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02.06.2017

14:46 Uhr

Paris Agreement

Weltwetterorganisation schätzt Trumps Klimaeffekt auf 0,3 Grad

Klimaforscher sehen einen direkten Zusammenhang zwischen dem Ausstieg der USA aus dem Klimaabkommen und der Erderwärmung. Das Ziel von Paris wird schwieriger zu erreichen.

Die USA erschweren das Ziel der Eindämmung der Erderwärmung. dpa

Klima

Die USA erschweren das Ziel der Eindämmung der Erderwärmung.

Genf/BerlinDer Rückzug der USA aus dem Pariser Klimaabkommen könnte im schlimmsten Fall eine zusätzliche Erderwärmung um 0,3 Grad zum Ende des Jahrhunderts bedeuten. Das sagte Deon Terblanche, Direktor der Abteilung für Atmosphärenforschung bei der Weltwetterorganisation (WMO) am Freitag in Genf. Er betonte aber, dass solche Vorhersagen höchst schwierig seien. Man wisse ja gar nicht, ob die Emissionen der USA in die Höhe gehen oder weiter sinken. Die USA sind nach China weltweit der zweitgrößte CO2-Verursacher.

Die internationale Gemeinschaft will die Erderwärmung mit dem Klimaabkommen von Paris auf deutlich unter zwei Grad halten. „Es wird sehr schwer werden, mit oder ohne USA, dieses Ziel zu erreichen.“, sagte der deutsche Wissenschaftler Johannes Cullmann, Leiter der WMO-Abteilung Klima und Wasser.

Der US-Beitrag im Klimavertrag

Welchen Anteil am Klimagas-Ausstoß haben die USA?

Die USA sind für rund 16 Prozent des weltweiten Kohlendioxid(CO2)-Ausstoßes verantwortlich. China hat hier einen Anteil von 28 Prozent, Deutschland von gut zwei Prozent. Pro Kopf gesehen liegen die USA aber an der Spitze der Industrie- und Schwellenländer. Ein US-Amerikaner produziert durchschnittlich etwa doppelt soviel CO2 wie ein Deutscher und weit mehr als ein Chinese.

Wie hat sich der Ausstoß zuletzt entwickelt?

Trotz Wirtschaftswachstums ist der CO2-Ausstoß in den vergangenen drei Jahren nicht mehr gestiegen, sondern gesunken. Hauptgrund ist, dass Kohle in Kraftwerken durch Gas ersetzt wurde. Dies liegt zum einen an der Schiefergas-Förderung, dem sogenannten Fracking, das die Gaspreise hat sinken lassen. Gas setzt bei der Verbrennung weit weniger CO2 frei als Kohle. Zudem hatte Ex-Präsident Barack Obama schärfere Umweltauflagen für Kohlekraftwerke verhängt, so dass eine Reihe älterer Anlagen geschlossen wurde.

Was haben die USA in Paris allgemein anerkannt?

Wie alle Unterzeichner erkennen sie den Klimawandel als menschengemacht und dabei ihre besondere Verantwortung als Industriestaat an. Sie wollen die Erderwärmung zusammen mit der Staatengemeinschaft auf unter zwei Grad, möglichst auf maximal 1,5 Grad, im Vergleich zur vorindustriellen Zeit begrenzen.

Welchen konkreten Beitrag wollen die USA leisten

Im UN-Vertrag von Paris wurden alle nationalen Pläne zum Klimaschutz gesammelt, sozusagen als Basis für weitere Anstrengungen. Die EU hat sich beispielsweise verpflichtet, bis 2030 rund 40 Prozent weniger CO2 zu produzieren als 1990. Die nationalen Ziele sind aber formal nicht Teil des völkerrechtlichen Vertrags. Sanktionen bei Nicht-Erfüllung sind nicht vorgesehen.

Die USA wollten ihren Ausstoß bis 2025 zwischen 26 und 28 Prozent im Vergleich zu 2005 reduzieren. Wichtigstes Instrument dafür ist der "Clean Power Plan" von Obama, der den Wandel zu CO2-armer Stromproduktion vorantrieben sollte.

Wie soll es nach Paris weitergehen?

