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17.11.2015

15:07 Uhr

Paris, Ankara, Sinai, Libanon

IS-Terror im Wochentakt

Paris, Beirut, Ankara, Sinai: Der IS erschüttert mit einer Serie von Anschlägen die Welt. Die Terrormiliz demonstriert ihre Macht – weit über die Grenzen des ausgerufenen „Kalifats“ hinaus. Die Attentate im Überblick.

In vielen Ländern ist die Anteilnahme groß – und die Angst vor weiteren Anschlägen. dpa

Gedenken der Opfer

In vielen Ländern ist die Anteilnahme groß – und die Angst vor weiteren Anschlägen.

Bis vor einigen Tagen sah es so aus, als würde es eine schlechte Woche für die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). In Nordsyrien drängten Anhänger des Regimes die Dschihadisten zurück. Im Nordirak begannen die Kurden eine großangelegte Offensive mit schnellen Erfolgen. Dann kam der Donnerstag – und mit ihm begann eine Anschlagsserie, die der Welt deutlich vor Augen führt, wie mächtig der IS weit über seine Herrschaftsgrenzen im selbst ausgerufenen „Kalifat“ auf syrisch-irakischem Gebiet hinaus geworden ist.

Denn wann immer das von den Extremisten ausgerufene „Kalifat“ militärisch in Bedrängnis gerät, sucht es durch andere Aktionen Aufmerksamkeit, etwa durch die Veröffentlichung brutaler Enthauptungsvideos. Der IS braucht militärische Erfolge und spektakuläre Terrorakte, um sich die Gefolgschaft zu sichern. Die Terrormiliz wirkt nicht zuletzt deswegen auf viele Anhänger attraktiv, weil sie und ihr Anführer Abu Bakr al-Bagdadi als mächtig und rücksichtslos gelten. Und das zeigte sich in den vergangenen Wochen mehr als deutlich.

Die Anti-Terror-Strategie der G20

Prävention

Prävention und Abwehr von Terroranschlägen in „verstärkter internationaler Solidarität und Kooperation“.

Zusammenarbeit

Mehr Zusammenarbeit und Informationsaustausch beim Einfrieren der Vermögenswerte von Terroristen.

Bewegungsfreiheit von Terroristen einschränken

Sie werden als Gefahr für die Ursprungs-, Transit- und Zielländer eingestuft. Deshalb Informationsaustausch über die Bewegungen von Terroristen, besserer Grenzschutz, strafrechtliche Verfolgung illegaler Reisen.

Kampf gegen Propaganda

Verbesserte Sicherheit im globalen Luftverkehr, Abwehr der Radikalisierung und Rekrutierung durch Terroristen, Kampf gegen terroristische Propaganda im Internet, Gegenpropaganda

Die Rolle der Vereinten Nationen

Unterstützung der Zivilgesellschaft bei der Abwehr von gewalttätigem Extremismus. Vereinte Nationen sollen zentrale Rolle spielen. Die Staaten sagen zu, im Kampf gegen den Terror internationales Recht und die Uno-Konventionen für Menschen- und Flüchtlingsrechte einzuhalten.

10. Oktober: Türkei

Bei einem Anschlag in der türkischen Hauptstadt Ankara werden 102 Menschen getötet und mehr als 500 verletzt. Zwei Selbstmordattentäter sprengten sich während einer Demonstration linker und prokurdischer Gruppen in die Luft. Einer der Attentäter rief kurz zuvor „Allahu akbar“ (Gott ist groß). Die Sprengsätze wiesen zudem große Ähnlichkeiten mit den Sprengsätzen vom Anschlag in Suruç in der Nähe der syrischen Grenze, bei dem am 20. Juli 34 Menschen starben, auf.

Die Staatsanwaltschaft macht den IS, die sich ebenfalls dazu bekannt hat, für den neuerlichen und folgenschwersten Anschlag in der Geschichte des Landes verantwortlich. Die Türkei fahndet seitdem verstärkt nach Dschihadisten. Die türkische Opposition und die Gewerkschaften sehen das Attentat als einen direkten Angriff auf ihre Organisationen an. Die Täter hatten sich bei einer Friedensdemonstration in die Luft gesprengt, zu dem ein Bündnis linker Parteien und Gewerkschaften aufgerufen hatte.

