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20.09.2011

09:06 Uhr

Papstbesuch

Benedikt XVI will Missbrauchsopfer treffen

20 Termine in 80 Stunden stehen dem Papst bei seinem Deutschlandbesuch bevor. Dabei will sich Benedikt auch mit Missbrauchsopfern und Menschen, die sich um diese Opfer kümmern, treffen. Ort und Zeitpunkt sind geheim.

Vor fünf Jahren war Papst Benedikt XVI. schon einmal auf Deutschland-Reise und wurde begeistert empfangen. dpa

Vor fünf Jahren war Papst Benedikt XVI. schon einmal auf Deutschland-Reise und wurde begeistert empfangen.

MünchenPapst Benedikt XVI. ist ab Donnerstag erneut in Deutschland zu Gast. Doch ob der mittlerweise dritte Besuch des katholischen Kirchenoberhaupts in seinem Heimatland überhaupt noch ein Erfolg werden kann, ist zweifelhaft. Denn längst hat der geplante Boykott der Papst-Rede im Bundestag durch Dutzende Abgeordnete von SPD, Grünen und Linken andere Themen der Reise überlagert. Die Kritiker werfen Benedikt vor, als Staatsoberhaupt des Vatikans Herrscher eines undemokratischen Staates zu sein. Viele stoßen sich zudem an der strikten Sexualmoral der katholischen Kirche.

Der Papst besucht Berlin, Erfurt und Freiburg. Das Programm des von Donnerstag bis Sonntag dauernden Deutschlandaufenthaltes unter dem Motto „Wo Gott ist, da ist Zukunft“ ist dabei dicht gedrängt. Sechs öffentliche Gottesdienste und Gebete wird der Papst halten, darunter Großgottesdienste im Berliner Olympiastadion, auf dem Erfurter Domplatz und auf dem Freiburger Flughafen. Er wird in Berlin Bundespräsident Christian Wulff und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) treffen und vor dem Bundestag reden.

In Erfurt wird er sich am Freitag bei einem historischen Besuch in das Augustinerkloster begeben, in dem einst Reformator Martin Luther lebte, und mit Vertretern der Evangelischen Kirche in Deutschland reden. Und in Freiburg will der Papst am Sonntag nach einem Gespräch mit Verfassungsrichtern über das Verhältnis von Staat und Kirche in Deutschland äußern.

Zu diesen großen Themen kommen Begegnungen mit Jugendlichen, Vertretern des Judentums, der Orthodoxen und des Islam sowie ein Gespräch mit Altkanzler Helmut Kohl (CDU). Alles in allem über 20 Termine in gerade mal gut 80 Stunden, die der Papst auf deutschem Boden verbringen wird. Und jenseits des offiziellen Programms scheint es einen weiteren Termin zu geben: Als eine „Geste des direkten Hörens“ will Benedikt sich mit Missbrauchsopfern und Menschen, die sich um diese Opfer kümmern, treffen. Ort und Zeitpunkt sind geheim - das dicht gedrängte Programm hat nur am Donnerstagnachmittag in Berlin und Freitagnachmittag in Erfurt größere Lücken.

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