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02.12.2015

12:51 Uhr

Paris nach den Anschlägen

Terrorverdächtige könnten nach Deutschland geflohen sein

Einer der mutmaßlichen Pariser Terroristen soll kurz nach den Anschlägen auf einem Autobahnrastplatz in Nordrhein-Westfalen gesehen worden sein. Auch die Spur weiterer Verdächtiger führt nach Deutschland.

Der mutmaßliche Terrorverdächtige soll nach oder über Deutschland geflohen sein. ap

Salah Abdeslam

Der mutmaßliche Terrorverdächtige soll nach oder über Deutschland geflohen sein.

Berlin -

Die Suche nach den Terroristen von Paris geht europaweit fieberhaft weiter. Auf der Suche nach dem Terrorverdächtigen Mohamed Abrini hat es in Brüssel wieder Razzien gegeben. Zwei Personen wurden zur Anhörung mitgenommen, berichtete die Staatsanwaltschaft. Abrini war von den belgischen Behörden international zur Fahndung ausgeschrieben worden.

Der 30-Jährige war zwei Tage vor den Attentaten von Paris gemeinsam mit dem ebenfalls verdächtigen Salah Abdeslam an einer Tankstelle an der Autobahn in Richtung Paris gefilmt worden. Insgesamt gab es am Mittwoch fünf Durchsuchungen in den Stadtbezirken Molenbeek und Saint-Josse. Die Razzien betrafen auch Ermittlungen zu einem anderen Mann, der zur Zeit in der Türkei in Haft ist.

Mysterium Salah Abdeslam: Der meistgesuchte Dschihadist Europas

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Der meistgesuchte Dschihadist Europas

Salah Abdeslam, der meistgesuchte Paris-Attentäter, ist unauffindbar. Seit zehn Tagen haben die Ermittler keine echte Spur. Die Rolle des 26-Jährigen in der Terrornacht von Paris ist bislang nicht geklärt.

Sieben der mutmaßlichen Terroristen, die im Zusammenhang mit den Anschlägen von Paris gesucht werden, könnten sich in Deutschland aufhalten oder aufgehalten haben. Fahnder prüften demnach derzeit entsprechende Hinweise. Das geht aus vertraulichen Unterlagen der Polizei hervor, aus denen „Spiegel Online“ zitiert.

Ein namentlich nicht bekannter Verdächtiger, von dem es aber Bilder einer Überwachungskamera gebe, wurde demnach zwei Tage nach den Attentaten auf einem Rastplatz an der A4 nahe Frechen in Nordrhein-Westfalen gesehen. Er war unterwegs in einem dunkelblauen BMW mit gestohlenen belgischen Nummernschildern und fuhr in Richtung Köln. Die Behörden bringen ihn mit den Anschlägen von Paris in Verbindung und fahnden nach ihm.

Der wichtigste Gesuchte, der belgische Islamist Salah Abdeslam, war laut Fahndung in einem Mietwagen zusammen mit Mohamed A., 30, unterwegs und verließ Belgien in Richtung Deutschland, Frankreich oder Luxemburg. Der 26-Jährige soll zwei von den Attentätern benutzte Autos gemietet haben.

Die Namen hinter dem Horror von Paris

Identifizierung der Attentäter

Seit den Anschlägen von Paris arbeiten die französischen und belgischen Sicherheitsbehörden an der Identifizierung der getöteten Attentäter und möglicher Unterstützer. Ein Überblick über die bisher Identifizierten. (Quelle: Reuters)

Getötet: Abdelhamid Abaaoud

Mutmaßlicher Drahtzieher der Anschläge von Paris. Der Belgier aus dem Brüsseler Stadtteil Molenbeek wurde eigentlich in Syrien vermutet. Am Donnerstag teilte die Staatsanwaltschaft mit, er sei bei der Razzia und anschließenden Schießerei am Mittwoch im Pariser Stadtteil Saint-Denis ums Leben gekommen. Offenbar wurde er erschossen.

