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16.11.2015

21:37 Uhr

Paris und die Folgen im Newsblog

„Syrien ist die größte Terrorismusfabrik der Welt“

Ermittler haben den Belgier Abdelhamid Abaaoud als Drahtzieher der Anschläge benannt. Unter den Todesopfern sind zwei Deutsche. Geplant wurde der Terror in Syrien. Präsident Hollande fordert eine Allianz gegen den IS.

Der Drahtzieher der Anschläge von Paris ist laut französischen Ermittlern der polizeibekannte belgische Dschihadist Abdelhamid Abaaoud sein. ap

Abdelhamid Abaaoud

Der Drahtzieher der Anschläge von Paris ist laut französischen Ermittlern der polizeibekannte belgische Dschihadist Abdelhamid Abaaoud sein.

Die Terroranschläge von Paris erschüttern die Welt. Die Ermittlungen der französischen Behörden laufen auf Hochtouren – Paris ist im Ausnahmezustand. Und Frankreich wird auch militärisch aktiv, wie François Hollande es angekündigt hat. Hier die wichtigsten Nachrichten des Tages im Newsblog.

+++ Hollande fordert Europas Unterstützung / Terrorgefahr in Europa / Mutmaßlicher Drahtzieher +++

Für heute Abend beenden wir den Newsblog an dieser Stelle. Die Ereignisse des Tages können Sie chronologischer Reihenfolge im Newsblog nachlesen oder in der Zusammenfassung der aktuellen Ereignissen. Handelsblatt-Korrespondent Thomas Hanke hat sich mit der neuen Strategie von Frankreichs Präsident Hollande befasst. Zudem haben wir noch ein aktuelles Portrait des mutmaßlichen Drahtziehers.

+++ Das Wichtigste in Kürze +++

  • Die Terroranschläge von Paris mit mindestens 129 Toten sind von Extremisten verübt worden, die in drei Gruppen unterwegs waren und sich mit großer Sicherheit untereinander abgestimmt haben. Unter den Getöteten sind auch zwei Deutsche.
  • Einer Tätergruppe ist vermutlich die Flucht gelungen. Frankreichs Premier Manuel Valls warnt vor Angriffen des IS auch in anderen europäischen Ländern.
  • Frankreich will seinen Kampf gegen den IS mit noch größerer Härte fortführen und verstärkt seine Bombardements in Syrien.
  • Zwei der Attentäter sollen aus Belgien stammen – ein Belgier soll auch der Drahtzieher der Anschläge sein. Bei einer Razzia in Brüssel wurden mehrere Verdächtige festgenommen und gegen zwei Haftbefehl erlassen.
  • An diesem Montag gedachte Europa mit einer Schweigeminute um 12 Uhr den Opfern der Terroranschläge.

+++ US-Geheimdienst erwartet weitere Anschläge +++

CIA-Chef John Brennan geht davon aus, dass der Islamische Staat bereits weitere Angriffe vorbereitet. Der Anschlag in Paris dürfte kein "einmaliges Ereignis" gewesen sein, sagt Brennan in einer Rede.

+++ Zweites deutsches Todesopfer identifiziert +++

Nach den Terroranschlägen in Paris ist ein zweites deutsches Todesopfer identifiziert worden. Dies teilte das Auswärtige Amt am Montag in Berlin mit.

Die Anti-Terror-Strategie der G20

Abschlusskommuniqué – Punkte 1 bis 3

- Prävention und Abwehr von Terroranschlägen in „verstärkter internationaler Solidarität und Kooperation“

- Mehr Zusammenarbeit und Informationsaustausch beim Einfrieren der Vermögenswerte von Terroristen

- Strafbarkeit der Terrorfinanzierung

Abschlusskommuniqué – Punkte 4 und 5

- Finanzsanktionen gegen Staaten, die mit Terrorismus und Terrorfinanzierung verbunden sind

- Bewegungsfreiheit von Terroristen einschränken. Sie werden als Gefahr für die Ursprungs-, Transit- und Zielländer eingestuft. Deshalb Informationsaustausch über die Bewegungen von Terroristen, besserer Grenzschutz, strafrechtliche Verfolgung illegaler Reisen

Abschlusskommuniqué – Punkte 6 bis 8

- Verbesserte Sicherheit im globalen Luftverkehr
- Abwehr der Radikalisierung und Rekrutierung durch Terroristen
- Kampf gegen terroristische Propaganda im Internet, Gegenpropaganda

Abschlusskommuniqué – Punkte 9 und 10

- Unterstützung der Zivilgesellschaft bei der Abwehr von gewalttätigem Extremismus

- Die Vereinten Nationen sollen eine zentrale Rolle spielen. Die Staaten sagen zu, im Kampf gegen den Terror internationales Recht und die UN-Konventionen für Menschen- und Flüchtlingsrechte einzuhalten.

+++ Hollande will Ausnahmezustand auf drei Monate verlängern +++

In einer Sondersitzung von beiden Parlamentskammern in Versailles sagte der französische Präsident Francois Hollande: „Frankreich befindet sich im Krieg“. Es sei aber kein Krieg der Zivilisationen, weil die Attentäter keine Zivilisation verträten. Er kündigte an, den Ausnahmezustand auf drei Monate zu verlängern. Einen entsprechenden Gesetzentwurf werde er dem Parlament vorlegen. Zudem kündigt er eine Verfassungsänderung an, um wegen Terrorismus verurteilten Bürgern mit doppelter Staatsbürgerschaft schneller den französischen Pass entziehen zu können. Auch müsse Doppel-Staatsbürgern die Einreise verwehrt werden können, wenn sie ein „Terror-Risiko“ darstellten. Binnen zwei Jahren sollen 5000 neue Polizisten eingestellt werden, um die Sicherheit zu erhöhen.

