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13.12.2016

16:50 Uhr

Paolo Gentiloni

Italiens neuer Regierungschef sagt Banken Unterstützung zu

Renzi-Nachfolger Paolo Gentiloni hat den italienischen Banken die Unterstützung seiner Regierung zugesichert. Die kriselnden Geldhäuser sitzen auf faulen Krediten von rund 360 Milliarden Euro.

Problembank Monte dei Paschi

Italiens älteste Bank am Abgrund – neuer Regierungschef will helfen

Problembank Monte dei Paschi: Italiens älteste Bank am Abgrund – neuer Regierungschef will helfen

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RomItaliens neuer Ministerpräsident Paolo Gentiloni hat den mit Kapitalproblemen kämpfenden Banken die Unterstützung seiner Regierung zugesichert. Diese sei zum Eingreifen bereit, um die Stabilität der Geldhäuser sichern und die Spareinlagen der Bürger zu schützen, sagte der bisherige Außenminister am Dienstag in seiner Antrittsrede vor dem Abgeordnetenhaus in Rom. Die italienischen Banken sitzen auf faulen Krediten von rund 360 Milliarden Euro. Die älteste Bank der Welt, Monte dei Paschi, kämpft ums Überleben: Das drittgrößte Institut des Landes muss bis zum Jahresende fünf Milliarden Euro Kapital auftreiben.

Gentiloni folgt auf den Sozialdemokraten Matteo Renzi, der wegen eines verloren gegangenen Verfassungsreferendums vom Amt zurückgetreten war. Sein Nachfolger soll Italien nur bis zu vorgezogenen Neuwahlen im kommenden Jahr führen. Gentiloni ist ein enger Vertrauter Renzis. Das Kabinett blieb weitgehend gleich. Gentiloni muss noch von beiden Parlamentskammern bestätigt werden. Die erste Abstimmung im Abgeordnetenhaus sollte noch am Dienstag stattfinden, die zweite im Senat dann am Mittwoch.

Sechs Schlüsselfiguren in der neuen italienischen Regierung

Angelino Alfano

Der 46-Jährige wechselt vom Innen- ins Außenministerium. Er ist Vorsitzender der 2013 gegründeten Mitte-Rechts-Partei Nuovo Centrodestra (NCD). Eine seiner Aufgaben wird sein, die Feierlichkeiten zum 60. Geburtstag der EU in Rom im März und den G7-Gipfel unter italienischer Präsidentschaft Ende Mai vorzubereiten.

Anna Finocchiaro

Die 60-jährige ist erfahrenes Mitglied der sozialdemokratischen Regierungspartei PD und neue Ministerin für parlamentarische Angelegenheiten. Sie wird in den kommenden Monaten damit beschäftigt sein, das Wahlrecht für Abgeordnetenhaus und Senat anzugleichen - eine Voraussetzung für Neuwahlen.

Marco Minniti

Der 60-jährige erbt das Innenministerium von Alfano. Für ihn hält vor allem die Flüchtlingskrise Herausforderungen bereit. In diesem Jahr sind bereits mehr als 173 000 Menschen an Italiens Küsten angekommen.

Maria Elena Boschi

Die 35-jährige war in Renzis Kabinett als Reformministerin mit der Verfassungsänderung befasst, die im Referendum am 4. Dezember vom Volk abgelehnt wurde. Sie wird nun Staatssekretärin im Regierungspalast und bekommt damit eine einflussreiche Position an der Seite des Ministerpräsidenten.

Pier Carlo Padoan

Der 66-jährige Ökonom bleibt auf seinem Posten als Finanzminister. Der Experte gilt in der Finanz- und Bankenkrise sowie im Dialog mit der EU-Kommission als unentbehrlich. Padoan arbeitete in der Vergangenheit unter anderem für den Internationalen Währungsfonds.

Roberta Pinotti

Sie bleibt Ministerin der Verteidigung. Für Italien sind derzeit 6750 Soldaten in internationalen Missionen im Einsatz, von ihnen sind 1400 im Irak, 1100 im Libanon und 950 in Afghanistan stationiert. 850 von ihnen überwachen das Mittelmeer und sind an Rettungseinsätzen beteiligt.

Gentiloni sagte, er werde die Auseinandersetzung Renzis mit der EU fortsetzen und sich für flexible Haushaltsregeln einsetzen. Zudem werde er auf mehr Zusammenarbeit bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise dringen.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Herr Wolfgang Trantow

13.12.2016, 17:39 Uhr

Wie Frau Merkel. Banker dürfen alles ungestraft machen und der blöde Steuerzahler zahlt alles. Dies Politiker handeln nur noch gewissenlos. Vorbild ist ja Frau Merkel!

Account gelöscht!

13.12.2016, 17:45 Uhr

Die Banken müssen gerettet werden, wo sonst würden wie unser Geld her bekommen.

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