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13.01.2012

10:59 Uhr

Parlaments- und Präsidentschaftswahl

Taiwans Firmen bangen um ihr Geschäftsmodell

VonFinn Mayer-Kuckuk

Wenn Taiwan morgen einen neuen Präsidenten wählt, sind besonders die Unternehmer nervös. Sie fürchten, eine neue Regierung könnte sich von China abwenden - und damit auch Wirtschaftsbeziehungen zum Nachbarn erschweren.

Neuer alter Präsident? Taiwans Unternehmer hoffen, dass Ma Ying-Jeou (2.v.r.) noch eine weitere Legislaturperiode an der Staatsspitze bleibt. Reuters

Neuer alter Präsident? Taiwans Unternehmer hoffen, dass Ma Ying-Jeou (2.v.r.) noch eine weitere Legislaturperiode an der Staatsspitze bleibt.

TaipeiEiner wie Terry Gou wagt sich in politischen Fragen nur selten aus der Reserve. Doch derzeit überwiegt beim Chef des taiwanesischen Elektronikriesen und Apple-Zulieferers Foxconn die Angst vor einem politischen Richtungswechsel. Kurz vor der Präsidenten- und Parlamentswahl in Taiwan warnte er davor, sich von China abzuwenden und eine Unabhängigkeit der Insel anzustreben. „Es wäre sehr schwer für die Unternehmen, ihre Bindung an China wieder zu zerreißen“, sagte der 61-jährige Foxconn-Chef in Taipei vor Studenten. Gous Sorge ist verständlich: Er hat auf dem Festland Milliarden investiert und beschäftigt dort 900.000 Mitarbeiter, etwa doppelt so viele wie Volkswagen in der ganzen Welt.

Bei der Wahl am morgigen Samstag müssen sich die Taiwanesen zwischen zwei verfeindeten Lagern entscheiden. Vor allem die Haltung zum kommunistischen Festland-China unterscheidet die „blaue“ von der „grünen“ Fraktion. Präsident Ma Ying-Jeou steht für eine Annäherung an den großen Nachbarn. Seine Rivalin, die Präsidentschaftskandidatin Tsai Ing-Wen, setzt dagegen auf das Gefühl vieler Taiwanesen, sich zu abhängig von China gemacht zu haben.

Aus der Umarmung durch die autoritäre Regierung in Peking könne allzu leicht ein Würgegriff werden, suggeriert sie den Wählern. Die jüngsten Umfragen zeigen zwar noch eine kleine Mehrheit für Ma, doch Tsai hat mit ihrem China-kritischen Programm deutlich aufgeholt und könnte die Wahl durchaus noch gewinnen.

Die Vorliebe der Wirtschaft ist eindeutig: Sie unterstützt fast geschlossen Präsident Ma von der Nationalen Partei, der Kuomintang (KMT), in seiner Annäherungspolitik. Die Verträge, die er zu Handels- und Investitionserleichterungen abgeschlossen hat, ermöglichen fantastische Geschäfte: Im Vorjahr erreichte der Handel mit China einen Wert von rund 100 Milliarden Dollar.

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