Zitate aus Hollandes Rede vor dem Kongress

Zu den Tätern

„Es ist brutal, das zu sagen: Aber es sind Franzosen, die andere Franzosen getötet haben.“

Französische Seele

„Sie werden es nie schaffen, die französische Seele zu zerstören. Sie werden uns nie davon abhalten zu leben, in vollen Zügen und frei.“

Die Republik

„Der Terrorismus wird die Republik nicht zerstören, denn die Republik wird den Terrorismus zerstören.“

Nichts verstanden

„Die Terroristen glauben, dass freie Völker sich beeindrucken lassen von Angst und Schrecken. Sie haben nichts verstanden.“

Demokratie

„Unsere Demokratie hat sehr viel schlimmere Feinde überstanden als diese feigen Mörder.“

Syrien

„Syrien ist zur größten Terrorismusfabrik der Welt geworden.“

Gemeinsame Bewegung

„Was wir brauchen, ist eine gemeinsame Bewegung all jener, die gegen den Terrorismus kämpfen.“

+++ Treffen mit Obama und Putin +++

Frankreichs Präsident François Hollande will den Uno-Sicherheitsrat im Kampf gegen des Islamischen Staat (IS) anrufen. Die Notwendigkeit der Zerstörung des IS sei eine Aufgabe der internationalen Gemeinschaft, sagte Hollande bei einer Sitzung der beiden französischen Parlamente Nationalversammlung und Senat in Versailles. Er werde sich in den nächsten Tagen mit US-Präsident Barack Obama und Kremlchef Wladimir Putin treffen, um eine einheitliche Strategie in Syrien und gegen den IS zu erreichen. „Was wir brauchen, ist eine gemeinsame Bewegung all jener, die gegen den Terrorismus kämpfen“, sagte Hollande. „Syrien ist zur größten Terrorismusfabrik der Welt geworden.“


+++ „Aggression gegen unsere Werte“ +++

Mit den jüngsten Terrorattacken sind nach den Worten von Präsident François Hollande die Werte Frankreichs angegriffen worden. „Sie sind eine Aggression gegen unser Land, unsere Werte, unsere Jugend und unseren Lebensstil“, sagte Hollande. Diese Angriff erfolge, weil Frankreich das Land der Freiheit und der Menschenrechte sei. Die Republik habe bereits andere Prüfungen überstanden, das Land sei immer noch da und lebendig. „Unsere Demokratie hat sehr viel schlimmere Feinde überwunden als diese abscheulichen Mörder.“

+++ Attentate wurden in Belgien organisiert +++

Unter den Opfern der Anschläge von Paris sind nach Angaben von Präsident François Hollande mehrere Dutzend Ausländer. Es gebe Opfer aus 19 Ländern, sagte er am Montag vor dem französischen Kongress in Versailles. Hollande erklärte, die Attentate vom Freitagabend seien in Syrien entschieden und geplant worden. „Sie wurden in Belgien organisiert“, so Hollande weiter.

Die Schauplätze nach dem Terror

Paris

Frankreichs Hauptstadt trägt nach der brutalen Terrorserie vom Freitag, den 13. November, immer noch Trauer. Zur Erinnerung an die mindestens 129 Todesopfer stand am Montag um 12.00 Uhr mittags das öffentliche Leben fast völlig still. In der Konzerthalle „Bataclan“, wo die meisten Menschen starben, wird weiter nach Spuren gesucht. Die Cafés und Restaurants, in denen es weitere Opfer gab, sind ebenfalls noch geschlossen.

Molenbeek

Der Stadtteil von Brüssel mit seinen vielen muslimischen Einwanderern ist schon länger als Islamistenhochburg bekannt. Hier lebte Abdelhamid Abaaoud, ein Belgier mit marokkanischen Wurzeln, der als Drahtzieher der Anschläge gilt. Heute wird der 28-Jährige in Syrien vermutet. Auch einer der Selbstmord-Attentäter hatte hier sein Zuhause. So war es für niemanden in Molenbeek eine Überraschung, dass es auch am Montag wieder Razzien gab.

Al-Rakka

Vor Beginn des Syrien-Kriegs zählte die Stadt am Euphrat 200 000 Einwohner. Heute hat sich Al-Rakka in eine der wichtigsten IS-Hochburgen verwandelt. Sie gilt als heimliche Hauptstadt des Islamischen Staats (IS) in Syrien. Die Extremisten kontrollieren offenbar das gesamte öffentliche Leben. In den Straßen patrouillieren IS-Polizisten. Frauen dürfen nur verschleiert auf die Straße gehen. So war Al-Rakka nach den Anschlägen nun das erste Ziel von massiven französischen Luftangriffen.

Belek

Der Ort an der türkischen Riviera, etwa 45 Kilometer entfernt von Antalya, lebt normalerweise fast ausschließlich von Urlaubern. In den Tagen nach den Anschlägen waren dort, wie schon länger geplant, die Staats- und Regierungschefs der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) zu Gast. Frankreichs Präsident Francois Hollande blieb allerdings in Paris. Die anderen sagten dem Terrorismus den Kampf an. Dazu gehört, dass dem IS die Geldversorgung abgeschnitten werden soll.

+++ Neue Drohung des IS +++

In einer neuen Videobotschaft hat die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) Frankreich und seinen Verbündeten mit weiteren Terrorangriffen gedroht. „Wir erneuern unseren Aufruf an die Muslime in Europa, im ungläubigen Westen und überall, die Kreuzfahrer in ihrer Heimat und wo immer sie sind zu attackieren“, sagt ein Sprecher in einem rund elfminütigen Film, der am Montag über die sozialen Medien im Internet verbreitet wurde.

Abdelhamid Abaaoud gilt als Drahtzieher der Anschläge von Paris.

Abdelhamid Abaaoud

Abdelhamid Abaaoud gilt als Drahtzieher der Anschläge von Paris.

Zudem droht ein Kämpfer den Staaten, die mit Frankreich zusammen Luftangriffe in Syrien und im Irak fliegen: „Bei Gott, ihr werdet einen Tag erleben wie Frankreich.“ Weiter sagt er: „Wir haben Frankreich in Paris getroffen. Ich schwöre bei Gott, wir werden Amerika auf seinem eigenen Boden schlagen. Wir werden Rom erobern.“ Die Authentizität des Videos ließ sich zunächst nicht überprüfen. Es ähnelt aber ähnlichen Veröffentlichungen des IS. Am Ende werden Teile der Erklärung eingeblendet, mit der sich die Extremisten am Samstag zu der Terrorserie in Paris bekannt hatten.

