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23.01.2010

12:00 Uhr

Papua-Neuguinea

Rohstoffboom im Pazifik-Staat

VonUrs Wälterlin

Papua-Neuguinea plant ein gigantisches Projekt zum weltweiten Export von Erdgas. Internationale Investoren pumpen Milliarden in das bitterarme Land und planen eine neue Pipeline. Doch ob auch die Armen auf der Inselgruppe davon profitieren, ist fraglich.

Die Gasfelder im Hochland von Papua-Neuguinea sollen weiter erschlossen werden. Investoren pumpen Milliarden in das Land und planen einen neue Pipeline. Reuters

Die Gasfelder im Hochland von Papua-Neuguinea sollen weiter erschlossen werden. Investoren pumpen Milliarden in das Land und planen einen neue Pipeline.

BRISBANE. Selbst an den Mammutzahlen gemessen, mit denen die globale Rohstoffindustrie üblicherweise rechnet, ist ein neues Gasprojekt in Papua-Neuguinea groß: 6,6 Millionen Tonnen Gas sollen ab 2014 im Hochland des pazifischen Inselstaates gefördert werden. Pro Jahr, 30 Jahre lang. Der Brennstoff wird über eine 300-Kilometer-Pipeline an die Küste geleitet und danach weitere 415 Kilometer durch eine Unterwasserröhre in eine Raffinerie in der Nähe der Hauptstadt Port Moresby gepumpt. Von dort wird er als Flüssiggas in alle Welt exportiert.

Gas ist einer der wichtigsten Rohstoffe der Zukunft in einer immer energiehungrigeren Welt – klimafreundlicher als Kohle. 35 Milliarden australische Dollar (22,4 Milliarden Euro) erwarten die Regierung und ihre privaten Partner aus dem Projekt – der US-amerikanische Energiekonzern Exxon-Mobil und die australische Firma Oil Search, an der die Regierung mit knapp über 17 Prozent beteiligt ist.

Kaum war die Tinte auf dem Vertrag trocken, begannen die Vorbereitungsarbeiten. Straßen ins schwer zugängliche, gebirgige Hochland müssen planiert werden, ganze Siedlungen für Bergarbeiter sollen entstehen. Und natürlich die Förderanlagen selbst. Investitionen von bis zu 16 Milliarden australischen Dollar sind geplant in einem Land, dessen Bruttoinlandsprodukt im letzten Jahr 13,5 Milliarden australische Dollar betrug.

In Port Moresby zeugen glitzernde, luxuriöse Wohnsiedlungen vom neuen Wohlstand. Nicht, dass es Papua-Neuguinea als Staat bisher schlecht gegangen wäre. Das Land ist eines der rohstoffreichsten der Welt: Öl, Kupfer und Gold sind wichtige Exportprodukte. Trotzdem fürchten Experten, dass der Ertrag aus dem größten einzelnen Bergbauvertrag nicht dorthin fließen wird, wo er am meisten gebraucht wird: zu den Ärmsten der Armen. „Im Moment sehe ich jedenfalls geringe Chancen“, sagt Jenny Hayward-Jones vom Think-Tank Lowy Institute in Sydney.

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