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08.02.2013

13:07 Uhr

Parlamentarier Swoboda

„Die Zahlen des EU-Haushalts sind katastrophal“

VonThomas Ludwig

Im Interview kritisiert der österreichische Europaabgeordneten und Vorsitzende der sozialdemokratischen Fraktion im EU-Parlament, Hannes Swoboda, den EU-Budgetkompromiss. Er droht mit einer Ablehnung im Europaparlament und fordert mehr öffentliche Investitionen.

Hannes Swoboda ist Chef der Sozialdemokraten im Europaparlament. dpa

Hannes Swoboda ist Chef der Sozialdemokraten im Europaparlament.

BrüsselFrage: Herr Swoboda, es zeichnet sich eine Einigung der Staats- und Regierungschefs beim mehrjährigen Finanzrahmen ab. Wie beurteilen sie den Kompromiss?

Swoboda: Nicht positiv. Das ist kein Budget für die Zukunft Europas.

Woran hapert es aus Ihrer Sicht?

Wichtige Aufgaben, wie Wachstum und Innovation sind zu gering dotiert. Das gleiche gilt für die Bereiche Beschäftigung und Infrastruktur. Alle Regierungschefs reden immer davon, die Wettbewerbsfähigkeit stärken zu wollen. Dann denken sie aber immer nur ans Kürzen der Löhne und nicht an die notwendigen Investitionen, die nötig sind.

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Öffentliche Investitionen?

Swoboda: Wir sind der einzige Kontinent, dessen öffentliche Investitionen massiv zurückgehen. Wie sollen wir da die Wettbewerbsfähigkeit Europas stärken.

Für 2014 bis 2020 sind rund 960 Milliarden Euro an Verpflichtungsermächtigungen und knapp 910 als Zahlungsermächtigungen geplant. Wie beurteilen Sie die Zahlen, die auf dem Tisch liegen?

Vom europäischen Gesichtspunkt aus betrachtet, sind die Zahlen katastrophal. Aber daran werden wir wohl nicht viel rütteln können. Da sind wir realistisch. Uns geht es mehr um die Struktur und die Aufgabenerfüllung. Wenn letztere nur machbar ist, indem aufgestockt werden muss, die Regierungschefs sich also weigern, umzuschichten, wird es problematisch. Der Kompromiss bedeutet einen stärkeren Rückgang als in den meisten nationalen Budgets. Wir kämpfen nicht für ein riesiges Budget, sondern für ein modernes Budget. Und das ist es bislang nicht.

Parlamentspräsident Martin Schulz hat angekündigt, keinen Defizithaushalt, also einen Haushalt, dessen Verpflichtungen weit über den angestrebten tatsächlichen Ausgaben liegt,  zu unterschreiben. Wird das Parlament die Einigung der Staaten tatsächlich platzen lassen?

Wenn sich die Regierungschefs in der Provokation einig sind, auf die Wünsche des Parlaments nicht einzugehen, ist es durchaus realistisch, dass wir nein sagen. 

Kommentare (30)

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Kohls_Edelhure

08.02.2013, 13:15 Uhr

wird's schon richten.

kraehendienst

08.02.2013, 13:18 Uhr

"...sind katastrophal.." - Es folgt TOTALE Enteignung der 380-400 Mio. EU-Bürger. Grundstücke und Eigentumswohnungen, die moderne Glaubensmanie der Deutschen, werden ab kommenden Montag sukkzessive auf den Staat überschrieben. Liquide Mittel werden eingefroren für mindestens drei Wochen. Gold- und Silberbestände sind bereits registriert und werden beschlagnahmt. Das zentralistische Pack in Bruxelles lässt von der EZB-Druckerkolonne Essensmarken für alle EU-Bürger ausdrucken. Darauf ist ein symbolischer Restwert der untergegangenen Währung. - Restart is going on now!

Salomon

08.02.2013, 13:22 Uhr

Ich hoffe auch, dass sie ablehnen. Dann können ja die EU Parlamentarier mal EHRENAMTLICH weitermachen.

Mal schauen, wer dann noch so europagesinnt ist.

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