+++ Obama: US-Bodentruppen in Syrien wären ein Fehler +++

Barack Obama bezeichnet die Anschläge von Paris als schrecklichen Rückschlag im Kampf gegen den IS, in dem es aber Fortschritte gebe. So sei die Miliz in einigen Regionen zurückgedrängt worden, sagte der US-Präsident nach Abschluss des G20-Gipfels. Eine Entsendung von eigenen Bodentruppen gegen die Terrormiliz Islamischer Staat schloss Obama aus. Eine solche Offensive wäre ein Fehler.


+++ Türkei will keine Bodentruppen schicken +++

Nach den Worten von Außenminister Feridun Sinirlioglu will die Türkei keine Bodentruppen ins benachbarte Syrien schicken. Das sei auch kein Thema beim G20-Gipfel in Belek gewesen, betont er. Es würden aber neue Sicherheitsmaßnahmen gegen die Extremistenmiliz IS unternommen.

Die Namen hinter dem Horror von Paris

Identifizierung der Attentäter

Seit den Anschlägen von Paris arbeiten die französischen und belgischen Sicherheitsbehörden an der Identifizierung der getöteten Attentäter und möglicher Unterstützer. Ein Überblick über die bisher Identifizierten. (Quelle: Reuters)

Getötet: Abdelhamid Abaaoud

Mutmaßlicher Drahtzieher der Anschläge von Paris. Der Belgier aus dem Brüsseler Stadtteil Molenbeek wurde eigentlich in Syrien vermutet. Am Donnerstag teilte die Staatsanwaltschaft mit, er sei bei der Razzia und anschließenden Schießerei am Mittwoch im Pariser Stadtteil Saint-Denis ums Leben gekommen. Offenbar wurde er erschossen.

Getötet: Ismail Omar Mostefai

Der Franzose mit algerischen Wurzeln war am Angriff auf die Konzerthalle Bataclan mit 89 Toten beteiligt. Mostefai lebte zeitweise in der Region von Chartres, südwestlich von Paris. Geboren wurde er in Courcouronnes im Süden der französischen Hauptstadt. Sein Name wurde von den Sicherheitsbehörden bereits 2010 auf eine Liste möglicher radikaler Islamisten gesetzt. Die türkische Regierung hat nach eigenen Angaben Frankreich im Dezember 2014 und im Juni 2015 wegen Mostefai kontaktiert, aber erst nach den Anschlägen eine offizielle Anfrage aus Frankreich erhalten.

Getötet: Samy Amimour

Der Franzose war ebenfalls am Angriff auf das Bataclan beteiligt. Er lebte in Drancy in der Nähe des nördlichen Pariser Stadtteils Saint-Denis, wo es am Mittwoch zu einer Schießerei mit einer mutmaßlichen zweiten Islamisten-Zelle kam. Amimour wurde seit Ende 2013 international gesucht. Seit Oktober 2012 wurde er von den Behörden beobachtet, weil der Verdacht bestand, er könnte sich in den Jemen absetzen.

Getötet: Fouad Mohamed Aggad

Er ist einer der drei Männer, die das Blutbad in der Konzerthalle Bataclan anrichteten. Der 23-Jährige kam aus dem französischen Straßburg und hatte vor den Anschlägen in Syrien gekämpft. Gemeinsam mit Amimour und Mostefaï hatte Aggad 89 Menschen in der Konzerthalle getötet. Als die Polizei das Gebäude stürmte, sprengte er sich in die Luft.

Getötet: Brahim Abdeslam

Der Franzose lebte in Belgien. Er sprengte sich vor dem Café Comptoir Voltaire in die Luft. Bruder des noch immer gesuchten Verdächtigen Salah Abdeslam.

Getötet: Bilal Hafdi

Einer der drei Angreifer auf das Pariser Fußballstadion Stade de France. 20 Jahre jung.

Unklar: Ahmad Al Mohammad

Bei einem weiteren Selbstmordattentäter beim Stade de France wurde ein Pass auf den Namen Ahmad Al Mohammad, 25 Jahre alt, aus dem syrischen Idlib gefunden. Die Fingerabdrücke des Mannes passen zusammen mit denen eines Flüchtlings, der unter dem Namen im Pass im Oktober 2015 in Griechenland registriert worden war. Über den dritten Selbstmordattentäter am Stade de France ist bisher nichts bekannt.

Gesucht: Salah Abdeslam

Der in Brüssel geborene Franzose wird verdächtigt, einen schwarzen VW Polo gemietet zu haben, der bei den Attacken in Paris eingesetzt wurde. Der Anwalt Xavier Carette sagte dem belgischen Sender RTBF, er sei am Sonntagmorgen von Paris nach Brüssel zurückgekehrt, nachdem er von der französischen Polizei auf dem Weg drei Mal gestoppt worden sei. Abdeslam wird auch Wochen nach dem Anschlag in Mitteleuropa vermutet.

+++ Deutschland hält militärische Beteiligung an Anti-IS-Kampf offen +++

Die Bundesregierung legt sich nicht auf eine mögliche Beteiligung an einem Militäreinsatz gegen die Extremisten-Miliz Islamischer Staat (IS) fest, zeigt sich aber zurückhaltend. „Es gibt keine derartige Anfrage an uns und deswegen ist es auch unsinnig, darüber zu spekulieren“, sagte Vizekanzler und SPD-Chef Sigmar Gabriel unter Verweis auf die französische Regierung. Vize-Regierungssprecherin Christiane Wirtz verwies darauf, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel Frankreich „jedwede Unterstützung“ nach den Anschlägen zugesagt habe. Es könne sein, dass es eine militärische Reaktion der betroffenen Staaten gebe. Wirtz machte aber zugleich deutlich, es gebe „viele andere Mittel außer den militärischen Mitteln, um in dieser Eskalation oder Bedrohungslage jetzt zu handeln“.