Premier Valls zu Terrorangriffen: „Der IS kann diesen Krieg gegen uns nicht gewinnen“

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„Der IS kann diesen Krieg gegen uns nicht gewinnen“

Frankreichs Premier Manuel Valls warnt vor weiteren Angriffen der Terrormiliz IS – nicht nur in Frankreich. Bei mehr als 150 Razzien während der Nacht in ganz Frankreich fanden die Ermittler in Lyon Raketenwerfer.

31. Oktober: Ägypten

Alle 224 Insassen eines russischen Airbus 321 kommen ums Leben, als die Maschine auf der Sinai-Halbinsel abstürzt. Der IS bekennt sich dazu, auf das Flugzeug einen Bombenanschlag verübt zu haben. Die USA und Großbritannien halten dies für glaubwürdig. Dann kommt am 17. November die Bestätigung aus Russland: Der Absturz der russischen Passagiermaschine über Ägypten ist nach Erkenntnissen des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB von einer Bombe an Bord verursacht worden.

Es handele sich eindeutig um einen Terrorakt, sagte FSB-Chef Alexander Bortnikow bei einer Sitzung mit Präsident Wladimir Putin in Moskau. Putin drohte den Tätern mit Vergeltung. „Wir werden sie überall auf diesem Planeten finden, und wir werden sie bestrafen“, betonte er. Auf Hinweise zu den Urhebern setzt der russische Geheimdienst eine Belohnung von 50 Millionen Dollar aus.

Kurz darauf wird bekannt, dass Russland die syrische Stadt Rakka aus der Luft heraus angreift. Seit September hatte das russische Militär Angriffe auf Syrien geflogen – offiziell galt schon damals die Intervention laut Moskau dem IS. Eine Darstellung, aber die aber unter anderem Frankreich angezweifelt hatte. Denn die bis dato bombardierten Gebiete (etwa die Provinz Hama und die Küstenprovinz Latakia) werden überwiegend nicht vom IS, sondern von der mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbundenen Al-Nusra-Front und anderen islamistischen Gruppen kontrolliert. Rakka allerdings gilt als inoffizielles Zentrum des IS.

Kommentare (29)

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Herr Edmund Stoiber

17.11.2015, 15:21 Uhr

Partisanenkrieg!

Man hat die Partisanen nicht umsonst sofort liquidiert, wenn man derer habhaft wurde. Also wenn man ....!

Account gelöscht!

17.11.2015, 15:23 Uhr

Dann wollen wir mal nicht hoffen, dass mit dieser unkontrollierten illegalen Einwanderung nicht zuviele Sunitische bzw. Schiitische Islamisten nach Deutschland und Europa einwandern...

In einer schiitischen Hochburg im Süden der libanesischen Hauptstadt Beirut werden bei einem Anschlag 44 Menschen getötet und 239 verletzt. Die sunnitische Terrormiliz IS bekennt sich zu dem Anschlag.

...Merkel impotiert nämlich auch diese Glaubenskonflikte innherhalb eines Terror-Islam nach Deutschland und Europa.

Lothar dM

17.11.2015, 15:37 Uhr

Im Zusammenhang mit den Terroranschlägen in Paris sind am Dienstag in Alsdorf bei Aachen, also in Deutschland!, insgesamt fünf Personen festgenommen worden. „Wir haben Hinweise bekommen, dass sich einer der Gesuchten im Zusammenhang mit Paris möglicherweise in unserem Bereich aufhält“, teilte ein Polizeisprecher mit. Ein Spezialeinsatzkommando habe zunächst drei Menschen festgenommen – zu den Umständen wurden keine Angaben gemacht.
„Es sind ausländische Staatsbürger“, die über die völlig unkontrollierten deutschen Grenzen unbeobachtet ein- und ausreisen konnten, sagte Polizeisprecher Werner Schneider dem Sender ntv. Weitere Details zu den Identitäten könne er aber noch nicht nennen, die Vernehmungen liefen. Laut Aachener Zeitung handelt es sich um zwei Frauen und einen Mann, die gegen 9.30 Uhr in einem Auto am Jobcenter verhaftet wurden. Offensichtlich finanziert diesen Terroristen die deutsche Solidargemeinschaft auch noch ihre "Freizeitaktivitäten".

Eine tiefgreifende Überarbeitung der Zuwanderungsregeln und der Teilhabe von Zuwanderen an den deutschen Sozialsystem ist dringend angeraten. Teilhabe an einer Solidargemeinschaft muss man sich i.d.R. erstmal erarbeiten!

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