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02.01.2011

22:14 Uhr

Pakistan

Regierungskoalition zerbricht an Benzinpreisen

Nach wochenlangen Querelen ist in Pakistan die Regierungskoalition zerbrochen. Westliche Beobachter sorgen sich nun um die politische Stabilität der Atommacht, die ein wichtiger Verbündeter der USA im Kampf gegen Extremisten ist.

Aus Protest gegen steigende Benzinpreise hat eine Koalitionspartei die pakistanische Regierung verlassen. ap

Aus Protest gegen steigende Benzinpreise hat eine Koalitionspartei die pakistanische Regierung verlassen.

HB KARACHI. Die zweitgrößte Partei des Regierungs-Bündnisses, Muttahida-Qaumi-Movement (MQM), gab am Sonntag ihren Gang in die Opposition bekannt. Damit verliert die Koalition in der Nationalversammlung ihre Mehrheit. Die Opposition könnte nun mit Aussicht auf Erfolg einen Misstrauensantrag gegen die Regierung stellen.

Ministerpräsident Yusuf Raza Gilani erklärte indes, die Regierung werde nicht zerbrechen. "Ich sehe keine Krise." Beobachter halten es aber für ein schwieriges Vorhaben, einen neuen Koalitionspartner zu finden. Ob nun vorgezogene Neuwahlen wahrscheinlich sind, gilt unter Experten aber keineswegs als ausgemacht

.

Die Koalition unter Führung der Partei PPP von Präsident Asif Ali Zardari verfügte bislang über 181 der 342 Sitze im Parlament und damit also über eine Mehrheit von neun Stimmen. Die MQM stellte dabei 25 Angeordnete. Die Partei begründete ihren Rückzug am Sonntag damit, die Benzinpreis-Anhebungen durch die Regierung nicht mitzutragen.

Zum neuen Jahr waren die Kraftstoffpreise deutlich angehoben worden. Bereits in der vergangenen Woche hatte die MQM zwei Minister aus dem Kabinett abgezogen. Sie hatte dies damit erklärt, dass es der Regierung Gilani nicht gelungen sei, die Sicherheit in Pakistan zu verbessern. Die MQM ist vor allem in der Wirtschaftsmetropole Karachi die dominierende Partei.

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