+++ Sicherheitslage vor dem deutschen Länderspiel +++

Vor dem Länderspiel Deutschland gegen die Niederlande am Dienstagabend in Hannover rücken Sicherheitsfragen in den Vordergrund. Die Behörden treffen Vorkehrungen, um das Terrorrisiko zu senken. Auch das Sicherheitskonzept für die EM 2016 wird vom DFB überprüft. Vizekanzler Sigmar Gabriel wünscht sich die Marseillaise beim Länderspiel: „Ich übrigens fände es toll, wenn dort die Marseillaise gespielt wird als Zeichen unserer Verbundenheit mit Frankreich und Paris“, sagte Gabriel.

+++ Verwirrung um angebliche Festnahme +++

Der öffentlich-rechtliche belgische Rundfunk hat einem Bericht des Privatsenders RTL widersprochen, der international gesuchte mutmaßliche Attentäter Abdeslam Salah sei in Belgien verhaftet worden.

Festnahmen in Brüssel: Haftbefehl gegen zwei Komplizen

Festnahmen in Brüssel

Haftbefehl gegen zwei Komplizen

Der Drahtzieher der Anschläge von Paris soll aus Belgien kommen. Er ist der meistgesuchte Islamist des Landes. Bei einer Großrazzia im Brüsseler Stadtteil Molenbeek nahm die Polizei mehrere Verdächtige fest – gegen zwei wurde Haftbefehl erlassen.

+++ Belgischer Dschihadist soll Paris-Anschläge geplant haben +++
Französische Ermittler haben den Belgier Abdelhamid Abaaoud als mutmaßlichen Drahtzieher der Paris-Anschläge benannt. Mindestens einer, wenn nicht zwei der Selbstmordattentäter seien Freunde von Abaaoud gewesen, hatte zuvor die belgische Tageszeitung „De Standaard“ unter Berufung auf belgische Sicherheitsdienste berichtet. Der Sender RTL meldete ohne Angabe von Quellen, Ermittler hätten Abaaoud als Drahtzieher identifiziert. Abaaoud gilt bereits seit längerem als der meistgesuchte Islamist Belgiens. Er soll sich zuletzt in Syrien aufgehalten haben. Früher lebte er in dem als Islamistenhochburg bekannten Brüsseler Stadtteil Molenbeek.

Erste Ermittlungsergebnisse

Innenministerium: 168 Häuser durchsucht, 23 Personen festgenommen

Erste Ermittlungsergebnisse: Innenministerium: 168 Häuser durchsucht, 23 Personen festgenommen

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+++ Zwei weitere Attentäter von Paris identifiziert +++

Einer der Selbstmordattentäter aus dem Pariser Konzertsaal „Bataclan“ stand schon einmal wegen Gründung einer terroristischen Vereinigung unter Verdacht. Gegen Amy Amimour wurde wegen einer versuchten Reise in den Jemen 2012 ermittelt, teilte die Pariser Staatsanwaltschaft am Montag mit. Zudem war an den Anschlägen ein Mann aus Syrien beteiligt. Die Fingerabdrücke eines Attentäters stimmten mit denen eines Mannes überein, der im Oktober in Griechenland registriert wurde, sagt der Staatsanwalt.

Was die G20 sich vornehmen

Terrorismus

„Wir bleiben geeint im Kampf gegen den Terrorismus.“ Die G20 spricht den Opfern der Anschläge von Paris und deren Angehörigen ihr Mitgefühl aus. Die Finanzquellen des Terrors sollen ausgetrocknet werden. Die Länder wollen Grenzschutz- und Geheimdienstinformationen austauschen, um die Mobilität von Terroristen zu verhindern.

Flüchtlinge

„Das Ausmaß der anhaltenden Flüchtlingskrise ist von weltweiter Besorgnis mit großen humanitären, politischen, sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen.“ Die G20 versprechen, Flüchtlinge besser zu schützen und zu unterstützen. Damit die Fluchtgründe entfallen, müssten politische Konflikte gelöst werden. Alle Staaten sollten zur Bewältigung der Krise beitragen.

Wirtschaft

„Das globale Wirtschaftswachstum ist unausgewogen und bleibt hinter unseren Erwartungen zurück.“ Die G20 halten am Ziel fest, das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ihrer Mitglieder bis 2018 um zusätzliche zwei Prozentpunkte zu steigern. Vergleichspunkt sind die Wachstumsprognosen des Internationalen Währungsfonds (IWF) ab 2013. Ein Drittel des Wegs sei bereits geschafft.

Abbau von Ungleichheit

„Wachsende Ungleichheit in vielen Ländern bedeutet Risiken für den sozialen Zusammenhalt und das Wohlergehen unserer Bürger.“ Deshalb wollen die G20 vor allem „mehr und bessere Jobs“ schaffen und die Jugendarbeitslosigkeit bis 2025 um 15 Prozent senken.

Steuervermeidung

„Um ein weltweit faires und modernes internationales Steuersystem zu schaffen“, wollen die G20 und die OECD die Steuervermeidung internationaler Konzerne unterbinden. Die Firmen sollen dort Steuern zahlen, wo Investitionen getätigt werden und Gewinne anfallen. Die Steuerbehörden verschiedener Länder sollen verstärkt Daten austauschen.

Klima

„Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit“, heißt es im Entwurf. Die G20 setzen auf einen Erfolg der Weltklimakonferenz in zwei Wochen in Paris. Die genaue Wortwahl zum Kampf gegen die Erderwärmung war bis zur letzten Minute aber noch umstritten, wie europäische Delegationskreise berichteten.


+++ Großbritannien will Geheimdienste massiv stärken +++

Der britische Premierminister David Cameron will die Geheimdienste deutlich aufstocken. Es sollten 1900 neue Stellen geschaffen werde, sagte Cameron am Montag beim G20-Gipfel in der Türkei. Zudem sollen die Ausgaben für die Sicherheit auf Flughäfen verdoppelt werden, wie die britische Nachrichtenagentur Press Association weiter berichtete. Zugleich sagte Cameron nach BBC-Angaben, britische Sicherheitsbehörden hätten in den vergangenen Monaten sechs Terroranschläge vereitelt. Cameron plädierte erneut dafür, dass die britischen Streitkräfte an Luftangriffen auf Stellungen der Terrormilizen IS auch in Syrien teilnehmen - bislang fliegen britische Piloten nur im Irak Angriffe auf IS-Stellungen. Großbritannien befinde sich in einem „Generationen-Kampf“ gegen den Terrorismus, wurde Cameron zitiert.

