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09.05.2016

22:29 Uhr

Panama Papers

Alle Firmennamen stehen im Netz

Eine Datenbank mit allen in den sogenannten „Panama Papers“ aufgeführten Firmen? Deren Veröffentlichung wollte die Anwaltskanzlei Mossack Fonseca unbedingt verhindern. Vergeblich: Seit Montagabend ist sie zugänglich.

Die Anwaltskanzlei Mossack Fonseca in Panama City. Von hier stammen die Daten der so genannten "Panama Papers", die ein Whistleblower einer Gruppe von Journalisten zur Verfügung stellte. AFP; Files; Francois Guillot

Mossack Fonseca

Die Anwaltskanzlei Mossack Fonseca in Panama City. Von hier stammen die Daten der so genannten "Panama Papers", die ein Whistleblower einer Gruppe von Journalisten zur Verfügung stellte.

FrankfurtDas Internationale Konsortium Investigativer Journalisten (ICIJ) hat die Namen aller in den sogenannten „Panama Papers“ aufgeführten Personen und Firmen im Internet veröffentlicht. Eine durchsuchbare Datenbank ging am Montagabend online, teilte das Konsortium mit.

Veröffentlicht wurden die Grunddaten von rund 200.000 Firmen, Treuhändergesellschaften und Stiftungen in 21 Rechtssystemen. Deren Bankkonten, Telefonnummern und E-Mails wurden aber weggelassen. „Es ist wahrscheinlich die größte Datenbank über geheime Offshore-Firmen und die Hintermänner, die je veröffentlicht wurde“, teilte das ICIJ mit.

Das Datenmaterial war zunächst der „Süddeutschen Zeitung“ zugespielt worden, die zur Aufarbeitung das Konsortium hinzuzog. Es stammt von der Anwaltskanzlei Mossack Fonseca in Panama, die erklärt hatte, jemand sei in ihr Computersystem eingedrungen.

Mossack Fonseca sieht sich als Opfer eines Datendiebstahls und betont, sich bei ihren Geschäften stets an die Gesetze zu halten. Das Unternehmen gründet Kapitalgesellschaften und verkauft sie an Zwischenhändler wie Banken, Anwälte und Vermögensberater, die sie wiederum an ihre Endkunden weitergeben.

Die Dokumente werfen ein Schlaglicht auf die kreative Schaffung von Scheinfirmen, um letztlich Geld vor dem Fiskus des jeweiligen Landes zu verstecken. In Island führten sie Anfang April zum Rücktritt von Ministerpräsident Sigmundur David Gunnlaugsson.

Bis zuletzt versuchte die Kanzlei, die Veröffentlichung der Rohdaten zu verhindern. In der vergangenen Woche forderte sie das ICIJ auf, die Plattform nicht online zu stellen. „Es handelt sich um gestohlene Informationen. Das stellt eine Verletzung des Verschwiegenheitsabkommens zwischen Anwalt und Mandant dar, das wir beschützen müssen“, hieß es in einer Stellungnahme.

Das Internationale Konsortium Investigativer Journalisten erklärte, man habe die Informationen im öffentlichen Interesse online gestellt. Es sei eine sorgfältige Veröffentlichung von grundsätzlicher gemeinsamer Information.

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