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27.11.2011

20:43 Uhr

Pakistan

USA soll Militärbasis aufgeben

Zwischen der USA und Pakistan herrscht Eiszeit: US-Kampfhubschrauber töten zwei Dutzend pakistanische Soldaten. Islamabad will einen US-Stützpunkt schließen, die Nato verspricht Aufklärung.

Beerdigung eines Soldaten, der bei dem Luftangriff der USA ums Leben kam. AFP

Beerdigung eines Soldaten, der bei dem Luftangriff der USA ums Leben kam.

IslamabadEin Angriff von Nato-Kampfhubschraubern auf einen pakistanischen Militärposten an der Grenze zu Afghanistan hat die Spannungen zwischen Pakistan und den USA deutlich verschärft. Bei dem Angriff wurden nach Angaben aus Islamabad 24 pakistanische Soldaten getötet und mindestens 13 weitere Soldaten verwundet. Nachdem Pakistan in einer ersten Reaktion die Grenze zu Afghanistan für den Nato-Nachschub gesperrt hatte, forderte Islamabad die USA am Sonntag auf, einen Luftwaffenstützpunkt zu räumen.

Pakistans Außenministerin Hina Rabbani Khar habe ihrer US-Amtskollegin Hillary Clinton mitgeteilt, der Angriff habe die Fortschritte in der Verbesserung der Beziehungen zwischen Washington und Islamabad „zunichtegemacht“. Der Angriff habe Pakistans Souveränität verletzt und zeige eine „völlige Geringschätzung von Menschenleben und Völkerrecht“, sagte die Ministerin. Pakistan sei nun gezwungen, die Bedingungen für die Zusammenarbeit mit den USA zu überdenken.

So sollen die US-Streitkräfte die Basis in Shamsi im Südwesten des Landes innerhalb von 15 Tagen räumen. Von dem Stützpunkt starten auch US-Drohnen. Die Nato transportiert etwa 40 Prozent ihres Nachschubs für den Kampf gegen die radikal-islamischen Taliban in Afghanistan über Pakistan.

Am Sonntag fand die Beisetzung der 24 Opfer in Peshawar, der Hauptstadt der Provinz Khyber-Pakhtunkwa, statt. Armeechef Ashfaq Parvez Kayani nahm an der Zeremonie teil.

Entgegen der Darstellung Pakistans soll dem Angriff auf den pakistanischen Militärposten feindliches Feuer von Pakistan aus vorausgegangen sein. „Die internationalen Truppen wurden zuerst von einem Gebiet nahe dem pakistanischen paramilitärischen Posten beschossen“, sagte ein Vertreter des afghanischen Militärs in Kabul. „Daher forderten sie Luftunterstützung an.“ Das Verhältnis zwischen Islamabad und Washington ist seit längerer Zeit angespannt. US-Drohnenangriffe auf angebliche Taliban-Stützpunkte in Pakistan rufen in der Bevölkerung Wut hervor. Die Tötung des Al-Kaida-Chefs Osama bin Laden im Mai in der pakistanischen Stadt Abbottabad durch US-Einheiten verschlechterte das Verhältnis ebenfalls.

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