+++ G20-Staaten wollen Terroristen den Geldhahn zudrehen +++

Nach der Anschlagserie von Paris wollen die G20-Staaten dem internationalen Terrorismus den Geldhahn zudrehen und die Bewegungsfreiheit von Extremisten einschränken. Das geht aus dem Entwurf der Abschlusserklärung des G20-Gipfels in Belek bei Antalya hervor, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Dort heißt es, die Zusammenarbeit zur Austrocknung der Finanzkanäle von Terroristen solle ausgebaut werden. Um den wachsenden Strom von Extremisten einzudämmen, die nach Ausbildung und Kampf in Bürgerkriegsländern in ihre Heimat zurückkehren und dort eine Terrorgefahr darstellen, sollen die Grenzen besser überwacht werden.

Premier Valls zu Terrorangriffen: „Der IS kann diesen Krieg gegen uns nicht gewinnen“

Premier Valls zu Terrorangriffen

„Der IS kann diesen Krieg gegen uns nicht gewinnen“

Frankreichs Premier Manuel Valls warnt vor weiteren Angriffen der Terrormiliz IS – nicht nur in Frankreich. Bei mehr als 150 Razzien während der Nacht in ganz Frankreich fanden die Ermittler in Lyon Raketenwerfer.

+++ Premier Valls warnt vor Anschlägen in ganz Europa +++

Nach den Worten von Frankreichs Ministerpräsident Manuel Valls werden weitere Anschläge nicht nur in Frankreich sondern auch in Europa vorbereitet. Die französische Regierung habe gewusst, dass Attentate geplant worden seien, sagte er im RTL Radio. „Wir wissen, dass Operationen vorbereitet werden, nicht nur in Frankreich, sondern gegen andere europäische Länder“ – und zwar „in den kommenden Tagen, in den kommenden Wochen“, sagte Valls am Montagmorgen. „Wir werden noch lange mit dieser Bedrohung leben.“

Islamistischer Terror in Europa

Seit dem 11. September 2001

Seit den Terroranschlägen in den USA vom 11. September 2001 gab es auch in Europa eine Reihe islamistischer Attentate. Manche Pläne konnten gerade noch vereitelt werden. Beispiele:

März 2004

Bei Sprengstoffanschlägen auf Pendlerzüge in Madrid sterben 191 Menschen, etwa 1500 werden verletzt.

2. November 2004

Der Filmregisseur, Publizist und Satiriker Theo van Gogh wird in Amsterdam auf offener Straße ermordet.

Juli 2005

Vier Muslime mit britischem Pass zünden in der Londoner U-Bahn und einem Bus Sprengsätze. 56 Menschen sterben, etwa 700 werden verletzt.

Juli 2006

Im Kölner Hauptbahnhof werden in zwei Zügen Bomben gefunden, die wegen eines technischen Fehlers nicht explodierten. Der „Kofferbomber von Köln“ wird zu lebenslanger Haft erurteilt.

Januar 2010

Gut vier Jahre nach der Veröffentlichung seiner Mohammed-Karikaturen in der Zeitung „Jyllands-Posten“ entkommt der dänische Zeichner Kurt Westergaard nur knapp einem Attentat.

9. März 2010

Selbstmordanschläge auf die Moskauer Metro mit 40 Toten und 84 Verletzten. Der tschetschenische Terrorist Doku Umarow bekennt sich.

Dezember 2010

Bei einem Sprengstoffanschlag in der Stockholmer Fußgängerzone stirbt der Attentäter. Hintergrund war vermutlich der Einsatz schwedischer Soldaten in Afghanistan.

März 2011

Ein Kosovo-Albaner erschießt am Frankfurter Flughafen zwei US-Soldaten und verletzt zwei weitere schwer.

Januar 2011

Bei einem Selbstmordanschlag auf dem internationalen Moskauer Flughafen Domodedowo sterben mindestens 37 Menschen. Die Ermittler machen Islamisten aus dem Nordkaukasus verantwortlich.

Dezember 2013

Bei Selbstmordanschlägen in der russischen Stadt Wolgograd sterben 34 Menschen im Bahnhof und in einem Bus. Islamisten aus dem Nordkaukasus bekennen sich zu den Attentaten.

Mai 2014

Im Jüdischen Museum in Brüssel erschießt ein französischer Islamist vier Menschen. Kurz darauf wird der Mann festgenommen.

7. Januar 2015

Mordanschlag auf die Redaktion des Satiremagazins Charlie Hebdo in Paris. Zwölf Menschen fallen dem Anschlag zum Opfer.

13. November 2015

Bei mehreren Sprengstoffexplosionen im Pariser Stadtgebiet sterben 130 Menschen. Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat bekennt sich zu dem Anschlag.

+++ Weltklimakonferenz in Paris wird nicht verschoben +++

Trotz der Anschläge wird die Weltklimakonferenz in Paris wie geplant ab dem 30. November stattfinden. Keiner der eingeladenen Staats- und Regierungschefs habe um eine Verschiebung gebeten, sagte der französische Premierminister Manuel Valls. Einige Nebenveranstaltungen würden eventuell jedoch gestrichen, fügte er hinzu. Damit bezog er sich auf ein Live-Konzert in der Nähe des Eiffelturms und einen für den 29. November geplanten „Klimamarsch“ durch die Hauptstadt.

+++ Steinmeier fordert internationale Geschlossenheit gegen den IS +++

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier fordert ein international abgestimmtes Vorgehen gegen die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS). „Gegen den IS, das zeigen alle unsere Erfahrungen, hilft kein Wort und kein Argument, und schon gar nicht der Rückzug ins Schneckenhaus, sondern nur planvolles Handeln der Staatengemeinschaft“, sagte Steinmeier „Spiegel Online“ und schloss dem Magazin vom Montag zufolge ausdrücklich auch den militärischen Kampf gegen den IS in Syrien und im Irak ein. Zugleich müsse man sich aber auch „noch kraftvoller“ für eine politische Lösung des Syrien-Konflikts einsetzen. „Der Kampf gegen den IS wird allein militärisch nicht zu gewinnen sein.“

+++ Liebegrüße an die Terroristen +++

Die US-amerikanische Luftwaffe flog ihre Angriffe mit einer klaren Botschaft: „From Paris with Love“ hatten die Soldaten auf die Bomben geschrieben.