Zum einen wird bei den jährlichen Weltklimakonferenzen daran gearbeitet, die nationalen Ziele vergleichbar zu machen. Dadurch soll mehr Transparenz entstehen und der Druck auf die Länder steigen, die vergleichsweise wenig leisten. Für 2020 ist vereinbart, dass die Staaten neue Ziele vorlegen. Denn mit den in Paris hinterlegten kann die Erderwärmung nicht auf zwei Grad begrenzt werden. 2020 hätten also auch die USA nachlegen müssen. Allerdings hatte Trump bereits den „Clean Power Plan“ per Dekret aufgeweicht, so dass bezweifelt wird, ob die USA schon ihre alten Ziele hätten schaffen können.

Welche anderen Verpflichtungen gibt es im Klimaprozess?

Schon bei der weitgehend gescheiterten Klimakonferenz 2009 wurde vereinbart, dass ein „Green Climate Fund“ aufgelegt wird. Im Kern geht es um Solidarität mit den armen Staaten auf der südlichen Halbkugel, die besonders vom Klimawandel betroffen sind. Ab 2020 soll aus öffentlichen und privaten Geldern jedes Jahr eine Summe von 100 Milliarden Dollar zur Verfügung stehen, damit sich die ärmeren Staaten gegen den Klimawandel wappnen können. 2014 hatten die USA zugesichert, drei Milliarden Dollar für die Erstausstattung des Fonds zu geben. Kurz vor Ende seiner Amtszeit überwies Obama zur Empörung Trumps noch einmal 500 Millionen Dollar, so dass insgesamt eine Milliarde von den USA gezahlt wurde. Trump hat erklärt, er werde der UN für Klimaschutzprogramme nichts mehr überweisen.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Herr Holger Narrog

02.06.2017, 15:12 Uhr

Die Aussagen der "Klimawissenschaftler" sind eine faszinierende Parodie auf die Wissenschaft.

Sachlich betragen die CO2 Emissionen aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe 35 Mrd. to/Jahr bei Gesamtemissionen von 815 Mrd. to grösstenteils natürlichen Ursprungs. Die kumulierten Emissionen seit 1900 betragen 1 bio. to CO2 bei 150 Bio. to Kohlenstoff (in CO2 umgerechnet) in Atmosphäre, Flora, Fauna und Ozeanen (Zahlen IPCC). Man kann annehmen das die natürlichen CO2 Schwankungen des Kohlenstoffkreislaufs die menschengemachten weit in den Schatten stellen. Fazit: Die Menschheit hat keinen signifikanten Einfluss auf den Kohlenstoffkreislauf.

Der Treibhauseffekt ist sehr komplex und wird in den verschiedenen Studien qualitativ unterschiedlich erklärt. Eine quantitative Abschätzung des Treibhauseffekts und seiner Treibhausgase, oder gar des nebensächlichen Treibhausgases CO2 wäre wissenschaftlich sehr, sehr herausfordernd. Fazit: Alle Aussagen zur Klimasensitivität von CO2 sind bestenfalls stramme Annahmen.

Die "Klimawissenschaftler" gehen bei der Berechnung ihrer Tempeaturerhöhungen häufig empirisch vor. Sie setzen die Temperaturerhöhung seit Ende der Kleinen Eiszeit in ein Verhältnis zum gemessenen höheren CO2 Gehalt fügen Ausgleichsfaktoren zu um das gewünschte Ergebnis zu erreichen (engl. Fudge factor).

Herr Peer Kabus

02.06.2017, 17:41 Uhr

Die Schreiberlinge toppen die angeblichen "Aussagen" der Klimaforscher.

Nicht nur das angenommene Möglichkeiten (=Annahmen) einfach zu Aussagen (Fakten) gemacht werden - die Schreiberlinge behaupten im 1. Satz gleich dreist "Klimaforscher sehen einen direkten Zusammenhang zwischen dem Ausstieg der USA aus dem Klimaabkommen und der Erderwärmung."

Heißt im Klartext: Die Klimaforscher sehen einen direkten Zusammenhang mit dem Vertragsausstieg der USA und der Erderwärmung. Demnach sind die USA ab sofort an der Erderwärmung schuld.

Oder verstehe ich die deutsche Sprache nicht mehr?

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