Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.05.2017

14:44 Uhr

Palästinensische Häftlinge

Massen-Hungerstreik geht in zweiten Monat

Aus Protest gegen die Bedingungen ihrer Haft in Israel verweigern 1000 palästinensische Gefangene die Nahrungsaufnahme. Der Hungerstreik dauert bereits 32 Tage. Bei Solidaritätsdemos wurden bisher zwei Menschen getötet.

Ein als Soldat verkleideter junger Palästinenser demonstriert neben einer symbolischen Gefängniszelle. dpa

Solidarität mit Hungerstreik

Ein als Soldat verkleideter junger Palästinenser demonstriert neben einer symbolischen Gefängniszelle.

RamallahMehr als einen Monat nach Beginn eines Massen-Hungerstreiks wächst die Sorge um die Gesundheit von rund 1000 palästinensischen Häftlingen. Israel habe die Hungerstreikenden in Gefängnisse in der Nähe medizinischer Einrichtungen verlegt, sagte der palästinensische Häftlingsbeauftragte Issa Karake. Es gibt allerdings bisher keine Berichte über Häftlinge in lebensbedrohlichem Zustand.

Die Gefangenen verweigern seit dem 17. April aus Protest gegen ihre Bedingungen in israelischer Haft die Nahrungsaufnahme. Der Hungerstreik wurde von dem palästinensischen Politiker und verurteilten Mörder Marwan Barguti initiiert. Israel hatte vor knapp zwei Wochen Aufnahmen einer Überwachungskamera veröffentlicht, die Barguti in seiner Zelle beim heimlichen Essen zeigen sollen. Von palästinensischer Seite wurde die Authentizität des Videos angezweifelt.

EU-Parlament: Israels Siedlungspolitik „gemäß dem Völkerrecht illegal“

EU-Parlament

Israels Siedlungspolitik „gemäß dem Völkerrecht illegal“

Den Abgeordneten im EU-Parlament schwebt eine europäische Friedensinitiative im Nahost-Konflikt vor - und zwar bald. Israel muss sich in diesem Zusammenhang klare Kritik hinsichtlich der Siedlungspolitik anhören.

Die Palästinenser protestieren mit dem Hungerstreik unter anderem gegen die sogenannte Administrativhaft. Dabei werden die Betroffenen für Zeiträume von jeweils sechs Monaten, die beliebig oft verlängert werden können, ohne Anklage „aus Sicherheitsgründen“ festgehalten.

Nach Angaben der Gefangenenorganisation Addameer sitzen insgesamt rund 6300 Palästinenser in Haft. In den vergangenen Tagen ist es vermehrt zu gewaltsamen Konfrontationen bei Solidaritätsdemonstrationen gekommen, dabei wurden zwei Palästinenser getötet.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×