+++ Paris-Attentate von Syrien aus geplant +++

Die Terroranschläge in Paris wurden nach Angaben von Frankreichs Premierminister Manuel Valls von Syrien aus „organisiert“ und „geplant“. „Wir müssen länger mit dieser Bedrohung leben“, sagte er am Montagmorgen dem Sender RTL.

+++ Durchsuchungen in mehreren französischen Städten +++

Nach den verheerenden Anschlägen von Paris sind bei Durchsuchungen in Lyon ein Raketenwerfer und andere Waffen gefunden worden. Zudem seien fünf Verdächtige festgenommen worden, verlautete am Montag aus Ermittlerkreisen. In der Nacht zu Montag liefen im Rahmen des nach den Anschlägen verhängten Ausnahmezustands auch in Bobigny, Toulouse, Grenoble und anderen Städten Frankreichs dutzende Durchsuchungen im islamistischen Milieu, die aber nicht in direktem Zusammenhang mit den Anschlägen von Paris standen.

Nach Anschlägen in Paris: Frankreich schwankt zwischen Härte und Angst

Nach Anschlägen in Paris

Frankreich schwankt zwischen Härte und Angst

Frankreich versucht, Stärke zu zeigen. Am Sonntag bombardierte die Luftwaffe Ziele in Syrien. Doch intern zeigt sich das trauernde Land tief verunsichert. Es liegt eine unangenehme Spannung in der Luft.

+++ Frankreich greift IS frontal an +++

Die französische Luftwaffe hat am Sonntag die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien angegriffen.

Nach den Paris-Anschlägen

Frankreich reagiert: 10 Kampfflugzeuge bombardieren IS-Hochburg

Nach den Paris-Anschlägen: Frankreich reagiert: 10 Kampfflugzeuge bombardieren IS-Hochburg

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Die massiven Bombardements richteten sich gegen die IS-Hochburg Al-Rakka. Bei den Angriffen auf die IS-Hochburg hätten französische Kampfflugzeuge 20 Bomben abgeworfen, teilte das Verteidigungsministerium in Paris am Sonntagabend mit. Die Ziele seien ein IS-Trainingslager und ein Camp gewesen, das den Dschihadisten als Kommandozentrale und Waffenlager gedient habe. „Die beiden Ziele der Luftangriffe wurden zerstört“, erklärte das Ministerium. Die Luftangriffe in Raka seien in Absprache mit den USA erfolgt, erklärte das französische Verteidigungsministerium.

+++ Polizei ließ Verdächtigen laufen +++

Der wegen der Anschläge von Paris gesuchte Terrorverdächtige Saleh A. ist bereits kurz nach den Angriffen von der Polizei gestoppt worden. Beamte hätten den 26-jährigen am frühen Samstagmorgen nahe der Grenze zu Belgien in einem Auto angehalten und kontrolliert, sagten vier französische Sicherheitsbeamte am Sonntag der Nachrichtenagentur AP. Sie hätten ihn aber nach der Prüfung seiner Personalien weiterfahren lassen. Die Beamten räumten ein, dass zu diesem Zeitpunkt bereits seit Stunden klar war, dass A. der Mieter des VW Polo war, mit dem die Angreifer zur Konzerthalle Bataclan gefahren waren, wo sie später mindestens 89 Menschen erschossen. Der 26-Jährige wird mittlerweile mit einem internationalen Haftbefehl gesucht. Der Mann sei gefährlich, hieß es. Bundesinnenminister Thomas de Maiziere sagte im ZDF: „Es ist besorgniserregend, dass möglicherweise eine Tätergruppe noch unterwegs ist.“

Übersicht über Attentate in Frankreich in der Vergangenheit

Mai 1978

Palästinensische Terroristen eröffnen am Flughafen Orly das Feuer auf Passagiere, die ein Flugzeug nach Tel Aviv besteigen wollen. Acht Menschen sterben, bei ihnen handelt es sich um drei Angreifer, zwei Polizisten und drei Passagiere. Drei weitere Passagiere werden verletzt.

Oktober 1980

Vor einer Synagoge in der Pariser Rue Copernic geht eine Bombe hoch - vier Menschen sterben, rund 20 weitere werden verletzt.

März 1982

Bei einem Anschlag auf einen Zug zwischen Toulouse und Paris werden fünf Menschen getötet und 77 verletzt. An Bord sollte ursprünglich der damalige Pariser Bürgermeister Jacques Chirac sein. Der Terrorist Carlos soll in den Anschlag verwickelt sein.

August 1982

Bei einem Anschlag auf das Restaurant "Goldenberg" im jüdischen Viertel von Paris werden sechs Menschen getötet und 22 verletzt. Bis heute ist nicht klar, wer für die Tat verantwortlich ist.

Juli 1983

Am Turkish-Airlines-Schalter am Flughafen Orly südlich von Paris explodiert ein Sprengsatz, wodurch acht Menschen getötet und 54 verletzt werden.

Dezember 1983

Zwei Menschen sterben und 34 werden verletzt, als eine Bombe am Bahnhof Saint Charles in Marseille explodiert. Nur wenige Minuten zuvor sterben bei einer Bombenexplosion in einem Hochgeschwindigkeitszug auf der Strecke Marseille-Paris drei Menschen. Zu beiden Anschlägen bekennt sich eine arabische Gruppe mit Verbindungen zu dem Terroristen Ilich Ramírez Sánchez, besser bekannt als Carlos.

September 1986

Vor einem Kaufhaus in Paris explodiert eine Bombe - sieben Menschen werden getötet und rund 55 weitere verletzt. Der Anschlag reiht sich in eine Serie von Attentaten eines proiranischen Terrornetzwerks in den Jahren 1985 und 1986 ein. Insgesamt sterben bei diesen Anschlägen 13 Menschen, mehr als 300 werden verletzt.

