Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

11.01.2016

15:22 Uhr

Pariser Attentäter

60 NRW-Ermittler durchleuchten Islamisten

Der in Paris erschossene Attentäter hat in Recklinghausen gelebt. Die nordrhein-westfälische Polizei geht nun mit einem großen Ermittler-Team den Spuren des Mannes nach. Noch gibt es viele offene Fragen.

Ein mit einem Schlachterbeil bewaffneter Mann versuchte am Donnerstag, in eine Polizeiwache in Paris einzudringen. Dabei wurde er erschossen. dpa

Polizisten in Paris

Ein mit einem Schlachterbeil bewaffneter Mann versuchte am Donnerstag, in eine Polizeiwache in Paris einzudringen. Dabei wurde er erschossen.

Düsseldorf, LuxemburgDie nordrhein-westfälische Polizei durchleuchtet mit einem 60-köpfigen Ermittlerteam den bei einem Terrorangriff in Paris getöteten mutmaßlichen Islamisten aus Recklinghausen. Am Montag war das Landeskriminalamt damit beschäftigt, sich ein umfassendes Bild der Person und seiner verschiedenen Alias-Namen zu verschaffen, wie ein Sprecher sagte. Es gebe es viele offene Fragen zu dem Mann zu klären, der seit 2014 in einem Asylbewerberheim in Recklinghausen untergebracht war.

Der mutmaßliche Islamist war am ersten Jahrestag des Anschlags auf das Satiremagazin „Charlie Hebdo“ an einer Polizeistation in Paris auf zwei Polizisten zugelaufen, hatte „Allah ist groß“ gerufen und ein Schlachterbeil gezogen. Die Beamten erschossen den Mann, der auch eine Sprengstoffgürtel-Attrappe trug.

Terror: Pariser Attentäter war der Polizei bekannt

Terror

Pariser Attentäter war der Polizei bekannt

Der Mann, der in Paris mit einem Beil auf Polizisten losgegangen war, kommt aus einer Flüchtlingsunterkunft in Recklinghausen. Er verherrlichte die IS-Terrormiliz - und war der deutschen Polizei gut bekannt.

Der Mann soll Behörden in mehreren europäischen Ländern mindestens sieben verschiedene Identitäten vorgespielt heben. Die deutsche Polizei war seit Mai 2014 unter anderem wegen verschiedener Gewalt- und Drogendelikte gegen ihn vorgegangen. Auch als Sympathisant der Terrormiliz IS war er aufgefallen, weil er IS-Fahnen angefertigt hatte. Das Strafverfahren war aber eingestellt worden.

Eine Spur des Attentäters führt auch nach Luxemburg. Der mutmaßliche Tunesier habe dort im Verdacht gestanden, im Oktober 2013 an einem Handtaschenraub beteiligt gewesen zu sein, teilten die luxemburgischen Justizbehörden am Montag mit. Dies ergebe sich aus einem Abgleich der Fingerabdrücke. Dem Verdächtigen habe damals jedoch seine Tatbeteiligung nicht nachgewiesen werden können.

Silvesternacht in Köln: NRW-Innenminister muss sich rechtfertigen

Silvesternacht in Köln

NRW-Innenminister muss sich rechtfertigen

Die CDU kritisiert den nordrhein-westfälischen Innenminister Ralf Jäger nach der Gewalt in Köln. Der SPD-Politiker verteidigt sich bei einer Sondersitzung des Düsseldorfer Landtags – und greift die Kölner Polizei an.

Nach Angaben des französischen Innenministers Bernard Cazeneuve handelte es sich offenbar um einen Einzeltäter. Cazeneuve sagte, der Tote stamme „zweifellos aus Tunesien“, habe seinen Namen mit Tarek Belgacem angegeben und sich in mehreren europäischen Staaten aufgehalten, darunter Luxemburg, die Schweiz und Deutschland.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×