Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

21.07.2017

19:13 Uhr

Pakistan

Verfahren gegen Regierungschef beendet

Das Korruptionsverfahren gegen den pakistanischen Premierminister Nawaz Sharif und dessen Familie ist abgeschlossen – jetzt steht das Urteil aus. Das oberste pakistanische Gericht hätte die Möglichkeit, Sharif abzusetzen.

Die Vorwürfe gegen Sharif beruhen auf den Panama Papers, die 2016 von mehreren Zeitungen veröffentlicht wurden und die Steuertricks zahlreicher Politiker und Prominenter offenlegten. Reuters

Nawaz Sharif

Die Vorwürfe gegen Sharif beruhen auf den Panama Papers, die 2016 von mehreren Zeitungen veröffentlicht wurden und die Steuertricks zahlreicher Politiker und Prominenter offenlegten.

IslamabadDas Oberste Gericht in Pakistan hat ein Korruptionsverfahren gegen Premierminister Nawaz Sharif und dessen Familie am Freitag abgeschlossen. Wann ein Urteil ergeht, war zunächst nicht bekannt, wie Anwälte Sharifs und der Klägerseite erklärten. Nach pakistanischem Recht kann das Oberste Gericht Sharif im Fall eines Schuldspruchs absetzen.

Die Vorwürfe gegen Sharif beruhen auf den Panama Papers, die 2016 von mehreren Zeitungen veröffentlicht wurden und die Steuertricks zahlreicher Politiker und Prominenter offenlegten. In den Dokumenten fanden sich auch Konten von Sharifs Familie. Die Opposition forderte daraufhin Ermittlungen.

Pakistan: Opposition fordert Absetzung von Präsident Sharif

Pakistan

Opposition fordert Absetzung von Präsident Sharif

Die pakistanische Opposition hat das Oberste Gericht zur Absetzung vor Präsident Sharif aufgefordert. Enthüllungen im Rahmen der „Panama Papers“ zufolge sollen er und seine Familie Firmen in Steueroasen besitzen.

Eine vom Gericht im April eingesetzte Untersuchungskommission legte am 10. Juli einen umfangreichen Bericht vor, in dem von einem „bedeutenden Missverhältnis“ zwischen dem angegebenen Vermögen und bekannten Einkommensquellen von Sharif und seiner Familie die Rede ist. Der Bericht empfahl, gegen die Beschuldigten im Rahmen eines Antikorruptionsgesetzes aus dem Jahr 1999 juristisch vorzugehen.

Der Premierminister hat Beschuldigungen zurückgewiesen, er habe sein Amt missbraucht, um sich zu bereichern. Er führt sein Vermögen unter anderem auf seinen Vater zurück. Die Regierung habe „schwere Vorbehalte“ gegen die Untersuchungskommission, erklärte Informationsministerin Maryam Aurangzeb am Freitag nach dem letzten Gerichtstermin. Sharif hat den Ermittlern Voreingenommenheit vorgeworfen. Er und seine beschuldigten Kinder sagten in dem Prozess persönlich aus. Sollte Sharif abgesetzt werden, kann seine Pakistanische Muslimliga mit ihrer Mehrheit im Parlament einen neuen Premierminister wählen.

Von

ap

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×