Juli 1995

In einem RER am Bahnhof Saint-Michel im Zentrum von Paris explodiert eine Bombe. Acht Menschen sterben, 119 werden verletzt. Der Anschlag wird algerischen Extremisten zugeschrieben. Es ist das blutigste Attentat einer Reihe von Anschlägen in diesem Sommer, bei denen insgesamt acht Menschen sterben und mehr als 200 verletzt werden.

Dezember 1996

Bei einem Anschlag auf einen Regionalzug (RER) in Paris sterben vier Menschen. Weitere 91 werden verletzt. Es gibt Ähnlichkeiten zu einer Anschlagsserie vom Sommer 1995.

März 2012

Der 23-jährige Mohammed Merah erschießt innerhalb von vier Tagen in Toulouse und Montauban drei Soldaten auf offener Straße. Wenige Tage später erschießt er drei Kinder und einen Lehrer einer jüdischen Schule in Toulouse. Am 22. März wird Merah von einer Spezialeinheit getötet.

Januar 2015

Drei Extremisten töten bei einer mehrere Tage dauernden Terrorwelle in Paris 17 Menschen, bevor sie selbst erschossen werden. Zunächst greifen zwei Brüder das Büro der Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ an und erschießen zwölf Menschen. In den Tagen darauf tötet ein weiterer Extremist eine Polizistin und nimmt in einem koscheren Supermarkt Geiseln. Vier jüdische Kunden sterben.

Juni 2015

Ein wegen seiner Kontakte zur Salafisten-Szene bekannter Mann enthauptet seinen Chef und bringt den Kopf neben islamistischen Flaggen am Zaun eines Gaslagers nahe Lyon an. Anschließend bringt er auf dem Industriegelände mehrere Gasflaschen zur Explosion, bevor er von Feuerwehrleuten überwältigt wird.

August 2015

Ein schwerbewaffneter Mann eröffnet in einem Schnellzug von Amsterdam nach Paris das Feuer und verletzt zwei Menschen schwer. Der radikale Islamist wird von US-Soldaten überwältigt, die zufällig an Bord des Zuges sind.

+++ Montagmittag eine Schweigeminute in ganz Europa +++

In Europa soll heute an die Opfer der Terroranschläge in Paris gedacht werden. Die Staats- und Regierungschefs der EU haben alle Europäer in einer gemeinsamen Erklärung eingeladen, sich um 12 Uhr an einer Schweigeminute zu beteiligen. Das Gute sei stärker als das Böse, heißt es in dem Papier vom Wochenende. Die Staaten betonen darin, es werde alles Notwendige getan, um Extremismus, Terrorismus und Hass zu bekämpfen.

+++ Von der Leyen: Flüchtlinge nicht mit Terroristen gleichsetzen +++

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat davor gewarnt, Flüchtlinge nach der Anschlagsserie in Paris unter Generalverdacht zu stellen. „Wir dürfen jetzt nicht den Fehler machen, Flüchtlinge mit Terroristen gleichzusetzen“, sagte von der Leyen der „Passauer Neuen Presse“. „Hunderttausende Männer, Frauen und Kinder haben ihre Heimat verlassen, um genau vor solchen Grausamkeiten zu fliehen, wie wir sie am Freitag in Paris erlebt haben. Was wir aber definitiv brauchen, ist mehr Ordnung an den Grenzen, das gilt insbesondere auch für die Außengrenzen der EU.“ Auch Abgeordnete von SPD und Grünen sprachen sich dagegen aus, die Attentate in Paris in Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise zu bringen.

+++ CSU plant Anti-Terror-Resolution +++

Der CSU-Vorstand will am Montag eine Anti-Terror-Resolution beschließen. Deren Linie zeichnete sich bereits am Wochenende ab: Parteichef Horst Seehofer fordert unter anderem eine Ausweitung der Mitte September wieder eingeführten Kontrollen an der österreichischen Grenze. In einem Leitantrag wird zudem verlangt, den Familiennachzug von Flüchtlingen „in größtmöglichem Umfang“ zu stoppen. Zudem fordert die CSU für das kommende Jahr ein Kontingent für Flüchtlinge in Deutschland und damit eine Kehrtwende in der Asylpolitik.

+++ Trauerbeflaggung in den USA +++

Die US-Regierung hat wegen der Anschläge in Paris eine landesweite Trauerbeflaggung angeordnet. Die Sternenbanner auf dem Weißen Haus und anderen öffentlichen Gebäuden wehen bis Donnerstagabend auf Halbmast, wie US-Präsident Barack Obama am Sonntag entschied. Die Maßnahme gilt auch für alle US-Vertretungen im Ausland. Zuvor wurden bereits die US-Flaggen vor dem Kongressgebäude auf Halbmast gesetzt.

Martin Schulz nach den Anschlägen

Die Menschen aus Syrien „fliehen vor dem gleichen dramatischen Terror“

Martin Schulz nach den Anschlägen: Die Menschen aus Syrien „fliehen vor dem gleichen dramatischen Terror“

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+++ Innenminister ruft Bürger zur Wachsamkeit auf +++

Angesichts der Anschläge von Paris hat der Vorsitzende der Innenministerkonferenz (IMK), Roger Lewentz, die Bevölkerung zur Wachsamkeit aufgefordert. Die Bedrohung rücke näher, die Sicherheitskräfte allein aber könnten nicht alles beobachten, sagte der SPD-Politiker der Zeitung "Die Welt". Die Bürger müssten der Polizei melden, wenn sich Menschen in ihrem Umfeld veränderten, radikalisierten oder paramilitärisch bewaffneten. "Wir sind auf den aufmerksamen Blick der Bevölkerung angewiesen. Das galt in Zeiten des RAF-Terrors, und das gilt jetzt umso mehr", betonte der rheinland-pfälzische Innenminister.

