Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

10.03.2017

06:36 Uhr

Park Geun Hye

Korruptionsskandal bringt Südkoreas Präsidentin zu Fall

VonMartin Kölling

Park Geun Hye wird wegen Bestechungsvorwürfen ihres Amtes enthoben. Die Mehrheit der Südkoreaner jubelt. Doch für den inhaftierten Samsung-Chef Lee Jae Yong verdüstern sich damit die Aussichten vor Gericht.

Park Geun Hye

Korruption bestätigt – Südkoreas Präsidentin muss ihren Posten räumen

Park Geun Hye: Korruption bestätigt – Südkoreas Präsidentin muss ihren Posten räumen

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

SeoulPark Geun Hye ist gewohnt, Geschichte zu schreiben. Die Tochter des ehemaligen südkoreanischen Diktators Park Chung Hee diente ihrem Vater nicht nur als First Lady, 2012 wurde sie zudem die erste Präsidentin des patriarchalisch geprägten Landes. Am Freitagvormittag fügte sie ein weiteres Novum hinzu, allerdings ein unrühmliches: Sie wurde als erstes Staatsoberhaupt Koreas erfolgreich des Amtes hoben.

Einstimmig bestätigten die acht Richter des Obersten Gerichts den Beschluss des Parlaments vom Dezember, die Präsidentin wegen Korruption und anderen Verfehlungen abzusetzen. Und die Nation verfolgte Live im Fernsehen mit, wie die amtierende Gerichtspräsidentin Lee Jung Mi das Urteil sprach. Die negativen Auswirkungen der Handlungen der Präsidentin wögen schwer und der Nutzen, die Verfassung durch ihre Amtsenthebung zu verteidigen, seien „überwältigend groß“, begründete die Juristin die Entscheidung.

Damit wählten die Richter ein schnelles Ende der Führungskrise, die Südkorea seit Monaten lähmt. Nun muss das Land in den kommenden 60 Tagen einen neuen Präsidenten wählen. Derzeit gilt Moon Jae In von den linksliberalen oppositionellen Demokraten als Favorit, denn Parks konservative Partei hat sich während des Skandals gespalten. Hätten die Richter dem Parlament hingegen widersprochen, wäre Park bis zu den planmäßigen Präsidentschaftswahlen im Dezember ins Amt zurückgekehrt – mit unabsehbaren Folgen. Denn der Skandal um die Präsidentin hat das Land tief gespalten.

Lee Jae-yong: Samsung-Chef weist Korruptionsvorwürfe zurück

Lee Jae-yong

Samsung-Chef weist Korruptionsvorwürfe zurück

Samsung steckt mitten in einem Korruptionsskandal um Südkoreas Präsidentin. Firmenchef Lee Jae-yong soll Zahlungen geleistet haben, damit ein staatlicher Pensionsfonds einer wichtigen Firmenfusion zustimmt.

In den vergangenen Wochen schwoll die Zahl der Fürsprecher Parks stark an. Ihre Demonstrationen waren zuletzt ähnlich groß wie die der etwas demonstrationsmüde gewordenen Park-Gegner. Deren Kundgebungen hatten im Dezember ihren Höhepunkt erreicht, als über eine Millionen Menschen für den Rücktritt der Präsidentin auf die Straße gingen.

Schon der Auslöser des Skandals trieb im Herbst 2016 viele Menschen auf die Straße: Park soll ihre langjährige Freundin Choi Soon Sil, die selbst nie ein politisches Amt innehatte, auch bei brisanten Staatsgeschäften als enge Beraterin zu Rate gezogen haben. Später gesellte sich noch der Vorwurf dazu, dass sie Großkonzerne des Landes um hohe Spenden für Stiftungen ihrer Vertrauten gebeten hat.

Über 60 Millionen Euro sollen die Konzerne überwiesen haben, weil sie eine Bitte der Präsidentin eher als Aufforderung interpretierten. Samsungs faktischer Chef Lee Jae Yong wurde in diesem Zusammenhang inhaftiert und steht seit voriger Woche vor Gericht. Ihm werfen die Ermittler vor, dass Choi Druck auf den Nationalen Pensionsfond ausgeübt habe, eine umstrittene Fusion von zwei Samsung-Firmen zu unterstützen. Als Gegenleistung soll sie dafür von Lee großzügige Zahlungen erhalten haben.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

10.03.2017, 09:39 Uhr

Wenn ich das mal bei der grünsozialistischen Merkelregierung lesen würde.......

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×