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14.01.2015

14:53 Uhr

Paris nach den Terroranschlägen

Dschihadisten gegen Dschihadisten

VonKaren Grass

An den Anschlägen in Paris waren Islamisten aus dem Lager von al-Qaida und IS-Anhänger beteiligt. Doch die Organisationen sind sich spinnefeind. Nicht deutet darauf hin, dass sie sich verbünden würden.

Ein Al-Qaida-Logo in der Abyan-Provinz im Jemen. ap

Ein Al-Qaida-Logo in der Abyan-Provinz im Jemen.

DüsseldorfSie nutzen ähnliche Mittel, sie haben das selbe Ziel. Und doch sind sie Konkurrenten im Kampf um die Vorherrschaft des Islam: die Terrormiliz IS und das Terrornetzwerk al-Qaida. Doch für die Anschläge in Paris waren mutmaßlich Islamisten verantwortlich, die sich genau diesen unterschiedlichen, bisher eher konkurrierenden Gruppen zuordnen. Zumindest der dritte Gewalttäter von Paris, Amedy Coulibaly, gab an, die drei Islamisten hätten sich bei ihren Taten abgestimmt.

Coulibaly hatte zunächst mit einer Schießerei mit der Pariser Polizei von der Flucht der Charlie Hebdo-Attentäter abgelenkt und dabei eine Beamtin getötet. Danach zog er durch eine Geiselnahme in einem jüdischen Supermarkt die Aufmerksamkeit auf sich, für vier der Geiseln und ihn selbst endete die Aktion tödlich. Während Coulibaly sich laut einem TV-Interview zum IS bekennt, wurden die Angreifer der Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“, Chérif Kouachi und sein Bruder Saïd, laut der jemenitischen Regierung vermutlich von al-Qaida im Jemen ausgebildet. Kooperieren die beiden Terrororganisationen nun also? Coulibaly sagt in einem bisher noch nicht als echt bestätigten Bekennervideo zum IS: „Wir haben einige Dinge zusammen gemacht, einige unabhängig voneinander, um mehr Wirkung zu erzielen.“

„Diese Verbindung erscheint natürlich interessant, doch offenbar lief es hier eher über persönliche Beziehungen auf freundschaftlicher Ebene“, sagt Flor ian Peil, Islamwissenschaftler und Sicherheitsexperte. Tatsächlich waren Coulibaly und der jüngere der beiden Kouachi-Brüder, Chérif, seit längerer Zeit befreundet oder zumindest bekannt, seit sie sich bei einem Gefängnisaufenthalt kennen gelernt hatten. Vermutlich haben sich die befreundeten Männer abgestimmt, ungeachtet des Faktes, dass sie mit unterschiedlichen islamistischen Gruppen sympathisierten. Auf die größeren Strukturen dürfte das kaum Auswirkungen haben.

Charlie Hebdo

Al-Qaida bekennt sich zu Anschlag

Charlie Hebdo: Al-Qaida bekennt sich zu Anschlag

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Mit den Anschlägen von Paris hat sich al-Qaida nun wieder ins öffentliche Bewusstsein katapultiert, auch wenn die internationale Solidarität schnell die Islamfeindlichkeit überdeckte. „Es ist deutlich geworden, dass mit der Gruppe noch zu rechnen ist“, so Peil.

Hinsichtlich der Planung komplexer Anschläge im Ausland, die mit wenig Aufwand große Wirkung erreichten, hat der IS bisher wenig vorzuweisen. Insofern versucht die Gruppe nun, durch die Taten Amedy Coulibalys und das allgemeine Entsetzen auf der Welle mitzureiten und die Message auszusenden: Wir beanspruchen auch den weltweiten Dschihad für uns. Peil will nicht ausschließen, dass es erneut zu solchen Kooperationen wie in Paris kommen könnte, um eine größere Schlagkraft zu erreichen. Das Anschlagsrisiko sei mit Aufkommen des IS in jedem Fall gestiegen, auch weil viele Islamisten in den westlichen Ländern durch die neue Bewegung inspiriert würden, so Peil. Doch auch wenn unmittelbar nach den Anschlägen beide Terroristengruppen die Taten feierten – die Führungskader konkurrieren weiter miteinander und versuchten jeweils nur, die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.
IS ging zwar aus al-Qaida hervor, doch seit einigen Monaten bekämpfen sich die Gruppen eher, da sie sich über Ziele und vor allem auch Vorgehensweisen uneins sind. „Al-Qaida will zwar ebenfalls den Heiligen Krieg gegen Ungläubige und langfristig auch ein Kalifat“, sagt Florian Peil. „Aber die Organisation lehnt die Brutalität des IS ab, weil die Gewalt in den allermeisten Fällen Muslime trifft und dies den Rückhalt in der Bevölkerung im islamischen Raum zerstört, der für al-Qaida überlebenswichtig ist.“ Al-Qaida geht nicht gegen weniger streng gläubige Sunniten vor, dachte zwischenzeitlich sogar über einen Namenswechsel nach, um das eigene Image in den muslimischen Ländern wieder aufzubessern: Viele Menschen dort litten unter den westlichen Gegenschlägen nach Attentaten der Terrorgruppe und machten sie dafür verantwortlich. Während al-Qaida also um Unterstützung bei der Basis warb, macht eben die kompromisslose Gewalt und die radikale Vorgehensweise gegen jeden, der sich der Bewegung in den Weg stellt, umgekehrt auch die große Anziehungskraft des IS auf junge Islamisten aus.