+++ Sarkozy fordert elektronische Fußfesseln +++

Frankreichs Ex-Staatschef Nicolas Sarkozy fordert, dass in der sogenannten Kartei S der Sicherheitsbehörden geführte Personen, die mit einem radikalen Islam in Verbindung gebracht werden, mit einer elektronischen Fußfessel unter Hausarrest gestellt werden sollten. Das sagte Sarkozy am Sonntagabend im Fernsehsender TF1. „Wir müssen unsere Politik der inneren Sicherheit drastisch verstärken“, forderte der konservative Oppositionsführer. Es gehe um eine „größere Sicherheit für die Franzosen“. In der Kartei S seien derzeit 11.500 Menschen aufgelistet, führte Sarkozy aus. „Ich schlage vor darüber nachzudenken, sie bei sich unter Hausarrest zu stellen, mit einer elektronischen Fußfessel.“

+++ G20 wollen engere Geheimdienstkooperation +++

Als Reaktion auf die blutigen Anschläge wollen die G20-Staaten die Zusammenarbeit ihrer Geheimdienste verbessern. Die Länder wollen damit unter anderem verhindern, dass eigene Staatsangehörige sich in Bürgerkriegsgebieten wie Syrien zu Kämpfern ausbilden lassen und nach der Rückkehr in ihre Heimat Anschläge verüben. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Delegationskreisen auf dem G20-Gipfel in Belek bei Antalya. Von dem Gipfel solle auch das Signal ausgehen, dass Flüchtlinge nicht unter generellen Terrorverdacht geraten dürften.

+++ Athen veröffentlicht Personendaten +++

Griechenland hat Name und Foto des Syrers veröffentlicht, dessen Pass die französischen Behörden in der Nähe der Leiche eines Selbstmordattentäters gefunden haben. Es handelt sich um Ahmad Almohammad, wie der für Migration zuständige Vizeminister Ioannis Mouzalas am Sonntag bei einer Pressekonferenz in Athen bekanntgab. Er bestätigte Informationen vom Vortag, wonach der Syrer am 3. Oktober an Bord eines Bootes mit 198 Flüchtlingen auf der griechischen Insel Leros angekommen und als Flüchtling registriert worden war. Anschließend soll der Mann weiter auf der Balkanroute nach Westeuropa gereist sein. Ioannis veröffentlichte ein Foto des Registrierdokuments des Mannes. Zudem seien auch seine Fingerabdrücke abgenommen worden. Damit könnten die Behörden in Frankreich den Mann identifizieren, hieß es. Der Mann war am 10. September 1990 in der syrischen Stadt Edlib geboren, wie es weiter mit. Der Pass war in der Nähe eines Mannes gefunden worden, der sich am Freitagabend am Stade de France in die Luft gesprengt hatte. Der Pariser Staatsanwalt François Molins hatte am Samstag gesagt, er gehöre einem Syrer, der im September 1990 geboren wurde. Ob es sich bei dem Attentäter um den Syrer handelt, ist nicht geklärt.

+++ Zahl der Toten steigt +++

Letzten Meldungen zufolge ist die Zahl der Toten bei den Anschlägen auf 132 gestiegen. 42 Verletzte befinden sich immer noch auf der Intensivstation.

Hier finden Sie alle Ereignisse vom Sonntag zum Nachlesen.

Kommentare (49)

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Herr Walter Schimpf

16.11.2015, 09:28 Uhr

Frau Merkel hat die "Flüchtlinge" dieser Welt eingeladen
Frau Merkel hat die Grenzen weit aufgemacht
Frau Merkel hat die Kontrolle längst verloren und aufgegeben

(...)

Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

Herr Heinz Keizer

16.11.2015, 09:38 Uhr

„Wir dürfen jetzt nicht den Fehler machen, Flüchtlinge mit Terroristen gleichzusetzen“

Unsere Träumr werden es nie lernen, oder nur, wenn es schon zu spät ist. Selbstverständlich beeinflussen sich die Flüchtlingsströme und der Terror gegenseitig. Wir müssen auch bei uns die potentiellen Verbrecher sowohl aus dem Islam, als auch von rechts und links, stärker bekämpfen. Das kann nur durch eine kampfbereite Demokratie erfolgen. Die obige Aussage muß anders heißen. Wir dürfen jetzt nicht den Fehler machen, wegen des Terrors nichts gegen die Völkerwanderung zu unternehmen.

Herr Walter Gerhartz

16.11.2015, 09:52 Uhr

Terror in Paris - Wir werden von den unfähigsten Politikern aller Zeiten regiert
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Auf seiner letzten Weltreise 2013 sagte Helmut Schmidt zu Präsident Putin: "in ganz Europa und im Westen gibt es keine guten Politiker mehr"
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Der Mann hat vollkommen recht, wir werden von den dümmsten Politiker Europas regiert.
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Jahrelang unterstützten sie das Kriegstreiben in Nordafrika und dem Nahen Osten......Sie üterstützten die USA darin den IS zu gründen und zu finanzieren.....sie halfen den USA bei der Destabilisierung der Ukraine.....sie halfen den USA bei der Störung der guten Beziehungen zu Russand.....und sie machten im Auftrag der USA selbstschädigende Sanktionen gegen Russland gemacht....und zum Schluss haben sie auch noch im Auftrag der USA die ganzen Flüchtlinge inclusive Terroristen nach Europa ein geladen !?!?
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-->http://www.termiten.net/node/286
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JETZT WÄRE ES AN DER ZEIT RUSSLAND BEIM KAMPF GEGEN DEN IS ZU UNTERSTÜTZEN.....ABER NEIN....MAN HILFT IMMER NOCH DEN USA, DIE WEITERHIN DORT TERROR BETREIBEN WOLLEN !!-->http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/.../eskalatio.../
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Dies war nur der Anfang und weitere solche Aktionen werden folgen.....DAS BLUT DIESER UNSCHULDIGEN MENSCHEN KLEBT AN DEN HÄNDEN UNSERER FAHRLÄSSIGEN POLITIKER !!!
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Man kann nur wünschen, dass bei den nächsten Anschlägen Jene getroffen werden, die sich schuldig gemacht haben und nicht das einfache Volk.
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Voll Ekel wende ich mich von diesen Politikern ab, denn sie sind ALLE (in Regierung und Parlament) Helfer der Terroristen und dem Haupschuldigen USA !!!

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