Getötet: Ismail Omar Mostefai

Der Franzose mit algerischen Wurzeln war am Angriff auf die Konzerthalle Bataclan mit 89 Toten beteiligt. Mostefai lebte zeitweise in der Region von Chartres, südwestlich von Paris. Geboren wurde er in Courcouronnes im Süden der französischen Hauptstadt. Sein Name wurde von den Sicherheitsbehörden bereits 2010 auf eine Liste möglicher radikaler Islamisten gesetzt. Die türkische Regierung hat nach eigenen Angaben Frankreich im Dezember 2014 und im Juni 2015 wegen Mostefai kontaktiert, aber erst nach den Anschlägen eine offizielle Anfrage aus Frankreich erhalten.

Getötet: Samy Amimour

Der Franzose war ebenfalls am Angriff auf das Bataclan beteiligt. Er lebte in Drancy in der Nähe des nördlichen Pariser Stadtteils Saint-Denis, wo es am Mittwoch zu einer Schießerei mit einer mutmaßlichen zweiten Islamisten-Zelle kam. Amimour wurde seit Ende 2013 international gesucht. Seit Oktober 2012 wurde er von den Behörden beobachtet, weil der Verdacht bestand, er könnte sich in den Jemen absetzen.

Getötet: Fouad Mohamed Aggad

Er ist einer der drei Männer, die das Blutbad in der Konzerthalle Bataclan anrichteten. Der 23-Jährige kam aus dem französischen Straßburg und hatte vor den Anschlägen in Syrien gekämpft. Gemeinsam mit Amimour und Mostefaï hatte Aggad 89 Menschen in der Konzerthalle getötet. Als die Polizei das Gebäude stürmte, sprengte er sich in die Luft.

Getötet: Brahim Abdeslam

Der Franzose lebte in Belgien. Er sprengte sich vor dem Café Comptoir Voltaire in die Luft. Bruder des noch immer gesuchten Verdächtigen Salah Abdeslam.

Getötet: Bilal Hafdi

Einer der drei Angreifer auf das Pariser Fußballstadion Stade de France. 20 Jahre jung.

Unklar: Ahmad Al Mohammad

Bei einem weiteren Selbstmordattentäter beim Stade de France wurde ein Pass auf den Namen Ahmad Al Mohammad, 25 Jahre alt, aus dem syrischen Idlib gefunden. Die Fingerabdrücke des Mannes passen zusammen mit denen eines Flüchtlings, der unter dem Namen im Pass im Oktober 2015 in Griechenland registriert worden war. Über den dritten Selbstmordattentäter am Stade de France ist bisher nichts bekannt.

Gesucht: Salah Abdeslam

Der in Brüssel geborene Franzose wird verdächtigt, einen schwarzen VW Polo gemietet zu haben, der bei den Attacken in Paris eingesetzt wurde. Der Anwalt Xavier Carette sagte dem belgischen Sender RTBF, er sei am Sonntagmorgen von Paris nach Brüssel zurückgekehrt, nachdem er von der französischen Polizei auf dem Weg drei Mal gestoppt worden sei. Abdeslam wird auch Wochen nach dem Anschlag in Mitteleuropa vermutet.

Die Polizei sucht ebenfalls nach den den 26 Jahre alten Franzosen Charaffe E.-M., und den 28 Jahre alten Samir B., 28. Die beiden Männer werden verdächtigt, eine zweite Anschlagswelle in Paris geplant zu haben. B. soll nach Informationen von „Spiegel Online“ vor einigen Jahren gemeinsam mit dem mutmaßlichen Bataclan-Attentäter Samy Amimour nach Syrien ausgereist sein. Die französischen Behörden verloren den Islamisten seinerzeit aus den Augen. Ebenfalls zur Fahndung ausgeschrieben sind der 53 Jahre alte Belgier Jamal I., 53, sowie der Franzose Baptiste B., (32).

Suche nach Abdeslam

Versteckt sich der Paris-Attentäter in NRW?

Suche nach Abdeslam: Versteckt sich der Paris-Attentäter in NRW?

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