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18.06.2015

14:50 Uhr

Papst Franziskus und die Öko-Enzyklika

„Erde wird zur Mülldeponie“

VonKatharina Kort

Sechs Monate vor der Pariser Klimakonferenz fordert der Papst eine deutliche Reduzierung des CO2-Ausstoßes. Am Donnerstag stellte der Vatikan seine Umwelt-Enzyklika vor. Doch wie grün ist der Vatikan selbst?

Nachdenklich: Der Pontifex macht sich Sorgen um das Klima. AFP

Papst Franziskus

Nachdenklich: Der Pontifex macht sich Sorgen um das Klima.

VatikanDer Heilige Franziskus sprach einst mit den Tieren – und war damit eine Art Vorreiter des WWF. Der argentinische Papst Franziskus will seinem Vorbild nun alle Ehren machen und sich selbst als grüner Papst behaupten. Zum Schutze der Schöpfung. Sechs Monate vor dem UN-Klimagipfel in Paris stellt er seine neue Enzyklika zu einem ungewöhnlichen Thema vor: dem Umweltschutz.

Nach der sozialen Ungerechtigkeit, der Pädophilie und den undurchsichtigen Geldgeschäften der Vatikanbank nimmt sich der revolutionäre Pontifex nun die Verschmutzer unserer Erde vor. Auf 200 Seiten geht er vor allem mit den Menschen aus den Industrienationen und deren Unternehmen hart ins Gericht. „Die Erde, unser Haus, scheint sich immer mehr in eine immense Mülldeponie zu verwandeln“, mahnt Franziskus.

Doch wie grün ist der Vatikan selbst? Tatsächlich hat schon Franziskus deutscher Vorgänger Benedikt XVI einst den Spitznamen Öko-Papst erhalten, als er 2012 ein Elektro-Auto von Renault als Papamobile in Empfang nahm und 2008 die ersten Solarpanäle im Vatikanstaat installieren ließ.

Die wichtigsten Zitate aus der Enzyklika

Perverse Logik

„Wenn die Politik nicht imstande ist, eine perverse Logik zu durchbrechen, und wenn auch sie nicht über armselige Reden hinauskommt, werden wir weitermachen, ohne die großen Probleme der Menschheit in Angriff zu nehmen.“

Kulturelle Revolution

„Was gerade vor sich geht, stellt uns vor die Dringlichkeit, in einer mutigen kulturellen Revolution voranzuschreiten.“

Gemeinsames Haus

„Niemals haben wir unser gemeinsames Haus so schlecht behandelt und verletzt wie in den letzten beiden Jahrhunderten.“

Unermessliche Mülldeponie

„Die Erde, unser Haus, scheint sich immer mehr in eine unermessliche Mülldeponie zu verwandeln.“

Bisweilen selbstmörderisch

„Wenn jemand die Erdenbewohner von außen beobachten würde, würde er sich über ein solches Verhalten wundern, das bisweilen selbstmörderisch erscheint.“

Rhythmus des Konsums

„Der Rhythmus des Konsums, der Verschwendung und der Veränderung der Umwelt hat die Kapazität des Planeten derart überschritten, dass der gegenwärtige Lebensstil nur in Katastrophen enden kann.“

Erfolglosigkeit der Weltgipfel

„Die Unterwerfung der Politik unter die Technologie und das Finanzwesen zeigt sich in der Erfolglosigkeit der Weltgipfel über Umweltfragen.“

Bündnis von Wirtschaft und Technologie

„Das Bündnis von Wirtschaft und Technologie klammert am Ende alles aus, was nicht zu seinen unmittelbaren Interessen gehört.“

Unvertretbares Verhalten

„Wir wissen, dass das Verhalten derer, die mehr und mehr konsumieren und zerstören, während andere noch nicht entsprechend ihrer Menschenwürde leben können, unvertretbar ist.“

Rezession akzeptieren

„Darum ist die Stunde gekommen, in einigen Teilen der Welt eine gewisse Rezession zu akzeptieren und Hilfen zu geben, damit in anderen Teilen ein gesunder Aufschwung stattfinden kann.“

Geistige Umweltverschmutzung

„Die wirkliche Weisheit, die aus der Reflexion, dem Dialog und der großherzigen Begegnung zwischen Personen hervorgeht, erlangt man nicht mit einer bloßen Anhäufung von Daten, die sättigend und benebelnd in einer Art geistiger Umweltverschmutzung endet.“

Das erklärte Ziel: Bis 2020 sollen 20 Prozent des vatikanischen Stromverbrauchs durch diese Sonnenenergie gedeckt werden. Das ist löblich, zumal der Vatikan in der Vergangenheit oft in der Kritik stand, weil es seinen Strom von Italien zu extrem günstigen Tarifen bekam.

Auch in der Gegend „Santa Maria di Galeria“ vor den Toren Roms, wo der Sender Radio Vaticana sitzt, entsteht eine neue Anlage: Mit 300 Hektar soll eine der größten Solaranlagen in Europa entstehen, die 100 Megawatt produzieren kann – was dem Verbrauch von 40 000 Familien entspricht. Der Vatikan rechnete vor, dass das den CO2-Ausstoß um 91 000 Tonnen senken soll und der Kirchenstaat damit zum Exporteur von Energie wird. Auch das ist löblich, zumal der Sender immer wieder in der Kritik stand, weil seine extrem starken Radio-Wellen zu einem Anstieg der Krebsfälle in der Umgebung geführt haben sollen.

Kommentare (7)

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Herr Helmut Paulsen

18.06.2015, 15:05 Uhr

Franziskus sollte als Papst Geistlichkeit predigen.

Und nicht Müllhalde für Weltliche Probleme sein.

Er wird medial ausgenutzt von der Welt-Geld-Elite.

Herr Hans Mayer

18.06.2015, 15:47 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. 

Herr Horst Meiller

18.06.2015, 16:49 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. 

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