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01.09.2015

13:42 Uhr

Papst erlaubt Priestern Vergebung von Abtreibung

Papst erlaubt Vergebung bei Abtreibung

Abtreibung ist in der katholischen Kirche eine Sünde. Doch Papst Franziskus erlaubt nun seinen Priestern, den Schwangerschaftsabbruch zu vergeben – und zwar während des Heiligen Jahrs.

Der Heilige Vater erlaubt die Vergebung beim Schwamngerschaftsabbruch. dpa

Papst Franziskus

Der Heilige Vater erlaubt die Vergebung beim Schwamngerschaftsabbruch.

VatikanstadtPapst Franziskus hat katholischen Priestern erlaubt, Abtreibung zu vergeben. Das Oberhaupt der katholischen Kirche erklärte am Dienstag, es habe entschieden, während des im Dezember beginnenden Heiligen Jahrs allen Priestern zu erlauben, Frauen von der Sünde der Abtreibung loszusprechen, sofern sie Reue tun und um Vergebung bitten. Während des Heiligen Jahrs, das vom 8. Dezember 2015 bis zum 20. November 2016 läuft, gewährt der Papst den Gläubigen unter bestimmten Bedingungen einen vollständigen Erlass ihrer Sünden.

„Die Vergebung Gottes für jeden Menschen, der bereut, kann diesem nicht versagt werden“, schrieb Franziskus in einem Brief an den Organisator des Heiligen Jahrs. Daher habe er entschieden, „für das Jubiläumsjahr allen Priestern die Vollmacht zu gewähren, von der Sünde der Abtreibung jene loszusprechen, die sie vorgenommen haben und reuigen Herzens dafür um Vergebung bitten“. Der 78-jährige Argentinier verurteilte Abtreibung als Sünde, äußerte aber zugleich Verständnis für Frauen, die in der Not zum Schwangerschaftsabbruch greifen.

Klartext – deutliche Worte von Papst Franziskus

Aufsehen mit ungewöhnlichen Äußerungen

Papst Franziskus hat mehrfach mit für den Vatikan ungewöhnlichen Äußerungen Aufsehen erregt. Einige Beispiele:

Familienplanung

„Manche Menschen glauben - entschuldigen Sie den Ausdruck -, dass sich gute Katholiken wie Karnickel vermehren müssen.“

Familienehre

„Wenn Dr. Gasbarri (der Reiseorganisator des Papstes), mein lieber Freund, meine Mama beleidigt, erwartet ihn ein Faustschlag.“

Flüchtlinge

„Wir sind eine Gesellschaft, die vergessen hat, wie man weint. Wir haben uns an die Leiden anderer gewöhnt. Es betrifft uns nicht, es interessiert uns nicht, es geht uns nichts an. (...) Die Wohlstandskultur macht uns unempfindlich für die Schreie der anderen und führt zur Globalisierung der Gleichgültigkeit.“

Oberflächlichkeit

„Und so vergeuden wir unsere gottgegebenen Geschenke, indem wir uns mit Schnickschnack beschäftigen; wir verschwenden unser Geld für Spiel und Getränke und drehen uns um uns selbst.“

Kurie

„Eine Kurie, die sich nicht selbst kritisiert, die sich nicht weiterentwickelt, die nicht versucht, sich zu verbessern, ist ein kranker Körper.“

Eitelkeit von Kardinälen

„Die Krankheit der Rivalität und der Eitelkeit. Wenn das Auftreten, die Farbe der Kleidung und die Insignien der Orden das erste Ziel im Leben werden.“

Tratsch

„Es ist die Krankheit der feigen Menschen, die nicht den Mut haben, direkt mit jemandem zu sprechen und hinter dem Rücken reden. (...) Brüder, schauen wir auf den Terrorismus des Geschwätzes!“

„Das Drama der Abtreibung wird von manchen mit einem oberflächlichen Bewusstsein erlebt“, schrieb der Papst. „Viele andere dagegen, die diesen Moment zwar als Niederlage erleben, meinen, keinen anderen Ausweg zu haben.“ Er denke an die Frauen, die eine Abtreibung vornehmen ließen, und wisse um den Druck, der sie zu dieser Entscheidung geführt habe. Es sei „eine existentielle und moralische Tragödie“. „Ich bin sehr vielen Frauen begegnet, die in ihrem Herzen die Narben dieser leidvollen und schmerzhaften Entscheidung trugen“, schrieb der Papst.

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