegen die Aufständischen regelmäßig Drohnen ein. Die pakistanische Regierung hat dies mehrfach scharf kritisiert. Nachdem bei einem Angriff im November 2011 24 pakistanische Soldaten getötet wurden, hinderte Islamabad monatelang die NATO-Konvois, Nachschub für die internationalen Truppen über die Grenze nach Afghanistan zu bringen.

Die USA fordern seit langem von der Regierung in Islamabad, sie solle entschieden gegen die Haqqani-Gruppe vorgehen, das von Washington für zahlreiche blutige Anschläge in Afghanistan verantwortlich gemacht wird. Das Netzwerk ist nach seinem Gründer Dschalaluddin Haqqani benannt, der bereits in den 1980er Jahren gegen den Einmarsch der Sowjetunion in Afghanistan kämpfte und sich später den Taliban anschloss.

Bei einem Selbstmordanschlag im Südwesten Pakistans riss der Attentäter mindestens fünf Menschen mit in den Tod. Der Attentäter habe am späten Freitagabend sein Auto in die Luft gesprengt, nachdem er an einem Kontrollpunkt der paramilitärischen Grenztruppen am Rande der Provinzhauptstadt Quetta gestoppt worden war, sagte ein Sprecher der Einheit am Samstag. Bei der Explosion seien drei Grenzschützer und zwei Angehörige des Militärgeheimdienstes getötet worden.

Nach Angaben des Sprechers könnte der Attentäter eine Militäreinrichtung zum Ziel gehabt haben oder eine Feier zum Fest des Fastenbrechens, das am Wochenende zum Abschluss des islamischen Fastenmonats Ramadan gefeiert wird

Von

afp

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