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

14.01.2015, 15:13 Uhr

Ach unter den Islamischen Terrorgruppen gibt es noch mehr wie diese zwei....

Abu Sayaf
Boko Haram
Islamischer Dschihad
Gama'a al-Islamiyya

usw.

Herr Dr. Michael Klein

14.01.2015, 15:18 Uhr

Zwei "islamistische" Brüder verüben angeblich einen Anschlag, fliehen im Auto, liefern sich eine Schießerei mit der Polizei.

Die Lügenmedien haben ihr Urteil schon gefällt: Die beiden flüchtigen Brüder Sharif, 32, und Said, 34, Kouachi seien "Massenmörder", hieß es am 9.01. in einem Bericht von N24.

Am 7.01. sollen die beiden die Redaktion der französischen Satirezeitschrift Charlie Hebdo überfallen und dabei 12 Menschen erschossen haben.

Doch wer da wirklich fliehte und warum, ist überhaupt nicht sicher!

Vom Tatort in der Charlie-Hebdo-Redaktion gibt es keine forensischen Informationen!

Über den gesamten Ort des Geschehens herrscht Stillschweigen: Keine Erkenntnisse, keine Obduktionsberichte der Opfer - nichts!

Über die Tatortarbeit und Spurensicherung dringt nichts nach außen.

Findet sie überhaupt statt?

Wird ein Prozess stattfinden?

Darf man solche Fragen im neuen Mittelalter nach dem 11.9. überhaupt stellen, oder liefert man sich damit ebenfalls dem Lynchmob aus Lügenmedien und Staatsmafia aus?

Wie sagte doch Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve: "Es läuft ein Einsatz, um die Verantwortlichen des feigen Attentats vor zwei Tagen zu NEUTRALISIEREN" (tagesschau.de, 9.1.2015).

Mit anderen Worten geht es um die Todesstrafe ohne Urteil!

Das beweist, dass die "Sicherheitsbehörden" genau das tun, was sie anderen vorwerfen.

Die einzige Verbindung zwischen dem Anschlag und den beiden Brüdern scheint auch Tage nach der Tat lediglich der Ausweis zu sein, der in einem Fluchtauto angeblich "vergessen" wurde.

Die Toten dürfen ohne Urteil als schuldig gelten. Im Fall der angeblichen Charlie-Hebdo-Killer ist die Sache sogar noch einfacher. Denn auch Angehörige, die sich beschweren könnten, gibt es in diesem Fall nicht. Jedenfalls keine Eltern: Vater und Mutter von Said und Sharif Kouachi sind schon lange tot, die beiden wuchsen in Kinderheimen auf.

Herr Dr. Michael Klein

14.01.2015, 15:18 Uhr

"Al-Qaida bekennt sich zu Anschlag"

Kann man das glauben?

Alle "Terroristen" und Geiselnehmer tot und ein Ermittler auch – das ist praktisch.
Denn so muss es ja auch keine ordentlichen Ermittlungen, keinen Prozess und keine Beweise geben: Keine Beweise für den Ablauf des Attentats auf Charlie Hebdo am 7. Januar 2015, keine Beweise für die Täterschaft der Kouachi-Brüder, keine Beweise für den Ablauf in dem jüdischen Supermarkt - gar nichts.

Das Drehbuch der Sicherheitskräfte wird nun zur allein gültigen Wahrheit.
Die Lynchjustiz setzte sich durch. Wie sagte doch der französische Innenminister: »Es läuft ein Einsatz, um die Verantwortlichen des feigen Attentats vor zwei Tagen zu neutralisieren«

Falsch Flagge Operation gelungen - Alle tot.

Wie oft haben wir das schon erlebt. Zahlreiche Amokläufe und Terroranschläge der letzten Jahre endeten immer wieder mit dem Tod des oder der Täter(s). Der Vorteil liegt auf der Hand: Die jeweilige Version der Sicherheitsbehörden und der Lügenmedien muss sich keinem Gerichtsverfahren und keinen kritischen Fragen eines Angeklagten oder Anwalts stellen.

Wer mehr über Terror im Namen des Staates erfahren möchte, sollte Bücher des ehemaligen Bundestagsabgeordnete und Bundesminister Andreas von Bülow lesen.

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