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26.11.2016

17:35 Uhr

Palm Beach

Sonne, Luxus und nebenan wohnt der Präsident

In Mar-a-Lago in Florida bereiten sich die Menschen darauf vor, künftig den US-Präsidenten als Nachbarn zu haben. Trump hat dort ein Luxusanwesen, das früher Kennedy gehörte. Für die Anwohner stehen stressige Zeiten an.

Die Nachbarn von Donald Trumps Luxusanwesen blicken mit gemischten Gefühlen in die Zukunft der Kleinstadt. AP

Mar-a-Lago Resort in Florida

Die Nachbarn von Donald Trumps Luxusanwesen blicken mit gemischten Gefühlen in die Zukunft der Kleinstadt.

Palm BeachWenn Donald Trump zu Thanksgiving auf seinem Zweitwohnsitz Mar-a-Lago eintrifft, ist er nicht der erste designierte US-Präsident, der in der Millionärssiedlung Palm Beach in Florida seine Ferien verbringt. Das Anwesen der Familie von John F. Kennedy, während dessen Amtszeit als „Winter White House“ bekannt, liegt nur etwa zehn Kilometer nördlich am anderen Ende des Ocean Drives. So wie Kennedys Besuche werden auch Trumps Aufenthalte in Palm Beach künftig mehr Aufmerksamkeit auf die 10.000-Einwohner-Enklave lenken, deren Bewohnerzahl sich im Winter verdreifacht.

So werden die Besuche des neuen Präsidenten Straßensperrungen und erhöhte Sicherheitsmaßnahmen mit sich bringen, wenn die Karawane aus Secret-Service-Agenten, politischen Beratern, Journalisten und medizinischem Personal in die Kleinstadt einzieht und sie wieder verlässt. Palm Beach liegt auf einem langen, schmalen Inselstreifen mit engen Straßen und nur drei Brücken zum Festland. 1960 war hier ein Attentat auf Kennedy geplant worden.

Doch anders als für Kennedy wird die Regierung für Trump hier keinen Luftschutzbunker bauen müssen – er hat bereits drei. Hier ein genauerer Blick auf die Gemeinde und die Rolle des künftigen Präsidenten dort: Palm Beach ist ein ruhiger Ort, und dafür sind die Einwohner dankbar. Vor wenigen Monaten zog die Stadt vor Gericht, um eine geplante Demonstration zu stoppen. Mit Trump als Präsident sind mehr Proteste zu erwarten, auch wenn die Umgebung des Mar-a-Lago nicht einladend ist. Der Club liegt an einem viel befahrenen Straßenabschnitt mit wenigen Gehwegen.

Die Stadt ist bekannt für ihren Reichtum. Zu den prominenten Bewohner gehören die konservativen Kommentatoren Rush Limbaugh und Ann Coulter, der frühere New Yorker Bürgermeister und Trump-Vertraute Rudy Giuliani sowie die Entertainer Howard Stern und Jimmy Buffett.

„Ob Demokraten oder Republikaner, ich bin mir sicher, dass die Bewohner der Stadt Palm Beach dies als große Ehre empfinden werden“, sagt Bürgermeisterin Gail Coniglio. „Wir alle werden Trumps Besuchen mit Wohlwollen begegnen.“ Debi Murray vom Geschichtsverein der Stadt meint, Palm Beach habe sich seit der Kennedy-Ära nicht viel verändert. Im Einkaufsviertel finden sich noch immer noble Geschäfte, Boutiquen und Restaurants, Luxushotels säumen die Strandpromenade.

Allerdings hätten die Bewohner heute mehr Angst, dass Palm Beach während eines Aufenthalts des künftigen Präsidenten zum Ziel eines Terroranschlags werden könnte, sagt Murray. Einen Monat vor seinem Amtsantritt wäre Kennedy im Dezember 1960 fast einem Mordanschlag zum Opfer gefallen. Der 73-jährige frühere Postbeamte Richard Pavlick wollte den Katholiken Kennedy aus Hass mit einem Selbstmordanschlag töten, als dieser sich in Palm Beach auf seine Vereidigung vorbereitete. Pavlick belud sein Auto mit Dynamit und parkte in der Nähe einer Kirche, wo Kennedy einen Gottesdienst besuchen wollte.

Später sagte er aus, er habe sich entschieden, Kennedy vorerst zu verschonen, als er gesehen habe, dass der künftige Präsident in Begleitung seiner Ehefrau Jacqueline und seiner Kinder gewesen sei. Pavlick wurde wenige Tage später festgenommen, als er wieder nach Palm Beach kam. In seinem Auto befand sich noch immer der Sprengstoff. Er verbrachte sieben Jahre in der Psychiatrie.

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